1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Ansturm auf Diakonie-Ticket im Kreis Kassel

Erstellt:

Von: Bea Ricken

Kommentare

Schlangestehen für das Diakonieticket, wie hier auf unserem Symbolfoto. Julian Stratenschulte dpa
Schlangestehen für das Diakonieticket, wie hier auf unserem Symbolfoto. Julian Stratenschulte dpa © Julian Stratenschulte/dpa

Seit dem Ende des Neun-Euro-Tickets hat im Landkreis Kassel ein Ansturm auf das sogenannte Diakonieticket eingesetzt.

Menschen mit kleinem Geldbeutel erhalten damit Rabatte auf die regulären Fahrpreise von NVV und KVG. Die Mitarbeiter könnten sich vor Anfragen nach Berechtigungsscheinen kaum retten, so Gregor Vick, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Kassel.

Die Bedürftigen – darunter viele Geflüchtete – hofften auf eine ähnlich günstige Lösung wie das Neun-Euro-Ticket, da Mobilität für die Klienten nur schwer zu finanzieren sei. Das Diakonieticket sorge leider jedoch nur für eine Ermäßigung. Früher hätten die Mitarbeiter des Jobcenters dies nebenbei erledigen können. Nun stünden die Menschen aber Schlange.

Einen ähnlichen Ansturm gibt es beim Diakonischen Werk Region Kassel. Auch hier gibt es die Berechtigungsscheine, mit denen die Interessenten das Diakonieticket kaufen können. Ausgestellt werden diese für Landkreisbewohner montags und mittwochs im Stadtteilzentrum Wesertor in der Weserstraße 26 (14 bis 16 Uhr).

Die Nachfrage sei schon immer stark gewesen, sagt Tamara Morgenroth, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks. Allerdings bündele es sich jetzt nach Auslaufen des Neun-Euro-Tickets. Sie hält es für wichtig, dass es schnellstmöglich ein Nachfolgemodell für das Sonderangebotsticket gibt. Durch die Energiekrise seien viel mehr Menschen auf günstige Mobilität angewiesen. Morgenroth hält es auch für wichtig, dass es eine einfache Lösung gibt, die den Menschen den Tarifdschungel erspart.

Laut dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) ist die Nachfrage mit dem Ende des 9-Euro-Ticket-Zeitraums stark angestiegen. Einer der Gründe sei, dass nun auch viele Geflüchtete aus der Ukraine das Diakonieticket beantragten, so  NVV-Sprecherin Judith Féaux de Lacroix. Berechtigt seien Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Wohngeld, Leistungen zur Grundsicherung oder nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Alle Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, könnten kostenlos mitfahren.

Das Diakonieticket gibt es in allen NVV-Kundenzentren, NVV-InfoPoints sowie in Vorverkaufsstellen der Stadt Kassel gegen Vorlage eines Berechtigungsnachweises, der sechs Monate eingesetzt werden kann. Das Diakonieticket selbst ist jeweils vier Wochen gültig. Es kostet je nach Preisstufe zum Beispiel von Wolfhagen oder Hofgeismar nach Kassel 113,50 pro Monat oder von Vellmar nach Kassel 64,50 Euro. Noch günstiger ist das 9 Uhr-Diakonieticket, das erst ab 9 Uhr gilt. (Bea Ricken)

Auch interessant

Kommentare