Auch für Viehmarkt

Stadt Wolfhagen arbeitet an Konzept zur Sicherheit von Großveranstaltungen

Viele Jungen und Mädchen laufen verkleidet auf einer Straße, an der zahlreiche Menschen stehen und zusehen.
+
Ausgelassene Stimmung beim Viehmarktsumzug vor vier Jahren: Auch künftig soll der Umzug beim Wolfhager Volksfest ein Höhepunkt sein. Allerdings wird er besser gesichert werden müssen. Daher könnte es zu einer Veränderung der Streckenführung kommen. (Archivfoto)

Den Viehmarkt, wie ihn die Wolfhager bisher kannten, wird es so künftig nicht mehr geben. Beim Thema Sicherheit muss nachgebessert werden. Das betrifft das Festgelände und den Verlauf des Umzugs.

Wolfhagen – Das sagte Bürgermeister Reinhard Schaake während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung und reagierte damit gleichzeitig auf eine Anfrage des Bündnis Wolfhager Bürger (BWB).

Das BWB hatte unter anderem wissen wollen, ob die Stadt eine Beteiligung am Kauf von Lkw-Sperren in Erwägung ziehe. Wie berichtet, planen die Kommunen Bad Arolsen, Volkmarsen und Breuna den Erwerb solcher Sperren.

Damit reagieren sie auf die veränderte Sicherheitslage in Deutschland, Gefahren durch Terror und Gewalt. So war an Rosenmontag ein Mann in Volkmarsen mit seinem Auto in den Umzug gerast, viele Menschen wurden dabei verletzt.

Bewertung der fraglichen Bereiche steht noch aus

Nach Angaben Schaakes habe sich die Verwaltung mit der Sicherheit und einer möglichen Gefährdung von größeren Veranstaltungen in Wolfhagen bereits eingehend befasst.

Gemeinsam mit Vertretern der Altkreiskommunen habe man sich im Februar in den Räumen der Polizeistation Wolfhagen ausgetauscht.

Im Frühjahr seien alle fraglichen Bereiche innerhalb Wolfhagens vom Ordnungsamt und Vertretern der Polizei in Augenschein genommen worden. Dazu zählten der Festplatz Liemecke, die Kulturzeltfläche in den Teichwiesen und auch der Marktplatz. Eine abschließende Bewertung der Flächen stehe noch aus.

Bei einer Investition in die Infrastruktur zur Absicherung von Großveranstaltungen strebe man eher eine Zusammenarbeit mit Zierenberg und Naumburg an, vielleicht auch mit Hofgeismar und Fritzlar, sagte Schaake.

Neuer Verlauf und Kürzen der Umzugs-Strecke sind möglich

Die Veranstaltungen seien einander vergleichbar und fänden zudem nicht am selben Termin statt. Gespräche mit den Bürgermeistern solle es demnächst geben. Die Kommunen Bad Arolsen, Breuna und Volkmarsen spielten hierbei keine Rolle.

Auf die Frage des BWB, wie künftig der Viehmarktsumzug geschützt werden solle, sagte der Verwaltungschef, dass es darauf noch keine zufriedenstellende Antwort gebe. Er gehe davon aus, dass der Umzug an die veränderte Sicherheitslage anzupassen sei. Über neue Streckenverläufe, vielleicht auch über eine verkürzte Umzugsstrecke, müsse nachgedacht werden.

Bisher formiert sich der Umzug auf dem Teichberg. Das Problem: Die Route, der die Wagen und Fußgruppen bislang folgen, werde von zahlreichen Seitenstraßen gekreuzt, sagt Ordnungsamtsleiter Helmut Rupp.

Ende des Jahres sollen belastbare Daten vorliegen

Betrachte man den Viehmarktsumzug unter dem Aspekt einer möglichen Gefährdung, könne man ihn nicht mehr allein mit Personen in Warnwesten und mit Fähnchen in der Hand sichern. Dann müsse man auch über Poller und zertifizierte Sperren nachdenken.

In diesen Tagen werde ein Sicherheitsexperte Vertretern von Stadt und Viehmarktskommission seine Vorstellungen von einer Absicherung des Viehmarktes präsentieren. Dann müsse man schauen, was ein Umzug, der den Sicherheitskriterien entspricht, an finanziellen und personellen Ressourcen binden würde.

Rupp geht davon aus, dass er Ende des Jahres belastbare Daten vorliegen haben wird. Letztlich sei es Aufgabe der Politik, darüber zu entscheiden.

Man habe das Thema Sicherung von Veranstaltungen nicht schleifen lassen, jedoch habe im Corona-Jahr weder das Volksfest noch das Kulturzelt stattgefunden. Damit sei die Frage nach der Anschaffung von Lkw-Sperren bislang weniger dringlich gewesen. (Antje Thon)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.