Bald kommen die großen Tore

Bau des Feuerwehrstützpunkts in Wolfhagen geht trotz Lieferengpässen zügig voran

Das Hauptgebäude des Feuerwehrstützpunktes wird demnächst mit einem Trapezblechprofil verkleidet.
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Wartet auf seine Fassade: Das Hauptgebäude des Feuerwehrstützpunktes wird demnächst mit einem Trapezblechprofil verkleidet. Das Foto zeigt die straßenabgewandte Gebäudeseite, an der die Feuerwehrmänner und -Frauen das Dienstleistungszentrum betreten.

In den zurückliegenden Wochen hat der neue Feuerwehrstützpunkt an der Schützeberger Straße in Wolfhagen an Kontur gewonnen – es gibt aber noch einiges zu tun.

Wolfhagen – Die Ausmaße der Halle, in die später zwölf Feuerwehrfahrzeuge passen werden, erinnern an einen Veranstaltungssaal, in dem spielend 1000 Leute Platz finden würden.

Bislang hat Bauleiter Jörg Vetter von der kplan AG in Siegen, die unter anderem spezialisiert ist auf die Planung von Feuerwehrgebäuden, die Material- und Lieferengpässe, mit denen die gesamte Baubranche zu kämpfen hat, gut umschiffen können. Spürbare Verzögerungen habe es bislang beim Dämmmaterial gegeben. Das sei im Februar bestellt worden, nun, Mitte Juli, soll es geliefert und dann auch zügig verbaut werden.

Lieferketten langsam wieder aufbauen

Das Problem bei der Materialbeschaffung: Die Handwerker haben keine Kapazitäten, Baustoffe zu lagern. Gleichzeitig hatte die Industrie während des Lockdowns Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Erst jetzt fährt die Produktion langsam wieder hoch. Schritt für Schritt, so Vetter, würden die Lieferketten wieder aufgebaut.

Das Hauptgebäude und nebenan die Kalthalle haben mittlerweile Fenster und Türen erhalten. Die großen Tore sollen in den kommenden drei Wochen geliefert werden, sagt Michael Joost, Leiter des Bereichs Energie und Stadtentwicklung bei der Stadt Wolfhagen. Inzwischen sind auch die Dächer auf beiden Gebäuden.

Einsatzdichte nimmt zu

Sobald der Stützpunkt, in dem sich neben Schulungsräumen, Umkleiden, Sozialräumen, Büros und den Räumen, in denen die Ausrüstung gewartet wird, auch die Fahrzeughalle befindet, gedämmt ist, wird die Betonhülle mit einem Trapezblechprofil verkleidet. Das wird dann das Gesicht des neuen Stützpunktes sein, dessen Größe zum einen angepasst ist an die vielfältigen Aufgaben, die die Wolfhager für Wehren anderer Kommunen übernehmen und zum anderen die Entwicklung der kommenden 25 Jahre berücksichtigt.

Stadtbrandinspektor Frank Brunst ist davon überzeugt, dass die Einsatzdichte weiter zunehmen wird. Je mehr Brandmeldeanlagen installiert werden, desto häufiger rücken die Wehren aus. Wachsen werde auch die Zahl an Einsätzen, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Das Unwetter der vergangenen Tage sei ein Vorgeschmack.

Freut sich über den Baufortschritt: Stadtbrandinspektor Frank Brunst, der seit über 20 Jahren für einen größeren Stützpunkt kämpft.

Explodierende Materialkosten

Die Kosten für den neuen Feuerwehrstützpunkt waren mit 9,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Darin enthalten sind Zuschüsse des Landes Hessen und vom Landkreis Kassel in Höhe von 1,46 Millionen Euro. Derzeit sei ungewiss, ob der finanzielle Rahmen gehalten werden könne, sagt Joost. Dafür gebe es zwei Gründe: die explodierenden Materialkosten und die hohe Auslastung der Handwerker.

Hinzu komme, dass für kleine Betriebe Baustellen der Größe des Wolfhager Dienstleistungszentrums nicht attraktiv seien, sagt Vetter. Die müssten dann ihren gesamten Mitarbeiterstab entsenden und hätten für andere Projekte keine Kapazitäten mehr. Für große Handwerksbetriebe stelle sich die Situation anders da. Die sind oft gut ausgelastet, haben vielleicht aber noch die eine oder andere Lücke in den Auftragsbüchern. Sie beteiligten sich an Ausschreibungen und riefen für ihre Arbeit hohe Preise auf. (Antje Thon)

Feuerwehr und Katastrophenschutz

Das Dienstleistungszentrum besteht aus zwei Gebäuden. So besteht das Feuerwehrgebäude aus der Fahrzeughalle mit Waschhalle und Werkhalle, einem seitlich angeordneten Lager- und Werkstattbereich. Angegliedert ist ein zweigeschossiges Gebäudeteil, in dem sich Werkstätten, die Funkzentrale und die Sozialbereiche mit für Frauen und Männer getrennten Umkleiden, Verwaltungs- und Ausbildungsbereich befinden. Die Containerhalle enthält das Nachschublager für die Feuerwehr, Abstellflächen für die Container und das Lager für den Katastrophenschutz des Landkreises. Die Dachflächen werden für eine Fotovoltaikanlage ausgerüstet.

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