Beute aus bunten Beeten

Stadtgärtnerei Wolfhagen klagt über Blumendiebstahl und Zerstörung

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Wurde ebenfalls geplündert: Unterhalb der Alten Wache am Wolfhager Rathaus befindet sich an der Stelle von „Spahns Miste“ ein Blumenbeet. Auch hier musste nach Diebstählen nachgepflanzt werden.

Wolfhagen. Empörung, Wut und Frustration machen sich in der Stadtgärtnerei Wolfhagen breit. Dort schlagen immer wieder Diebe ganz gezielt zu - und machen dabei vieles kaputt.

Sie sollen die Stadt schmücken, Farbe ins Spiel bringen: Die Blumenbeete und Pflanzkübel, die die Mitarbeiter der Wolfhager Stadtgärtnerei Jahr für Jahr je nach Saison mit Stiefmütterchen, Begonien, Geranien oder Tagetes bestücken, sollen dazu beitragen, „die Stadt schön zu machen“, wie es Iris Krüger formuliert.

Die 50-jährige Wolfhagerin ist als Kolonenführerin zuständig für Blumenbeete und Unkraut und ziemlich sauer, weil ihre Arbeit und die ihrer Kollegen immer wieder sabotiert wird.

„Das Klauen und Zerstören hat deutlich zugenommen“, klagt Iris Krüger. Es habe schon immer mal eine Blume im Beet gefehlt oder Pflanzen seien herausgerissen worden, „aber in diesem Jahr ist es wirklich extrem“.

Begonien wurden besonders gern geklaut

Beim Wässern der Pflanzen kommt sie immer wieder zu den mit Leidenschaft und Mühe gestalteten Flächen, „und ich hatte bislang nur ganz wenige Kübel oder Beete, wo nichts fehlte“. Ihr Eindruck: „Es wird gezielt geklaut.“ Ganz hoch im Kurs standen bei den Dieben die Begonien. Die wurden in diesem Jahr erstmals gepflanzt. „Die waren der Renner.“

Im Schnitt kosten die Pflanzen drei Euro im Geschäft. Offenbar ziehen es aber manche vor, die Beete als kostenlosen Selbstbedienungsladen zu betrachten und sich unerkannt einzudecken. 40 bis 50 Pflanzen, sagt Iris Krüger, seien so bislang in diesem Jahr verschwunden. Seitens der Stadtgärtnerei habe man nachgepflanzt, jetzt sei die Reserve erschöpft. Werde weiter gestohlen, müsse man sich mit Lücken abfinden.

Kompletter Kübel gestohlen

Aber es seien nicht nur die Blumendiebe, über die man sich ärgere. An der Kürfürstenstraße habe sie in diesem Jahr mal etwas Neues ausprobiert: Eine kleine Installation mit Stiefmütterchen, die in einen alten kupfernen Waschkessel gesetzt wurden, der lange auf dem Dachboden der Gärtnerei lagerte. „Ich bin nicht mal dazu gekommen, davon ein Foto zu machen“, sagt die Gärtnerin, wenige Tage später war der Kübel weg.

Das Video wurde nicht von der HNA aufgenommen. Es gehört zur Video-Plattform Glomex.

Auch Zerstörungen sind ein Ärgernis. In der Mittelstraße gegenüber der Bäckerei Briesemeister wurden – schlimm genug – „erst unsere schönen Begonien geklaut“, erinnert sich Iris Krüger. Und dann, in der Nacht nach der Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Schweden, „da hat dort einer seine Wut ausgelassen“ und einen Großteil der Pflanzen zertrampelt.

Arbeit der Gärtnerei wird "mit Füßen getreten"

Der materielle Schaden sei sicher nicht so riesig, dennoch sei es Steuergeld, was da vernichtet werde. Es gibt noch einen weiteren Aspekt: „Was ich ganz schlimm finde, ist, dass unsere Arbeit nicht geachtet und mit Füßen getreten wird.“ Da gebe es offensichtlich Leute, die die Mühe, die man sich bei der floralen Gestaltung der Stadt mache, nicht zu schätzen wissen. Dazu zählen auch die Hundehalter, die die Beete als Hundeklo nutzen, den mitunter direkt daneben stehenden Tütenspender ignorieren und die Haufen ganz selbstverständlich liegen lassen.

Da stelle man sich dann irgendwann die Frage, ob das noch gewollt ist, „dass wir es in Wolfhagen schön machen“, sagt Iris Krüger. Wenn ja, dann sollten die Wolfhager die Anlagen im Blick behalten und Diebe und Vandalen dem Bürgerbüro im Rathaus (05692/6020) melden.

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