Auch als Wucherblume bekannt: Margerite inspirierte schon Goethe

Margeriten strahlen sternengleich im schlichten Weiß und Gelb. Foto: Bogumil

Wolfhager Land. Die Weiße Wucherblume, vielen eher als Margerite bekannt, trägt ihren Namen nicht zu Unrecht. Gehört sie doch als Korbblütengewächs in Mitteleuropa zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Wiesenblumen.

Sie wuchert geradezu in Feld und Wald auf Weiden und Wiesen, an Wegrändern und Feldrainen. Allein 42 verschiedene Arten umfasst die Gattung.

Die Pflanze ist ungiftig. Berührungen können jedoch bei hautempfindlichen Menschen Kontaktallergien auslösen. Deshalb sollte man sie besser nicht abpflücken - zumal sie beim Verwelken zusätzlich einen unangenehmen Geruch verbreitet.

Bekannt wurde die Margerite als sogenannte Orakelblume. Bereits Goethe setzte ihr ein Denkmal in der Gartenszene des Faust, als er Gretchen die unschuldsweißen Blütenblätter der Margerite mit den Worten „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ abzupfen ließ.

Freunde einer vegetarischen Lebensweise nutzen die Wucherblume als Genuss- und Nahrungsmittel: die Grundblätter der Rosette vom Herbst bis in das nächste Frühjahr zu Salaten oder Spinat, die jungen Triebe von April bis Mai zu frittiertem Gemüse und die Blüten zu Kräutersuppen oder zur Dekoration von Speisen.

Auguste Renoir, der bedeutende Vertreter des Impressionismus, schuf 1889 das Gemälde „Mädchen mit Margeriten“. Das Werk hängt im Metropolitan Museum of Art in New York. Dabei ist schwer zu sagen, was an dem Bild mehr fasziniert, die üppigen Formen des Mädchens oder die filigran gemalten Margeritenblumen.

Letztere lassen die Handschrift Renoirs als ehemaligen Porzellanmaler deutlich erkennen.

Von Mai bis in den September blüht die einen halben Meter hoch werdende heimische Margerite. Die länglichen Blätter sind grob gesägt, die unteren gestielt, die oberen sitzend am Stängel. Außen am Blütenkorb der Sternblume leuchten die reinweißen Zungenblüten, in der Mitte die goldgelben Röhrenblüten.

Von Manfred Bogumil

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