Auf Infizierte vorbereitet

Covid-Kranke werden in Wolfhager Klinik getrennt

Eine Dame mit roten Haaren und Mund-Nasen-Maske betrachtet eine Schutzbrille in ihrer rechten Hand.
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Mögliche Covid-Patienten gelangen über den separaten Zugang direkt in den Isolierbereich der Wolfhager Klinik. Die Mitarbeiter müssen sich zuvor mit Schutzkleidung ausstaffieren. Im Foto Hygienefachkraft Katrin Löbel.

Die Corona-Infektionszahlen steigen und in den Kliniken bereitet man sich auf mehr Covid-19-Erkrankte vor. Diesmal ist auch die Wolfhager dabei, die während der ersten Infektionswelle im Frühling geschlossen war.

Wolfhagen/Hofgeismar – Die landkreiseigenen Krankenhäuser Hofgeismar und Wolfhagen stehen bei der Versorgung von Covid-Patienten allerdings nicht an vorderster Front. In Wolfhagen ist dennoch, wie in Hofgeismar, bereits seit Beginn der Pandemie ein Covid-Bereich eingerichtet worden.

„Der Bereich ist baulich von den restlichen Stationen abgetrennt und von außen begehbar. Hier werden zurzeit Patienten mit Verdacht auf Covid bis zum Vorliegen des Abstrichbefundes behandelt. Bei positivem Corona-Befund erfolgt die Verlegung in ein Krankenhaus eines geeigneten Versorgungslevels“, erklärt Silvan Uick, Betriebsleiter der Kliniken.

Silvan Uick, Betriebsleiter der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar

Je nach Eskalationsstufe der Pandemie sind die Kliniken in die Versorgungsstufen Level 1 bis 4 eingeteilt. Die Kreisklinik Hofgeismar wird als Level 3 Haus geführt. Wolfhagen war bisher noch nicht eingestuft, werde aber voraussichtlich ebenfalls Level 3 erhalten, so Uick. Kliniken der Level 3- und 4-Versorgung sollen als sogenannte Überlaufhäuser genutzt werden, wenn die Kapazitäten anderswo erschöpft sind.

„In Hofgeismar gibt es weiterhin eine Isolierstation, in der ein Covid-Bereich abgegrenzt ist. Auch auf der Intensivstation ist ein abgetrennter Bereich für Corona-Patienten reserviert. Die Wege im Krankenhaus können im Bedarfsfall umgehend getrennt werden. Das betrifft auch die Fahrstühle“, erklärt Uick. Im Notfall sei die Versorgung auf der Intensivstation inklusive invasiver Beatmung möglich. Auch dort könne isoliert werden. Dies gilt ebenso für Wolfhagen. „Aber auch in Hofgeismar ist die schnelle Verlegung in ein Krankenhaus einer erhöhten Versorgungsstufe derzeit das Ziel.“

Für Patienten mit Covid-Symptomen wurde in der Wolfhager Klinik ein eigener Zugang geschaffen. Mit auf dem Bild ist Krankenhaus-Betriebsleiter Silvan Uick.

Was das Thema Covid betrifft, könne Wolfhagen von den Erfahrungen in Hofgeismar profitieren. Der Ärztliche Direktor beider Kliniken, Dr. Uwe Hecht, ist Leiter der Corona Task Force (Arbeitsgruppe).

Wolfhager Klinik hat separaten Eingang eingerichtet

Sogenannte Fieberambulanzen, also Anlaufstellen außerhalb der Arztpraxen, für Patienten mit typischen Symptomen eines Atemwegsinfekts, gibt es in den Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar bisher nicht. „Patienten mit Fieber oder anderen Covid-Symptomen werden über den ambulanten Sektor (Hausarzt) geleitet“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Auch der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst mit seiner Notfallsprechstunde in Wolfhagen und Hofgeismar sei eingebunden.

Dort sei die Vorgehensweise entsprechend der örtlichen Gegebenheiten gemeinsam festgelegt worden: „Wenn ein Patient so stark erkrankt ist, dass ein Krankenhausaufenthalt nötig ist, wird er in ein geeignetes Haus überwiesen und dort über die ausgewiesenen Infektionseingänge angenommen und weiter behandelt“, erklärt Kühlborn. In der Wolfhager Klinik wurde der separate Zugang kurz nach Wiedereröffnung eingerichtet. Patienten werden direkt nach Ankunft auf das Corona-Virus getestet.

Strenge Hygieneregeln gelten auch außerhalb der Covid-Bereiche. „Für die Kreiskliniken gibt es ein gemeinsames Hygienekonzept, das noch unter der Trägerschaft der Gesundheit Nordhessen (GNH) erarbeitet wurde. Dieses wird regelmäßig überprüft und aktualisiert.“

So gilt in beiden Häusern eine Masken-Pflicht für Personal, Patienten und Besucher, sowie ein eingeschränktes Betretungsverbot. Am Eingang erfasst ein Mitarbeiter alle Besucher und arbeitet mit ihnen eine Checkliste durch, bei der es um mögliche Krankheitssymptome geht. Werden die Zugangskriterien nicht erfüllt, dürfen die Besucher das Haus nicht betreten. Alle Patienten (ambulant und stationär) erhalten einen Rachen-Abstrich, um eine Infektion zu erkennen und eine Ausbreitung eingrenzen zu können. Mitarbeiter mit Covid-Symptomen müssen sich ebenfalls auf das SARS-CoV-2-Virus testen lassen und dürfen erst nach einem negativen Ergebnis wieder arbeiten.

Level-Regelung für Kliniken in der Region

Auf Grundlage eines Konzeptes des Sozialministeriums sind Kliniken in Versorgungslevel eingeteilt, die sich nach Beatmungskompetenz, Bettenzahl und Personalkapazität richten. Level-1-Häuser, wie das Kasseler Klinikum, sind in der Lage, viele zu beatmende Patienten zu betreuen und spielen deshalb eine übergeordnete Rolle. Level-2-Kliniken können im Ernstfall Covid-Patienten von den größeren Häusern übernehmen. Level 3 und 4 sind sogenannte Überlaufhäuser.

Das Klinikum Kassel ist in der Versorgungsregion Nordhessen das einzige Level-1-Krankenhaus. Die Level 2-Krankenhäuser sind in Kassel die DRK-Kliniken Nordhessen, das Diakonie-Krankenhaus, das Elisabeth- und das Marienkrankenhaus. In der Region um Kassel sind unter anderen das Krankenhaus Bad Arolsen, das Stadtkrankenhaus Korbach und die Fachklinik für Lungenerkrankungen in Immenhausen Level-2-Krankenhäuser. Zu den Level-3-Häusern gehört zum Beispiel Hofgeismar. Wolfhagen soll demnächst eingestuft werden. Zu den Level-4-Krankenhäusern gehören die Vitos, die Paracelsus Elena Klinik oder die Schön Klinik Bad Arolsen. (Bea Ricken)

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