Dechant: "Werden Engagement verstärken"

Bald Flüchtlinge in katholischen Häusern im Wolfhager Land?

Wolfhager Land. Papst Franziskus hat katholische Gemeinden in Europa dazu aufgerufen, Wohnungen und Häuser für Flüchtlinge bereitzustellen.

Im Wolfhager Land ist das aber nicht ohne weiteres umzusetzen. Hier fehlt vor allem kirchlicher Wohnraum.

„Wir werden unser Engagement noch weiter verstärken“, sagt Dechant Harald Fischer. Nach dem Appell des Papstes wolle er eine Diskussion in Gang setzen und prüfen, ob in Gemeindezentren noch Platz zur Unterbringung sei. Diese seien zwar keine Wohnungen oder Wohnhäuser, könnten aber „übergangsweise“ genutzt werden. „Damit können wir ein Zeichen setzen.“ Allerdings liege das in der Verantwortung jeder einzelnen Gemeinde. Nicht wenige hätten bereits jetzt Flüchtlinge aufgenommen.

Das alte Pfarrhaus in Wolfhagen sei vermietet, mehr Immobilien habe die Gemeinde nicht, sagt Jürgen Günst, Gemeindereferent der katholischen Kirche St. Maria in Wolfhagen. „Wir werden auf jeden Fall weiter bei der Vermittlung von Flüchtlingsunterkünften helfen“, sagt Günst. Eine Unterbringung im Gemeindezentrum sei aber nur eine Zwischenlösung. Man habe bereits einen Aufruf gestartet, dass Wohnungen gebraucht würden. Bei der Sitzung der Pastoralen Dienstgemeinschaft am 15. September werde der Papst-Aufruf ein Thema sein.

„Wo sollen wir die Flüchtlinge unterbringen?“, fragt Naumburgs Stadtpfarrer Wieslaw Johannes Kowal. Es müsste Wohnungen geben, doch es seien keine vorhanden, die der Gemeinde gehören. Ein Problem seien auch die Finanzen, sagt Kowal. Schließlich müssten die Wohnungen bezahlt und die Familien ernährt werden.

Der Appell sei eine „Gelegenheit, unsere Arbeit zu intensivieren,“ sagt Christof Ohnesorge, Sprecher des Bistums Fulda. Er wisse jedoch, dass nicht jede Gemeinde die Mittel habe, Flüchtlinge unterzubringen.

Rubriklistenbild: © Archivfoto:  Müller

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