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Buchautor und Filmer Dirk Lindemann nun Ehrenbürger der Stadt Wolfhagen

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Von: Antje Thon

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Ist nun Ehrenbürger Wolfhagens: Dirk Lindemann (Dritter von links). Im Beisein seiner Ehefrau Bärbel wurde ihm durch den Ersten Stadtrat Karl-Heinz Löber und Stadtverordnetenvorsteher Christoph Lübcke (rechts) die Auszeichnung verliehen.
Ist nun Ehrenbürger Wolfhagens: Dirk Lindemann (Dritter von links). Im Beisein seiner Ehefrau Bärbel wurde ihm durch den Ersten Stadtrat Karl-Heinz Löber und Stadtverordnetenvorsteher Christoph Lübcke (rechts) die Auszeichnung verliehen. © Thon, Antje

Für Dirk Lindemann war es ein außergewöhnlicher Tag. Wolfhagens Stadtparlament hat dem 81-Jährigen am Donnerstagabend die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Wolfhagen – Damit ist er der einzige Bürger Wolfhagens, dem in den vergangenen Jahrzehnten diese herausragende Würdigung zuteilwurde. Lutz Kann und Ralph Mollerick, die die Ehrenbürgerschaft im Jahr 2013 erhalten hatten, stammten zwar aus Wolfhagen. Allerdings lebte der inzwischen gestorbene Kann in Berlin, Mollericks Heimat sind die USA.

Vor allem mit seinem unermüdlichen Schaffen als Heimatfilmer und Buchautor hat Dirk Lindemann seiner Heimatstadt einen großen Dienst erwiesen. Ihm ist es zu verdanken, dass das Wissen über Wolfhagens jüngste Vergangenheit und die historischen Zusammenhänge erhalten bleibt und für jedermann verfügbar ist. Mit seinen Publikationen habe er in bewundernswerter Art dazu beigetragen, dass dieser Schatz auch kommenden Generationen zur Verfügung steht, heißt es in der Begründung.

Laudator Dr. Jürgen Römer, einst Leiter des Regionalmuseums, bezeichnete das Schaffen Lindemanns als „wertvoll und wichtig“. Der Geehrte habe sich mustergültig und ehrenamtlich für seine Heimatstadt engagiert, die nicht zuletzt durch seine Arbeit sich als Heimatstadt auch in die Leben vieler anderer Menschen eingeprägt habe. „Er hat Heimat ausgestreut, und das ist auf fruchtbaren Boden gefallen.“

Bis zum heutigen Tag hat der Ippinghäuser 226 Dokumentarfilme größtenteils auf eigene Kosten erstellt. In ihnen geht es um das Leben, die Arbeit, die Feste, Traditionen und wesentlichen Ereignisse in der ehemaligen Kreisstadt. Die Sammlung bebildert die Nachkriegsjahre und reicht bis hinein in die Gegenwart – sie dürfte eine der umfangreichsten sein, die eine Stadt der Größe Wolfhagens in dieser Breite vorweisen kann.

Was Lindemann einst in einem seiner vielen Bücher, in dem Fall über den Wolfhager Maler Wilhelm Fischer, geschrieben habe, passe auch trefflich auf den zu Ehrenden, so Römer in seiner Laudatio. Fischer war offenbar geprägt von der „vorgelebten Bescheidenheit und Arbeitsfreude“ seiner Eltern – etwas, das auch Dirk Lindemann ausmache.

Nur so sei das Werk des Mannes zu erklären, das ein facettenreiches Porträt der traditionsreichen nordhessischen Kleinstadt ergibt, um das sie manche viel größere und moderne Stadt beneiden könne. Lindemann sei dabei in seiner langen Laufbahn zugleich als Filmer, Regisseur und Kameramann, als Cutter und Promoter seiner Heimatstadt aufgetreten.

Nach dem Beschluss über die Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch das Parlament hatte der 81-Jährige auch coronabedingt ein Jahr auf das festliche Zeremoniell warten müssen, dem die Musikschule Wolfhager Land am Donnerstagabend zu einer stimmungsvollen Kulisse verhalf. Bewegt und dankbar sei er über diese besondere Ehre, sagte Dirk Lindemann. „Für mich ist es unglaublich, auf einer Stufe mit den Herren von Uslar, von Buttlar, Kann und Mollerick zu stehen.“ Er sei sehr stolz, „denn es passiert nicht jeden Tag, die höchste Auszeichnung zu bekommen, die Wolfhagen zu vergeben hat“.

Erster Stadtrat Karl-Heinz Löber betonte in seinem Grußwort, dass die Stadt mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft sehr sparsam umgehe.

Dirk Lindemann sei ein würdiger Repräsentant Wolfhagens nach innen und außen, so Stadtverordnetenvorsteher Christoph Lübcke. „Was Sie machen, wirkt über Generationen hinweg.“ (Antje Thon)

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