Gefahr von Wildunfällen ist hoch

Brunftzeit hat durch lange Wärmephase früher begonnen

Wolfhager Land. Durch die lange Wärmephase hat die Brunftzeit des Rehwildes in diesem Jahr etwas eher begonnen als üblich. Damit ist das Risiko von Wildunfällen enorm angestiegen.

Das Regierungspräsidium Kassel als Obere Jagdbehörde rät Auto- und Motorradfahrern deshalb zu besonderer Vorsicht.

Nicht nur in Waldgebieten sollten Verkehrsteilnehmer vom Gas gehen, sondern überall außerorts, warnt Uwe Zindel von Hessen Forst in Wolfhagen. Das Rehwild halte sich derzeit auch überall in Mais- oder Getreidefeldern auf und könne jederzeit auf die Straße laufen. „Auch wenn bereits Rehe die Straße überquert haben, kann um diese Zeit noch ein Kitz mit etwas Verzögerung nachkommen“, so Zindel. Durch die Brunftzeit queren Ricke und Bock im Rausch der Hormone kopflos die Straße. Hinzu kommen die Revierkämpfe der Jungtiere, die sich verfolgen und dabei ebenfalls zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden können.

Bisher 538 Unfälle im Kreis

Rund 15 000 Rehe fallen in Hessen jährlich dem Straßenverkehr zum Opfer. Durch die ländliche Prägung des Landkreises Kassel seien die Wildunfall-Zahlen im hessischen Vergleich hoch, erklärt Polizeipressesprecher Matthias Mänz. Bis Ende Juni gab es im Landkreis 538 Wildunfälle. Diese Zahl steigt in der sommerlichen Brunftzeit erfahrungsgemäß erheblich an. Im Vorjahreszeitraum zählte die Polizei von Januar bis Juni 550 Wildunfälle. Die Dunkelziffer ist laut Jagdverband bundesweit vier bis fünfmal so hoch, da nicht alle Wildunfälle gemeldet und auch Unfälle mit kleineren Tieren wie Fuchs oder Dachs nicht immer registriert werden.

Im Wolfhager Land ist die Zahl der Wildunfälle im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken. Laut Polizeistatistik gab es von Januar bis Juni 2017 175 Wildunfälle, in diesem Jahr waren es bisher 137.

Rubriklistenbild: © Deutscher Jagdverband

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