Sie ist der Boss: Erstmals Frau an der Spitze der Gewerkschaft der Polizei

Hat langjährige Erfahrungen als Polizistin und ist jetzt Vorsitzende der Polizeigewerkschaft der Kreisgruppe Wolfhagen: Polizeioberkommissarin Bettina Stippich. Foto:  Wüllner

Wolfhagen. Bettina Stippich (47) ist die neue Frau an der Spitze der Gewerkschaft der Polizei (GdP) der Kreisgruppe Wolfhagen. Und damit ist erstmals eine Frau mit dem Vorsitz betraut. Die erfahrene Polizeioberkommissarin hat sich einige Themen auf die Fahne geschrieben, bei denen sie dringenden Handlungsbedarf sieht.

Zum Beispiel der Zustand der Polizeiwache in Wolfhagen. Die Wache wurde zwar im Jahr 1992 für den Hessentag erneuert, entspricht aber längst nicht mehr dem europäischen Standard.

Der Zustand zum Beispiel des Mobiliars sei bereits so marode, dass sich die Polizisten an scharfen Kanten die Dienstkleidung aufreißen. Schon Anfang des Jahres 2012 seien von der Dienststellenleitung die Anträge zur Neugestaltung und Umgestaltung der Wache bei den zuständigen Stellen eingereicht worden. Doch geschehen sei bisher nichts. Bettina Stippich glaubt zwar, dass mittlerweile „Bewegung in die Sache“ gekommen sei, doch sie will nachhaken.

Das Aufgabengebiet der Polizei habe sich in den vergangen Jahren durch viele Einsätze bei Jugendrogenhilfe-Einrichtungen, die Flüchtlingsunterkunft der Pommernanlage, psychiatrische Einrichtungen und weitere Belastungen, wie zum Beispiel die Begleitung von 500 Schwertransporten im vergangenen Jahr, sehr gewandelt. Deshalb und durch die hohe Personalbelastung auf allen Dienststellen sei es auch für die Wolfhager Kollegen sehr schwierig geworden.

Es sind auch nicht nur die Einsätze vor Ort. Die Polizeistationen Wolfhagen und Hofgeismar gehören der Polizeidirektion Kassel (PD) an und sind bei Einsatzlagen, die in Kassel stattfinden oder die durch die PD Kassel geleitet werden, immer gefordert, Personal zu stellen.

Außerdem haben Hessische Polizisten mit einer 42-Stunden-Woche die höchste Wochenarbeitszeit. Das mache den Beruf auch nicht attraktiver, immer weniger Anwärter würden sich für die Polizei in Hessen entscheiden. Allein im Februar fehlten 31 Polizisten in Kassel. „Unsere Bevölkerung hat ein Anrecht auf eine qualifizierte polizeiliche Arbeit, die auch eine gute Alimentierung erfordert“, findet die sympathische 47-Jährige.

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