Zwei Tiere werden vermisst

Katzenbabys fahren 30 Kilometer als blinde Passagiere im Motorraum mit

Ausreißer-Katze Klamsy mit Nelson, Lia Solveig und Matilda Mette (von links).
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Während Klamsy (Foto) nach der Tour wohlbehalten wieder aus dem Motorraum kletterte, sind seine offenbar mit eingestiegenen Geschwister vermutlich irgendwo unbemerkt ausgestiegen oder in einer Kurve aus dem Auto geschleudert worden. Die zwei Babys werden von Nelson, Lia Solveig und Matilda (von links) schmerzlich vermisst.

Familie ist geschockt: Drei Katzen einer Familie aus Balhorn werden vermisst. Ihnen wurde wohl eine skurrile Angewohnheit zum Verhängnis. 

  • Eine Familie aus Balhorn vermisst zwei ihrer drei Katzen
  • Die Katzenbabys waren als blinde Passagiere 30 Kilometer durch die Region gefahren
  • Katze Gismo wurde nach zwei Tagen Suche gefunden

Balhorn – Drei Katzen einer Balhorner Familie haben eine Vorliebe: Sie schlafen gerne im Motorraum des Autos der Familie. Das wurde ihnen jetzt zum Verhängnis. Von zwei der Katzen fehlt seit einer Fahrt jede Spur. Die drei Katzenbabys Klamsy, Gismo und Rosalie sind versteckt im Motorraum als blinde Passagiere offenbar rund 30 Kilometer durch die Region gefahren. Während Klamsy wieder wohlbehalten zu Hause ist, werden Gismo und Rosalie von ihrer Familie aus Balhorn und der Katzenmutter schmerzlich vermisst.

Vor einigen Monaten fand die Katzenmutter Tapsi bei der Familie Mette in Bad Emstal-Balhorn ein neues Zuhause. Sie war der Familie zugelaufen. Zur geplanten Kastration kam es allerdings nicht mehr: Tapsi war tragend.

Der freche Nachwuchs mischt seitdem das Leben der Familie kräftig auf. „Klamsy, Gismo und Rosalie haben den ganzen Tag gespielt und miteinander gerangelt“, erzählt Elmar Mette. „Wenn sie müde waren, haben sie sich immer zu einem Dreieck zusammengelegt, eins legte dann das Köpfchen auf das Bäuchlein des anderen.“

Vor rund zwei Wochen sorgten die abenteuerlustigen Kätzchen das erste Mal für Aufregung bei den Balhornern. „Wir bekamen einen Anruf, ob wir ein Katzenbaby vermissen“, erinnert sich Mette. Die drei waren bei der Nachbarin in den Motorraum des Autos geklettert und einen halben Kilometer durch das Dorf mitgefahren. Beim Auto war aber nur Rosalie. Klamsy und Gismo waren zunächst verschwunden. Nach langer Suche wurde schließlich spät am Abend Klamsy in einem Dornbusch an einer Kreuzung gefunden.

Katzenbabys nach Tour in Motorraum vermisst: Junge fand Gismo

Nach zwei Tagen meldete sich ein Junge, der Gismo auf den ausgehängten Plakaten wiedererkannt und eingefangen hatte. Die Familie war überglücklich, dass die kleine Katzenfamilie wieder vereint war. „Seitdem haben wir doppelt aufgepasst, dass die kleinen Abenteurer das Grundstück nicht mehr so leicht verlassen konnten“, sagt Mette.

Vor ein paar Tagen wollte der Vater die große Tochter und eine Freundin aus Heimarshausen vom Reitkurs abholen.

Kätzchen Gismo wird seit ein paar Tagen schmerzlich vermisst. 

Mette öffnete sicherheitshalber noch einmal die Motorhaube, sah keine Katzen und rief vorsichtshalber nochmal ihre Namen. Auch nach dem lauten Knall beim Schließen der Motorhaube rührte sich nichts. Im Nachhinein vermutet die Familie, dass die Katzen in nicht einsehbaren Hohlräumen gesessen haben.

Mette fuhr dann über Elbenberg und Altendorf nach Heimarshausen. Auf dem Rückweg wurde die Freundin über Altendorf, Elbenberg und Merxhausen nach Sand gebracht. Beim Netto-Markt in Sand sahen Vater und Tochter plötzlich ein schwarzes Kätzchen über den Parkplatz flitzen. „Wir waren geschockt, dass Klamsy fast 30 Kilometer im heißen Motorraum mitgefahren war. Hinter einem Verteilerkasten bekamen sie das Katzenkind wieder zu fassen.

Von den beiden anderen Kätzchen fehlt jede Spur

Als Gismo und Rosalie nicht zu Hause waren, war der Familie klar, dass zuvor wieder alle drei das Auto geentert haben mussten.

„Wir haben die Strecke abgefahren und bei jeder Kurve am Straßenrand geschaut, ob vielleicht eine der Katzen aus dem Auto geschleudert worden ist. Dann haben wir überall an der Strecke Plakate aufgehängt.“ Die Familie ist verzweifelt und hofft nun, dass jemand die rund acht Wochen alten Katzenkinder gesehen oder aufgenommen hat. „Die Mutter ruft immer wieder nach ihren Kindern, Sie fressen zwar schon feste Nahrung, werden aber noch gesäugt“, sagt Mette.

Auch von Katzenbaby Rosalie fehlt bislang jede Spur.

„Wir haben auch vollstes Verständnis, wenn jemand die Kätzchen lieb gewonnen hat und sie behalten möchte“, so Mette. Man habe ohnehin Familien für die Kleinen suchen wollen. Aber die Balhorner möchten wissen, dass es Gismo und Rosalie gut geht. Pro Katze haben sie einen Finderlohn von 100 Euro ausgesetzt.

Kontakt: 0171/5182920

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