40 Dörfer erhalten Geld

Breuna ist einziger Vertreter im Dorfentwicklungsprogramm

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Oberlistingen soll im Rahmen der Dorfentwicklung saniert werden.

Wolfhager Land. Keine neuen Aufnahmen in das Dorfentwicklungsprogramm des Landkreises Kassel in diesem Jahr. Dies teilte das Servicecentrum für Regionalentwicklung in Hofgeismar mit. 

Hintergrund: Weil seit 2013 nicht mehr einzelne Orte, sondern Großgemeinden von Förderungen profitieren, habe man natürlich viel mehr Orte zu betreuen, so Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums. Waren es bis 2012 nur 13 Dörfer pro Jahr, so seien es nun rund 40. 

Auch ob im Jahr 2020 eine neue Kommune aufgenommen werde, sei bisher noch offen, so Nissen. Darüber solle im Laufe dieses Jahres entschieden werden. Die bisherige Warteliste gelte dann nicht mehr. „Bei einem neuen Aufruf können sich alle Großgemeinden wieder beteiligen“, erklärt Nissen. Auch die, bei denen nach der alten Regelung schon einzelne Dörfer gefördert wurden. 

Breuna ist der einzige Vertreter im Altkreis Wolfhagen

Beim Kreis werden die Anträge geprüft und ein Vorschlag in Abstimmung mit der Region Kassel Land an das hessische Umweltministerium weitergeleitet. Aktuell sind Trendelburg, Helsa, Nieste, Liebenau, Oberweser, Hofgeismar und Breuna in der siebenjährigen Förderphase. Zuletzt waren 2017 Oberweser und 2018 Hofgeismar aufgenommen worden.

Im Altkreis Wolfhagen ist nur Breuna noch im Förderprogramm der Dorfentwicklung. In Naumburg und Bad Emstal waren es nach der alten Regelung die Kernstadt Naumburg, Altendorf und Balhorn, die Ende 2018 aus der Förderung herausgefallen sind. Wie auch bisher sind die Kommunen acht Jahre im Programm, gefördert wird nur sieben Jahre.

Klaus-Dieter Henkelmann ist Bürgermeister in Breuna.

Breuna ist mit allen Ortsteilen bis zum Jahr 2023 vertreten. Nach Auskunft von Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann wurde mit Mitteln der Dorfentwicklung bereits der Festplatz in Oberlistingen am Sportplatz gestaltet. Demnächst soll das Dorfgemeinschaftshaus in Oberlistingen saniert werden. Dort wird ein behindertengerechter Zugang geschaffen, die Elektrik erneuert und ein Jugendraum gebaut. Henkelmann rechnet mit Kosten von rund 380 000 Euro. Das Projekt stehe kurz vor der Auftragsvergabe. 

Auch in Niederlistingen soll das Dorfgemeinschaftshaus saniert werden

In der Planungsphase befindet sich das dritte Projekt der Dorfentwicklung: Saniert werden soll auch das Dorfgemeinschaftshaus in Niederlistingen. Auch hier soll ein Jugendraum untergebracht werden. Der Fußboden wird saniert, die Beleuchtung erneuert und eine Behindertentoilette eingebaut. Mit diesen drei Projekten seien die Mittel der Dorfentwicklung von 750.000 Euro schon überschritten. Die Gemeinde Breuna habe nun eine Mittelaufstockung beim Servicecenter beantragt.

Wer im Dorfentwicklungsprogramm drin ist, erhält einen Sockelbetrag, der von der Zahl der Stadt- oder Ortsteile abhängig ist. Bei bis zu sechs Ortsteilen gibt es bis zu 750.000 Euro für öffentliche Bauvorhaben, bei bis zu acht Ortsteilen eine Million. Zusätzlich können sich die Kommunen noch um Förderungen für Projekte bewerben, von denen die gesamte Gemeinde profitiert. „Damit wollen wir weg vom Kirchturmdenken“, so Nissen. 

An dem Programm können weiterhin auch Privatleute in den aktuell sieben Kommunen teilnehmen. Ihre Vorhaben werden mit 35 Prozent der Nettokosten, maximal mit 35 000 Euro gefördert. Bei privaten Kulturdenkmälern fließen bis zu 45.000 Euro der Nettokosten. 

Wolfhagen denkt über Bewerbung teil

Peter Nissen bittet interessierte Eigentümer von historischen Gebäuden, sich mit dem Servicezentrum in Verbindung zu setzen. Bauherren erhalten neben dem Fördergeld auf Wunsch auch eine kostenlose Fachberatung durch ein Architekturbüro.

Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums.

In Wolfhagen sei man nicht abgeneigt, sich für eine Förderperiode in den kommenden Jahren zu bewerben, so Bürgermeister Reinhard Schaake. Dies werde auch Thema in den Gremien sein.

Kriterien für eine Bewerbung sind unter anderem die Infrastruktur, das Vereinsleben, Leerstand, die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf“ sowie Initiativen zur Steigerung der Attraktivität im Ort.

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