Bis Ende 2021 Ärztehaus geplant

Baurecht für Ärztehaus fehlt: Schaake fordert Gespräche über medizinische Versorgung

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Hier soll das Ärztehaus entstehen: Die GNH hat die Freifläche an der Kurfürstenstraße unterhalb des Gotzenbergs – links die Straße nach Bründersen – ins Auge gefasst. Baurecht gibt es aber noch keins.

Für das Gelände, auf dem nach Dafürhalten der GNH nach beabsichtigter Schließung der Klinik Wolfhagen bis Ende 2021 ein Ärztehaus entstehen soll, gibt es noch kein Baurecht.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 23. Oktober 2019 um 11.09 Uhr - Das bestätigte jetzt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake auf HNA-Anfrage. Ins Auge gefasst für das Ärztehaus war nach Gesprächen zwischen GNH und Stadt eine Fläche an der Kurfürstenstraße, die sich im Eigentum der Kommune befindet.

Nach aktuellen Plänen der Stadtverordnetenversammlung soll am Ortsrand von Wolfhagen ein Wohngebiet entstehen, in dem es zur Straße hin auch Platz für Geschäfte und Büros geben könnte. „Hierfür liegt der Entwurf eines Bebauungsplanes vor“, so Schaake. Und der bietet in seiner jetzigen Form bereits Konfliktpotenzial.

So haben die Stadt und Hessen Mobil unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der Abstandsregeln zur Straße. Während die Kommune die Bebauung möglichst nah an die Fahrbahn heranziehen und viel Fläche nutzen möchte, drängt Hessen Mobil wegen möglichem Verkehrslärm auf einen größeren Puffer. Der Wolfhager Vorschlag, das Ortsschild so zu versetzen, dass es aus der Stadt hinausrücken würde und somit Verkehrsteilnehmer langsamer fahren müssten, stößt bei Hessen Mobil nicht auf Gegenliebe.

Reinhard SchaakeBürgermeister Wolfhagen

Laut Schaake müssten mit der GNH und dem Landkreis Gespräche geführt werden. Es müsse geklärt werden, wie es nun mit der Klinik und einem Ärztehaus weitergehen soll. „Wir müssen die Zeit nutzen“, sagt Schaake. Er spielt auf die einstweilige Verfügung an. Danach ist es der GNH wegen des Fehlens eines Votums der Hauptversammlung untersagt, die Kreisklinik zu schließen.

Für den Kreis Kassel hingegen ist die Sache klar: „Wir wollen kein Ärztehaus als Ersatz für ein Krankenhaus“, sagt Landrat Uwe Schmidt. Dabei betont er die Wichtigkeit der stationären Versorgung und die Möglichkeit, operieren zu können. Außerdem: Das Klinikgebäude gehört dem Kreis. Wenn die ärztliche Versorgung verbessert werden soll, etwa durch die Ansiedlung weiterer Fachärzte, dann dort, so Schmidt. Ist das Krankenhaus Wolfhagen vor dem Aus? Bis zu einer Entscheidung kann es noch lange dauern.

Keine Gespräche über Ärztehaus mit der GNH

Die Stadt Wolfhagen und die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) haben nicht über den Bau eines Ärztehauses in Wolfhagen gesprochen. Das sagte Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake am Dienstag und reagierte damit auf den obigen Artikel. Ihm gegenüber habe GNH-Vorstandsvorsitzender Michael Knapp zwar die Idee für ein medizinisches Versorgungszentrum geäußert. Das sei aber kein Gespäch gewesen, bei dem die Stadt ihre Zustimmung zu diesem Plan gegeben habe. 

„Ein Ärztehaus wäre die schlechteste Lösung“, so Schaake. Seit Tagen bemühe er sich vergebens um ein Treffen mit Aufsichtsratschef Christian Geselle, um über die medizinische Versorgung in Wolfhagen zu reden.

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