Getreide gedeiht bestens

Freude bei den Bauern im Wolfhager Land: Nach dem Dürresommer kommt der Regen

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Das Getreide, wie hier die Wintergerste, gedeiht derzeit im Landkreis Kassel prächtig. Die Regenperioden haben die nach dem Dürresommer extrem gesunkenen Grundwasserpegel wieder ins Lot gebracht.

Optimistisch blicken die Landwirte aus dem Kreis Kassel in Richtung Ernte: Satte Regenfälle sorgen dafür, dass die Grundwasserspiegel nach dem Dürresommer wieder ansteigen.

Gerhold möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die Trockenheit angehalten hätte. Die Futterreserven waren komplett aufgebraucht. Sogar aus dem Ausland mussten sich die Landwirte Futter besorgen. Selbst im Frühling dieses Jahres hat Gerhold noch beobachtet, wie Kollegen Wegränder mähten um ihr Vieh satt zu bekommen. Inzwischen steht sogar schon der zweite Schnitt auf den Wiesen an. Auch mit dem Getreide seien die Landwirte zufrieden. Und das obwohl der Sommer 2018 die Fruchtfolge durcheinandergebracht hat. Landwirte setzen gerne Raps als Zwischenfrucht ein, weil dadurch das Getreide besser gedeiht. „Manche Regionen im Kreis sind jedoch komplett rapsfrei in diesem Jahr“, so Gerhold. Schuld waren die extreme Trockenheit, die im August und September des vergangenen Jahres die Aussaat des Winterrapses erschwerte und weitere Probleme wie der Rapsglanzkäfer. „Es ist das erste Mal in 40 Jahren, dass ich keinen Raps anbauen konnte, sagt der Kreisbauernsprecher, der in Zierenberg eine Landwirtschaft betreibt.

Neben dem Getreide hatten auch Mais, Kartoffeln und Rüben eine gute Startphase. „Jetzt hoffen wir, dass es weiter so gut läuft und wir in den kommenden Wochen von größeren Unwettern verschont bleiben“, so Gerhold.

Kein Regen im Frühjahr 2018 

Die extreme Trockenheit im vergangenen Sommer sorgte für Ernteausfälle in Milliardenhöhe und brachte Landwirte in Existenznot. Rund 8000 Betriebe beantragten im Jahr 2018 staatliche Dürrehilfe. Viele Tiere wurden notgeschlachtet, weil den Bauern das Futter ausging. 

Der Frühling im vergangenen Jahr begann eiskalt. Im März herrschte noch strenger Frost und selbst Anfang April lag noch Schnee. Danach ging es zur Sache: April und Mai entwickelten sich zu den wärmstem Monaten seit Beginn der offiziellen Temperaturmessungen. Es folgten bis in den Spätherbst Dürre durch zu wenig Regen, Hitze und überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. „Heißzeit“ wurde zum deutschen Wort des Jahres 2018.

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