Biogas in Wolfhagen und Wettsingen jetzt heiß begehrt

Das Bioenergiedorf in Wettesingen.
+
Das Bioenergiedorf in Wettesingen.

Drohender Gasmangel sorgt für Anfragenflut bei Betreibern.

Wettesingen/Wolfhagen – Der mögliche Gasstopp und die explodierenden Preise sorgen für eine Anfragenflut bei den Betreibern der Biogasanlagen etwa in Breuna-Wettesingen und Wolfhagen. Privatleute und auch Firmen hoffen auf eine Chance, noch vor dem Winter ans Wärmenetz der Anlagen angeschlossen zu werden, um einer Notsituation vorzubeugen. Immerhin erklären die Betreiber, dass die Wärmeversorgung durch die Biogasanlagen sichergestellt sei. Befeuert werden die Anlagen mit Mais, Mist und Silage.

In Wettesingen profitiert das halbe Dorf mit 220 Haushalten, die von der Wettesinger Energiegenossenschaft mit Wärme versorgt werden. „Wir können noch rund 30 weitere Haushalte anschließen“, erklärt Dieter Hösl, Vorsitzender der Energiegenossenschaft. Dann wäre allerdings die Kapazität der Leitungen erschöpft. Derzeit kostet die Kilowattstunde rund zwölf Cent plus Mehrwertsteuer. Die steigenden Kosten könnten künftig für eine Anpassung sorgen. Als der Ölpreis gefallen sei, hätte mancher den Preis für die Biogas-Wärme als hoch empfunden. Das dürfte sich nun geändert haben. „Allerdings muss man auch bedenken, dass es sich um eine Vollversorgung handelt“, so Hösl. Alle Nebenkosten wie bei Gas und Öl fielen weg.

In Wolfhagen werden die Schüler der Walter-Lübcke-Schule und sieben Bauernhoffamilien im kommenden Winter im Fall der Fälle nicht frieren müssen. Sie sind an die Biogasanlage angeschlossen. Für das Rathaus, den Kindergarten, die Burg und die Stadthalle kommt das neue geplante Nahwärmenetz allerdings zu spät. „Die Erweiterung verzögert sich durch Kostensteigerungen und Materialmangel bis ins nächste Jahr“, so der Sprecher der Betreibergesellschaft, Reinhard Schulte-Ebbert. Dann aber könne noch ein Teil Privathäuser angeschlossen werden, die entlang der Versorgungsleitungen lägen.

Laut Schulte-Ebbert soll die Versorgungssicherheit bald durch eine Holzhackschnitzel-Anlage verbessert werden. Um Ressourcen zu schonen, könne diese auch mit Schadholz und Schnittholz aus der Landschaftspflege befeuert werden. (Bea Ricken)

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.