Genossenschaft Hessisches Biohuhn gegründet

Biolandwirt aus Nothfelden: Aus Hühnern wird Feinkost statt Tierfutter

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Glückliche Hühner: Auf einer riesigen Wiesenfläche können sich die Legehennen vom Kastanienhof frei bewegen. Die Familie mit Gerhard und Sylva Hüppe (rechts) sowie vier Kindern (links die älteste Tochter Katharina) produziert Bio-Eier.

Sechs Bio-Landwirte, zwei Schlachtbetriebe und zwei Vermarkter aus Nordhessen haben sich zur Genossenschaft Hessisches Biohuhn zusammengeschlossen.

Seit einigen Wochen vermarkten sie gemeinsam ausgediente Legehennen. Das Projekt kam bei der Grünen Woche in Berlin und bei der Biofach, der Weltmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg, so gut an, dass die Genossenschaft zwei Preise einheimste. Außerdem werden sie vom Land Hessen gefördert.

Aus dem Altkreis Wolfhagen ist Bio-Landwirt Gerhard Hüppe dabei. Er und seine Familie bewirtschaften den Kastanienhof in Nothfelden und halten rund 4000 Legehennen. Wenn nach zwei Jahren die Legeleistung nachlässt, sind die Hühner für den Betrieb nicht mehr wirtschaftlich und müssen dem Nachwuchs weichen. „Die Tiere, die ihr ganzes Leben bestes Ökofutter bekommen haben, mussten wir dann wie Ramschware für ein paar Cent an eine industrielle Schlachterei verkaufen, wo sie zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet oder ins Ausland exportiert wurden.“

Das gefiel Hüppe und seinen Kollegen gar nicht. Deshalb entschlossen sich die Produzenten von Bio-Eiern, die Genossenschaft zu gründen, um hochwertige Produkte aus Hühnerfleisch unter dem Label Bickus selbst zu produzieren. Seit Kurzem bieten sie nun ganze Suppenhühner, Geflügelleberpastete, Brustfilets und Soßen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen in Bio-Qualität an, die es in den Hofläden der Landwirte sowie in einem Online-Shop zu kaufen gibt.

Neben der sinnvollen Weiterverwertung ersparen Hüppe und seine Mitstreiter den Tieren lange Transportwege und den Tod am Fließband im Großschlachthaus. Sie werden zu familiengeführten Schlachtereien nach Alheim-Niedergude und Witzenhausen-Unterrieden gebracht.

Hintergrund: Genossenschaft hat Sitz in Bad Hersfeld

Die Hessische Biohuhn eG wurde Ende 2015 gegründet und hat ihren Sitz in Bad Hersfeld. Vorstand und Geschäftsführer ist Diplom-Ingenieur Tim Treis. Folgende Betriebe gehören dazu: Legehennenhalter: Domäne Niederbeisheim (Knüllwald), Mustergeflügelhof Häde (Alheim-Heinebach), Bioland-Hof Eisenach (Baunatal-Guntershausen), Kastanienhof (Wolfhagen), Biolandhof Sandrock (Wehretal-Reichensachsen), Eihof Kögl (Warburg). Schlachtbetriebe: Biogeflügelhof Schäfer (Alheim-Niedergude), Bioland Roth (Witzenhausen-Unterrieden). Vermarkter: Gutes aus Waldhessen (Bad Hersfeld), Waldhessen Aktuell (Rotenburg).

Wie die Tochter von Landwirt Gerhard Hüppe ihn vor einigen Jahren von der Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft überzeugte, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Wolfhager Allgemeine und im ePaper. 

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