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Arbeiten im Stützpunkt der Feuerwehr Wolfhagen nähern sich ihrem Ende

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Von: Antje Thon

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Standbrandinspektor Frank Brunst vor der Schlauchreinigungsanlage, die bereits vom alten an den neuen Stützpunkt gezogen ist.
Standbrandinspektor Frank Brunst vor der Schlauchreinigungsanlage, die bereits vom alten an den neuen Stützpunkt gezogen ist. © Thon, Antje

Zeitplan der letzten Bauarbeiten soll eingehalten werden.

Wolfhagen – Nur noch wenige Wochen sind es bis zur Inbetriebnahme. Ab Mitte September wird Wolfhagens Feuerwehr vom neuen Stützpunkt zu ihren Einsätzen ausrücken. Bis dahin ist noch viel zu tun. Stadtbrandinspektor Frank Brunst hat das Ziel fest vor Augen und ist zuversichtlich, trotz Verzögerungen während der bisherigen Bauzeit den Zeitplan auf den letzten Metern einhalten zu können.

Seit Monaten legen sich die Handwerker ins Zeug, dem Stützpunkt, der zugleich Dienstleistungszentrum für andere Wehren in der Region ist, mit allem auszustatten, was für einen reibungslosen Betrieb vonnöten ist. Obwohl es im Gebäude noch etliche Baustellen gibt, hat die Feuerwehr parallel mit dem Umzug begonnen: Immer wenn ein Bereich fertig ist und es logistisch passt – die Einsatzbereitschaft der Wehr muss immer gegeben sein – ziehen Teile der Ausrüstung um.

Vor der Funkzentrale: David Köter von der Firma Bethge Fußbodentechnik Bad Arolsen schneidet die Bodenleisten zu.
Vor der Funkzentrale: David Köter von der Firma Bethge Fußbodentechnik Bad Arolsen schneidet die Bodenleisten zu. © Thon, Antje

Seit sechs Wochen werden die Schläuche am neuen Standort aufbewahrt, nach und nach wechseln Möbel vom alten Domizil ins neue. „Gleichzeitig warten wir aber auch noch auf Mobiliar“, sagt Brunst. Die 75 Spinde fehlten noch. Während im Haus Hunderte von Steckdosen gesetzt, Fußbodenleisten montiert und die Haustechnik komplettiert wird, tragen Brunsts Männer Kisten in die Halle und verschwinden mit ihnen in einem der zahlreichen Räume im Gebäude. In der kommenden Woche werden die Werkstätten, in denen die Atemschutztechnik, die Schläuche und die Einsatzkleidung gereinigt werden, fertig eingerichtet.

In der riesigen Halle, in der neun Fahrzeuge Platz haben, sind Handwerker dabei, eine Abgasabsauganlage zu installieren. Die gab es auch am alten Standort, die neue aber entspricht dem Stand der Technik, sie arbeitet zuverlässig und automatisch. Sie verhindert, dass die Einsatzkräfte kurz vorm Ausrücken gesundheitsschädigende Abgase der bereits laufenden Fahrzeuge einatmen. Sobald ein Fahrzeug die Halle verlässt, wird die Abgastülle vom Auspuff gelöst.

Die Reparaturwerkstatt für Fahrzeuge: Sie befindet sich neben der großen Halle.
Die Reparaturwerkstatt für Fahrzeuge: Sie befindet sich neben der großen Halle. © Thon, Antje

Mit dem Neubau verbessern sich die Arbeitsbedingungen für die Feuerwehrleute erheblich, sagt Wolfhagens Erster Stadtrat Karl-Heinz Löber. „Als Ehrenamtliche erfüllen sie eine Pflichtaufgabe. Und die Stadt hat für ihre Feuerwehr eine Fürsorgepflicht.“ Auch aus diesen Gründen sei der Neubau eine gute Investition.

