Wildpflanzen können helfen

Durststrecke für Bienen: Schwierige Zeit, um Nektar zu finden

Ippinghausen. Zwischen den Blütezeiten, wenn die meisten Felder abgeerntet sind, haben es Bienen schwer, Pollen und Nektar zu finden.

Hobby-Imker Horst Broger aus Ippinghausen hat jetzt zwischen seinem Wohnort und Leckringhausen ein etwa 5000 Quadratmeter großes und offenbar bewusst angelegtes Wildpflanzen-Feld entdeckt - und hofft auf Nachahmer.

„Nektar ist das Brot der Biene“, sagt der 60-Jährige. Seitdem die Landwirtschaft zunehmend auf Monokultur setzt, haben es seine geflügelten Honigsammler immer schwerer, nach der Ernte ausreichend Nahrung zu finden. „Ist die Frühjahrsernte eingeholt, blüht für vier, fünf Wochen so gut wie nichts mehr“, sagt er. Umso erfreulicher findet er es, dass wenige hundert Meter Luftlinie von seinen zehn Bienenstöcken entfernt, entlang der Kreisstraße 105 ein Landwirt jetzt die die Wildpflanzenart Phacelia wachsen lässt.

Die bläulich-violett bis weiß blühende Phacelia, auch Bienenweide und Büschelblume genannt, steht wegen ihres hohen Nektar-Ertrages vor allem bei Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten hoch im Kurs. „Solche Felder ziehen Bienen magisch an“, sagt Broger, der vor 28 Jahren mit zwei Bienenvölker ins Imkerei-Geschäft eingestiegen ist: „Wenn es warm ist, dann brummt es hier wie verrückt“.

Auch wenn Bienen im Wolfhager Umland früher wesentlich mehr Blütenvielfalt aufgefunden hätten, gehe es den Völkern heute nicht wirklich schlecht. „Ich muss sie noch nicht füttern“, sagt Broger, betont aber: „Wir sollten mehr für Bienen tun“. Der Hobby-Imker empfiehlt, es dem Landwirt mit seinem Phacelia-Feld nachzumachen.

„Wenn andere Landwirte oder auch Gartenbesitzer auf ungenutzten Flächen Wildpflanzen, Obstbäume oder Blumen säen, profitieren wir alle“, sagt er. Schließlich würden dann Insekten die Pflanzen bestäuben, das wirke sich wiederum auf den Ertrag und auf die Bodenqualität aus.

Immerhin ist die Honigbiene laut Deutschem Imkerbund nach Rind und Schwein das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier. Demnach hängen 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland von der Bestäubung ab. Umgerechnet beträgt der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung allein hierzulande zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Horst Broger will künftig mit lockeren Vorträgen Vereine, Schulklassen und andere naturinteressierte Menschen für die Bedürfnisse der Honigbiene sensibilisieren. Auf Wunsch auch mit einer Führung zu seinen Bienenstöcken.

Kontakt: Horst Broger, Telefon 0 56 92/54 86. Allgemeine Infos zur Honigbiene im Internet: www.deutscherimkereibund.de

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