Altenheime brauchen Schutz

Ausstattungen in Wolfhager Altenheimen sind bisher nur unzureichend

Sind zuversichtlich trotz der Coronakrise: Emma Döring, sie wohnt schon seit 2016 in der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Zierenberg und Birgit Meyer, Pflegekraft.
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Sind zuversichtlich trotz der Coronakrise: Emma Döring, sie wohnt schon seit 2016 in der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Zierenberg und Birgit Meyer, Pflegekraft.

In den Seniorenheimen im Wolfhager Land fehlt es an der richtigen Schutzausstattung. FFP-Masken und Schutzkittel werden erst ausgeteilt, wenn es einen Corona-Fall in dem Seniorenheim gibt.

Wolfhager Land – Aktuell gibt es im Altkreis Wolfhagen noch keine bestätigten Infizierten mit dem Sars-CoV-2-Virus in Seniorenheimen, wie Kreissprecher Harald Kühlborn auf Nachfrage erklärte. „Aber das kann morgen schon anders sein.“ Einrichtungen würden auch nicht prophylaktisch auf das Virus getestet. Das sei allein aus Kapazitätsgründen gar nicht möglich.

Sorgen macht man sich beispielsweise in Zierenberg und Wolfhagen aufgrund der zunehmenden Infektionsfälle in Seniorenheimen im Landkreis dennoch. Nur einen kleinen Karton Einmalschutzmasken habe sie bekommen, sagt die Leiterin der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Zierenberg, Kornelia Strohm. Aber Frauen aus Zierenberg hätten ehrenamtlich eine große Anzahl an textilen Mundschutzen genäht. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Strohm.

FFP-Masken und Schutzkittel fehlen im Seniorenheim

Ähnlich sieht es in Wolfhagen aus: „Wir haben zwar viele Mundschutz-Spenden erhalten, aber uns fehlen die sichereren FFP-Masken und Schutzkittel“, sagt die Leiterin der Wolfhager Seniorenresidenz Jutta Volkwein. Wenn sich ein Corona-Fall bestätige, könnten sich die Mitarbeiter nicht vernünftig schützen. Manche hätten sogar Masken aus Schnellheftern gebastelt.

Inzwischen hat der Landkreis ein weiteres Kontingent an einfacher Schutzausrüstung an die stationären Einrichtungen verteilt. Nach Auskunft von Landkreissprecher Harald Kühlborn werden Altenheime erst dann mit FFP-Masken und Schutzkittel ausgestattet, wenn es einen Corona-Fall gibt. Eine Eintrittspforte für das Virus sieht Jutta Volkwein bei den Senioren, die aus dem Krankenhaus zurück in die Einrichtung kommen. Volkwein separiert diese Menschen für 14 Tage in Quarantänezimmern. Doch dies sei räumlich begrenzt.

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) erklärte, Patienten, die über die Notaufnahmen stationär aufgenommen werden, würden grundsätzlich abgestrichen. Das gelte für Patienten aller Altersstufen, weil sich ihre Eingriffe nicht aufschieben ließen, insbesondere in den Bereichen HNO, Neurochirurgie, Augenheilkunde, Gastroenterologie und bei Entbindungen. Insgesamt würden so 60 Prozent der Patienten getestet. Ab der kommenden Woche sollen alle stationären Patienten auf eine mögliche Infektion getestet werden.

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