Attacken auf Räder: Oelshäuser bangen beim Feiern um ihre Autoreifen

Würde seinen 70. Geburtstag am Samstag im Oelshäuser Dorfgemeinschaftshaus lieber ohne Angst vor zerstochenen Reifen feiern: Professor Dr. Martin Kipp. Foto: Hoffmann

Oelshausen. Dorfgemeinschaftshäuser sind Orte, an denen gern gefeiert wird. Dass es da auch mal etwas lauter werden kann, dürfte jedem klar sein.

Irgendwer will sich damit aber offenbar nicht abfinden und lässt seinen Groll nun an den Feiernden aus, ohne sich vor kriminellen Aktionen zu scheuen.So zumindest vermutet es Professor Dr. Martin Kipp, der im vergangenen Jahr selbst Opfer wurde und nach einer Geburtstagsfeier seinen alten Mercedes mit platt gestochenen Reifen vorfand. „Am 4. Oktober war ich auf einer Geburtstagsparty im DGH und hatte mein Auto im vorderen Bereich unmittelbar zur Feuerwehreinfahrt geparkt“, sagt der frühere Universitätsprofessor für Berufspädagogik. Am nächsten Morgen dann das Erwachen: Alle vier Reifen waren platt, die Luft aus winzig-kleinen Löchern an der Seite entwichen. „Eingeweihte Oelshäuser wissen längst, dass hier jemand mit einer Bohrmaschine unterwegs ist, und das schon seit längerem.“

Gut und gerne fünf bis sechs Fälle seien ihm bekannt, leider hänge es niemand an die große Glocke. Seine Anzeige bei der Polizei sei ergebnislos verlaufen, einen konkreten Verdacht hätte er nicht äußern wollen, stütze sich sein Wissen doch nur auf Gerüchte. „In Oelshausen gibt es einen konkreten Verdacht“, sagt Kipp. „Dieser Mensch beschwert sich regelmäßig über Lärm und andere Beeinträchtigungen, da die Polizei nichts machen kann, scheint er sich auf diese Weise selbst zu helfen.“ Immer wieder vorkommende Beschwerden einer einzelnen Person bestätigt auch Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn (SPD), der dennoch keinen Zusammenhang mit den zerstochenen Reifen sieht und von selbigen auch noch nichts gehört haben will.

Anders zahlreiche Oelshäuser, die namentlich nicht genannt werden möchten, auf HNA-Nachfrage Kipps Vermutungen aber bestätigen. Der hat nach eigenen Angaben politische Gremien bereits informiert und vorgeschlagen, Kameras zu installieren. „Passiert ist bislang nichts“, so der gebürtige Mengeringhäuser, der nun Angst vor den nächsten Attacken hat. Die könnten unmittelbar bevorstehen, denn heute feiert er selbst im DGH des Zierenberger Stadtteils seinen 70. Geburtstag, erwartet dazu rund 120 Besucher aus ganz Europa.

Polizei weiß nichts

Die Polizei in Wolfhagen kann auf HNA-Anfrage Kipps Vermutungen nicht bestätigen, ihr lägen keine Erkenntnisse vor, wie auch Ortsvorsteher Wilfried Homolla nicht: „Wir hatten eine derartige Problematik vor einigen Jahren, aktuell ist mir nichts bekannt.“ Er selbst sei von niemandem angesprochen worden, daher sei das Problem im Ortsbeirat derzeit kein Thema. „Wenn es öfter passiert, müssen wir uns etwas überlegen.“ Das hilft Professor Dr. Martin Kipp für seine Feier allerdings nicht mehr, daher will er heute Abend selbst Augen und Ohren offen halten, damit sein Geburtstag für ihn und seine Gäste nicht mit einer bösen Überraschung endet.

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