Ansturm auf Corona-Tests

Test in Arztpraxen nur mit Corona-Symptomen

Bei Dr. med. Dirk Wetzel in Zierenberg gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf das Virus testen zu lassen. Ein sogenannter Antigen-Test ermöglicht ein Ergebnis nach 30 Minuten, ist aber nicht so genau wie ein PCR-Test.
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Bei Dr. med. Dirk Wetzel in Zierenberg gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf das Virus testen zu lassen. Ein sogenannter Antigen-Test ermöglicht ein Ergebnis nach 30 Minuten, ist aber nicht so genau wie ein PCR-Test.

Derzeit bilden sich vor den Arztpraxen im Wolfhager Land Schlangen von Menschen, die auf einen Corona-Test warten. Die Ärzte bitten, angesichts der Gefahrenlage, dass sich Patienten bei Covid-Symptomen oder Kontakt zu Infizierten unbedingt vorher telefonisch anmelden.

Wolfhagen/Zierenberg – „Wir fragen dann die Kriterien des Robert Koch-Instituts per Telefon ab, hilfreich ist auch ein Hinweis der Corona-Warn-App“, sagt der Arzt Marcel Stiebler mit Praxis in Istha.

Besteht ausreichender Verdacht, gibt es in Stieblers Praxis besondere Sprechstunden und einen abgetrennten Warteraum um alle anderen Patienten zu schützen. „In Verdachtsfällen sind die Corona-Tests für die Patienten kostenlos. Die Kosten trägt die Krankenkasse, Ergebnisse gibt es in der Regel innerhalb von 48 Stunden“, so Stiebler. Wer sich präventiv testen lassen möchte, muss nach seinen Aussagen für die individuelle Gesundheitsleistung etwa 130 bis 140 Euro zahlen.

Das ist schon eine kleine Katastrophe.

Marcel Stiebler

Die Nachfrage nach Grippeimpfungen sei hoch: Bereits jetzt käme es zu Engpässen. Der Bedarf des Influenza-Impfstoffs wäre nur schwer zu decken: „Das habe ich so noch nie erlebt, das ist schon eine kleine Katastrophe“, kommentiert Stiebler diese Entwicklung.

Hoher Andrang auf Corona-Tests

Dirk Wetzel von der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis Zierenberg hat zwar noch genug Grippe-Impfstoffe, jedoch seien die bereits alle für Patienten verplant. „Und das, obwohl wir bereits die doppelte Menge im Vergleich zum Vorjahr bestellt hatten“, sagt der Allgemeinmediziner. Er hofft auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Nachlieferung zwischen Ende Oktober und Anfang November.

Auch der Andrang auf Corona-Tests sei sehr hoch. Seit März habe die Praxis 600 Tests durchgeführt. Wie viel man testen könne, sei von den Kapazitäten des Labors abhängig. Das gilt dabei vor allem für die sogenannten PCR-Tests, bei denen sich die Patienten am nächsten Morgen nach dem Ergebnis erkundigen könnten.

Corona-Tests bei Patienten mit Symptomen

Getestet werde grundsätzlich jeder Patient, der Symptome zeige. Die Tests führe man im ersten Stock durch, da die Praxis dort noch über ein leeres Zimmer verfüge. Dieses betreten die Patienten einzeln. Um deren Kontakt zueinander zu minimieren, ist vor der Praxis ein Pavillon aufgebaut, unter den sich wartende Menschen stellen und den Abstand wahren können. Die Praxis selbst betreten sie so gar nicht erst.

Von Theresa Lippe/tli Und Jan Trieselmann/jtr

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