Wolfhager Autohaus eröffnet achten Standort 

Autohaus Ostmann expandiert in die Schwalm und sichert die Zukunft

Am Standort der Firma Weckesser in Schwalmstadt wird die Autohaus-Gruppe Ostmann ab Jahresbeginn vor allem Neuwagen der Marke Seat verkaufen. Auch etwa 70 Gebrauchtwagen – markenübergreifend – sollen angeboten werden. Foto: Nils Jewko

Das Wolfhager Autohaus Ostmann erweitert sein Verkaufsgebiet und eröffnet zu Jahresbeginn einen neuen Standort in Schwalmstadt.

Dort wird das Unternehmen in Kooperation mit dem Autohaus Weckesser vor allem Neuwagen der Marke Seat verkaufen. Auch etwa 70 Gebrauchtwagen sollen angeboten werden. 

Die Firma Weckesser hatte bereits im November bekannt gegeben, den seit 67 Jahren laufenden Vertrag mit VW zum Jahresende nicht fortzuführen. Der Service wird weiter von Andreas Weckesser und seinen Mitarbeitern betrieben und bleibt somit in Familienbesitz. „Man wird sich gegenseitig unterstützen“, so Weckesser in einer von Ostmann verbreiteten Presseerklärung. 

Ostmann wird in Schwalmstadt etwa 100 000 Euro investieren, um die bestehende Halle der Seat-Marke anzupassen, erklärt Geschäftsführer Reinhard Ostmann. Grund für die Expansion sei vor allem eine Stabilisierung des Seat-Geschäfts. Bestimmte Absatzzahlen seien nötig, um für Seat ein lohnenswerter Vertriebspartner zu sein. „Unser Jahresziel ist es, 500 Neuwagen zu verkaufen“, so Verkaufsleiter Uwe Lubitz. Am neuen Standort werde das Verkaufsteam noch aufgestockt. Schon jetzt wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Weckesser hatte mitgeteilt, sich zum Jahresende von sechs der 62 Mitarbeiter trennen zu müssen. „Wir haben jetzt eine gute Lösung für beide Unternehmen gefunden“, so Ostmann. 

Auch für die etwas fernere Zukunft der Ostmann-Gruppe gibt es Pläne. „Ich bin jetzt 62 und spätestens in vier Jahren ist Schluss“, sagt Reinhard Ostmann. Angedacht ist, die Autohaus Ostmann KG schon im kommenden Jahr in eine Stiftung umzuwandeln. „Wir wollten auf keinen Fall verkaufen, das war klar“, sagt Ostmann. Die Stiftung solle dann zwei Geschäftsführer bekommen.

Unaufgeregt gesichert

Die Feierlichkeit, die hübsch hergerichtete Empfangshalle, die Häppchen – all das wäre auch der anderen großen Nachricht gerecht geworden. Doch worum es am Freitagmittag im Wolfhager Autohaus vorrangig ging, war die Vorstellung eines neuen Modells. Der neue Cupra Ateca kommt schnittig und sportlich daher, passt sich dem aktuellen SUV-Hype an und hat sicherlich eine Zukunft.

Die Zukunft des Hauses Ostmann wurde hingegen eher beiläufig erläutert, musste ohne gesonderte Präsentation auskommen und hat doch für die Region einen großen Wert. Die großen Neuigkeiten, sie kamen ganz unaufgeregt und zurückhaltend daher. Dass Ostmann einen neuen Standort in Schwalmstadt eröffnet und dort vor allem Neuwagen der Marke Seat verkauft, stärkt die gesamte Gruppe. Für das Wolfhager Unternehmen ist es nach Hofgeismar, Bad Arolsen, Niestetal, Fritzlar, Hessisch-Lichtenau, Melsungen und eben Wolfhagen der achte Standort. Das Autohaus zählt seit über 50 Jahren zu den renommiertesten Autohändlern in Nordhessen und beschäftigt über 300 Mitarbeiter.

Der Kontakt zur Firma Weckesser in Schwalmstadt bestehe schon lange, berichtet Geschäftsführer Reinhard Ostmann. Die Idee der Kooperation sei im Laufe der Zeit dann immer konkreter geworden. „Wir haben das Prozedere ja quasi schon geübt, weil wir ähnlich bereits an anderen Standorten arbeiten“, sagt Gesellschafter Uwe Mittelstädt. In Schwalmstadt wird sich Ostmann auf den Verkauf beschränken, Weckesser wird weiter Service anbieten.

Mitte November war bekannt geworden, dass das Traditionshaus Weckesser vor umwälzenden Veränderungen steht, in einer Pressemitteilung hieß es: „Nach über 67 Jahren beendet das Autohaus Weckesser am 31. Dezember 2018 seinen VW- Vertrag.“

Das Inhaberehepaar sei im Sommer selbst auf Volkswagen zugegangen, man habe „einvernehmlich eine Beendigung des VW-Vertrages erzielt“. Vor wenigen Wochen hieß es noch, dass der Service- und Händlervertrag Seat von der Vereinbarung unberührt bliebe, ebenso der des Audi-Service.

Andreas Weckesser spricht von einer Kooperation mit Ostmann und bestätigt, dass die Wolfhager neben der Hallenanmietung eine Mitarbeiterin aus dem Verkauf von Weckesser übernehmen und mit einem weiteren Verkäufer aufstocken. „Das gesamte Service- und Werkstattpersonal bleibt bei uns und wird unsererseits bei Seat/Audi auch um einen Mitarbeiter aufgestockt.“ Für die Marke VW am Standort Schwalmstadt gibt es hingegen keine Fortführung, mit Ablauf des Jahres sind dort keine VW-Neuwagen mehr erhältlich.

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