"The Guardian" berichtet über Wolfhagen

Britische Tageszeitung nennt Wolfhagens Energiepolitik "Wahnsinn"

+
Internationales Interesse an Wolfhagens Energiepolitik: Die britische Tageszeitung „The Guardian“ erzählt den Weg der Rekommunalisierung von Wolfhagens Stromnetzt. Das Foto zeit den Solarpark Wolfhagen Gasterfeld. 

Wolhagen. Seit 15 Jahren treibt Wolfhagen die Rekommunalisierung seiner Stromnetze voran. Ein Grund für die renommierte Zeitung "The Guardian", über die Energiepolitik zu berichten.

Einmalig, bewährt und effektiv – Das ist das Konzept der Bürger-Energiegenossenschaft in Wolfhagen. Seit 2003 hat die Stadt die Rekommunalisierung der Stromnetze vorangetrieben. Dafür erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, und das regionale sowie internationale Interesse an dem Konzept wurde immer größer, sagt Iris Degenhardt-Meister vom Vorstand der Bürger-Energiegenossenschaft (BEG).

Jetzt hat auch die renommierte britische Tageszeitung „The Guardian“ über Wolfhagens Energiepolitik berichtet, "um in England zu zeigen, wie es auch laufen kann." Im Fokus des Artikels von dem britischen Wirtschaftsjournalisten Aditya Chakrabottry stehen der Mut und die Willenskraft des damaligen Geschäftsführers der Wolfhager Stadtwerke Martin Rühl. Es sei seine Leidenschaft gewesen, die Menschen von dem Vorhaben zu begeistern. „Wenn es gut für Wolfhagen ist, ist es gut für uns“, erklärte Rühl gegenüber dem Guardian.

"Die Deutschen nennen es Rekommunalisierung, wir Engländer haben ein anderes Wort dafür: Wahnsinn," heißt es im Artikel.

Iris Degenhardt-Meister

In England wäre ein solches Konzept unmöglich, erklärt Iris Degenhardt-Meister. England sei von einem solchen Vorhaben weit entfernt – in London sind die Wasser- und Stromversorgung sowie die Bahnen privatisiert. Der Artikel solle den Engländern eine funktionierende Gegenbewegung zu ihrer jetzigen Energiepolitik zeigen, und das mit bewährten Beispielen.

Schon seit dem Jahr 2001 hat Wolfhagen die Stadtwerke vom Eigenbetrieb in eine GmbH umstrukturiert. Zwei Jahre später kam es zum Beschluss, die Stromnetze in den Stadtteilen zurückzukaufen. Damit gewährleistete die Stadt eine flexiblere Gestaltung der kommunalen Energiepolitik.

Knapp zehn Jahre später, es war ein weiter Weg, hat sich die Wolfhager Bürger-Energiegenossenschaft gegründet, die 25 Prozent der Anteile an den Stadtwerken erwarb. Die Bürger profitieren zu 25 Prozent von der jährlichen Gewinnausschüttung. Zu 75 Prozent profitieren die Stadtwerke und somit auch der Hausalt Wolfhagens, sagt sie.

Internationale Anfragen

„Unser Konzept ist mittlerweile ein medialer Selbstläufer“, erzählt Iris Degenhardt-Meister. Das Konzept, dass die Bürger selbst am Gewinn der Genossenschaft beteiligt sind, ist einzigartig, sagt sie. In den vergangenen Jahren seien viele Delegationen aus dem südeuropäischen Raum angereist, um sich das Wolfhager Modell anzusehen.

Sie selbst, als Mitglied des BEG-Vorstands, ist sogar bis nach Japan gereist, um das Wolfhager Energiemodell zu präsentieren. Und zuletzt sei sogar ein koreanisches Fernseh-Team zu Gast in Wolfhagen gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.