Trockenheit lässt Preis für Heu und Silage explodieren

Bauern schlachten Kühe aus Futternot

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Finden nichts mehr auf der Wiese: Die beiden Rinder der Wolfhager Familie Damme bekommen jetzt schon das Winterfutter. Einige Landwirte schlachten die Tiere, weil das Futter nicht ausreicht. 

Wolfhager Land. Durch die extreme Trockenheit wird das Futter für Rinder und Pferde knapp. Nach dem ersten Grasschnitt im Mai ist nichts mehr nachgewachsen, die Weiden sind verdorrt. Einige Landwirte im Landkreis Kassel beginnen damit ihr Vieh zu schlachten.

Nach Auskunft vom Kreisbauernverband sind die Schlachtzahlen in Deutschland um 20 Prozent gestiegen. Sprecherin Stefanie Wittich rechnet damit, dass die Zahlen weiter ansteigen, weil derzeit noch auf bereits eingelagertes Winterfutter zurückgegriffen werden kann. Einige Fleischviehhalter streckten das Futter mit Stroh. Kühe, die Milch geben, müssten allerdings hochwertiges Futter fressen. Landwirt Helmut Flörke aus Wolfhagen schlachtet ältere Kühe, die normalerweise erst später dran gewesen wären. Der Fleischpreis sinke derzeit durch das Überangebot. Diese Situation dreht sich aus Sicht von Flörke im nächsten Jahr um. Dann müsse der Verbraucher mit steigenden Fleisch- und Milchpreisen rechnen. Flörke lässt wie sein Kollege, Biolandwirt Bernd Krug aus Baunatal, die Kühe tagsüber wegen der Hitze nicht mehr auf die Weide. Beide haben im Unterschied zu anderen noch Glück, weil sie auf kleinere Mengen von Futtervorräten aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen können. Wer jetzt zukaufen muss hat schlechte Karten. Futter ist knapp und damit teuer. Auch deshalb, weil Aufkäufer es über weite Strecken in den Kreis karren. Durch die hohe Nachfrage sind die Preise für Heu und Silage explodiert. Laut Kreislandwirt Erich Schaumburg lag der Normalpreis für einen Großballen Heu bei 25 bis 35 Euro. Inzwischen zahlen Interessenten in der Region 65 Euro pro Ballen.

Die Trockenheit gefährdet inzwischen auch die Ernte im kommenden Jahr. „Eigentlich müsste jetzt der Raps gesät werden, was aber ohne Regen keinen Sinn macht“, so Schaumburg.

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