Fünf Wochen vor Fertigstellungstermin und damit zu einem Zeitpunkt, zu dem große Teile der Inneneinrichtung fehlen, wird bereits deutlich, dass der Wolfhager Stützpunkt, der mehr als 11,5 Millionen Euro kosten wird, einer der modernsten in der Region sein dürfte. Es gibt lichtdurchflutete Schulungsräume, Büros für die Mitarbeiter, mehrere Räume für verschiedene Nutzergruppen und zwei Küchen – eine und die Ausstattung des Bereitschaftsraums hat der Feuerwehrverein bezahlt. Einzelne Räume könnten im Katastrophenfall von den Beschäftigten der Stadtverwaltung genutzt werden, von sämtlichen Computerdaten im Rathaus werden Kopien auf einem Server im Stützpunkt hinterlegt.

Ausgeklügelt sind auch die Abläufe im Dienstleistungszentrum. Jede Wehr, die in Wolfhagen Atemschutztechnik, Schläuche oder Einsatzkleidung reinigen lässt, erhält Zugang zu einer Schleuse. Dort habe jeder Kunde einen eigenen Rollwagen und jedes der inzwischen 8000 Produkte einen Bar-Code, über den die Teile eingescannt werden, sagt Brunst. Neben den Wehren aus dem Altkreis Wolfhagen arbeiten die Kollegen aus Schauenburg, Ahnatal, Calden, Niedenstein, Bad Arolsen, Volkmarsen und der Landkreis Kassel, der über zwei Abrollbehälter Atemschutz verfügt, mit dem Dienstleistungszentrum zusammen. Laut Brunst signalisierten weitere Wehren Interesse an einer Kooperation. Die räumlichen Kapazitäten würden das auch hergeben, allerdings sei dann eine personelle Aufstockung erforderlich. Aktuell arbeiten drei Mitarbeiter im Dienstleistungszentrum.

Wolfhagens Feuerwehrstützpunkt kurz vor der Fertigstellung: Vom Übungsturm fällt der Blick auf das Gebäude (Mitte) mit der 560 Quadratmeter großen Fahrzeughalle inklusive Werkstatt und Waschhalle, den Büros, Schulungs-, Bereitschafts- und Vereinsräumen. Rechts in der Halle befinden sich neben Containern für unterschiedliche Einsätze auch das Nachschublager und das Katastrophenschutzlager des Landkreises Kassel.
Wolfhagens Feuerwehrstützpunkt kurz vor der Fertigstellung: Vom Übungsturm fällt der Blick auf das Gebäude (Mitte) mit der 560 Quadratmeter großen Fahrzeughalle inklusive Werkstatt und Waschhalle, den Büros, Schulungs-, Bereitschafts- und Vereinsräumen. Rechts in der Halle befinden sich neben Containern für unterschiedliche Einsätze auch das Nachschublager und das Katastrophenschutzlager des Landkreises Kassel. © Antje Thon

Für Michael Joost, Leiter der Abteilung Energie und Stadtentwicklung im Rathaus, dem zusammen mit Frank Brunst schon vor mehr als zehn Jahren klar war, dass die Infrastruktur für die Feuerwehr erheblich verbessert werden muss, ist die Investition in den Stützpunkt die richtige Entscheidung. Die Einsatzdichte habe in allen Bereichen deutlich zugenommen. Starkregenereignisse, Stürme, Waldbrände seien Folgen der Klimaveränderung, ihre Zahl dürfte weiter steigen. Hinzukomme, dass Wolfhagen mit seiner Drehleiter Wehren unterstütze und mit dem Reinigen von Kleidung und Geräten für andere Feuerwehren wichtige Aufgaben übernehme. „Der Stützpunkt ist für Wolfhagen ein wichtiger Beitrag für die Zukunft“, so Joost. Eine Sanierung des Gebäudes am alten Standort wäre neben anderen Kriterien schon allein aus Platzgründen wenig sinnvoll gewesen. „Das Geld dort wäre in den Sand gesetzt worden“, so Joost. Ihm sei klar, dass 11,5 Millionen Euro für den neuen Stützpunkt viel Geld sei. Aber davon profitiere die gesamte Bevölkerung. Bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 22. Oktober, könne sich jeder ein Bild vom Stützpunkt machen. (Antje Thon)

Der Schulungsraum wird ausgerüstet für mehrere Arbeitsplätze. In die Bodentanks kommen die Anschlüsse für Strom und Internet.
Der Schulungsraum wird ausgerüstet für mehrere Arbeitsplätze. In die Bodentanks kommen die Anschlüsse für Strom und Internet. © Thon, Antje

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