Rechtschreibfehler auf Tafeln an der Hans Staden-Statue in Wolfhagen

Buchstaben auf Abwegen

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Über Hans Staden: Auf dieser Tafel wird der Lebenslauf Hans Stadens kurz dargestellt. Allerdings ist bei der Rechtschreibung einiges schief gelaufen.

Wolfhagen. Man weiß nicht, ob Hans Staden sauer gewesen wäre, wenn er die Tafel am Wolfhager Hospitalplatz gelesen hätte. An diesem Platz wurde dem Südamerika-Reisenden zu Ehren eine Statue errichtet und Tafeln zur Erklärung über das Leben und Wirken des deutschen Landsknechts errichtet.

Staden verfasste nach seiner Reiserückkehr (1555) in Wolfhagen die „Wahrhaftige Historia“. Dort, in der Erläuterung zur Person Stadens, gibt es nicht nur fehlende Buchstaben („Brasiien“), sondern auch falsch geschriebene Namen („Portogiesen“ statt Portugiesen und „Rio de Janero“ statt Rio de Janeiro).

„Wir lassen das jetzt erst mal so“, sagte Wolfhagens ehemaliger Bürgermeister Giselher Dietrich, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses „Hans-Staden-Denkmal“ ist.

Er schmunzelt auch ein bisschen dabei. „Wenn mir jemand sagt, dass er dort Fehler gefunden habe, heiße das ja auch, dass er es gelesen habe“, sagte Dietrich. Warum bei Brasilien das „L“ im Wort fehle und portugiesisch hier mit zwei o stehe, erschließe sich ihm nicht.

„Am Monitor war das L zu sehen, aber es wurde nicht mit in die Tafel gefräst“, sagte Dietrich. Bei Portugal sei offenbar schlichtweg nicht aufgefallen, dass es falsch geschrieben sei. Gefräst wurde die Tafel in einem Schülerprojekt in der Herwig-Blankertz-Schule in Wolfhagen.

Dietrich ist überzeugt, dass viele Leser die Fehler gar nicht finden, sondern überlesen. Dennoch seien er und die Arbeitsgruppe rund um die Staden-Figur zunächst sehr traurig gewesen. „Wir haben das sacken lassen und mussten eine Nacht darüber schlafen“, erklärte der ehemalige Bürgermeister. Dann habe man aber beschlossen, die Tafeln zunächst so zu belassen.

Eine Tafel koste allein 300 Euro. Und das sei der reine Materialwert. Für Dietrich ist nur wichtig, dass der Inhalt über Hans Staden nicht falsch dargestellt werde. Inhaltliche Fehler seien das aber nicht. Zu dritt sei der Text gelesen worden, aufgefallen sei nichts. „Keiner hat es entdeckt“, sagte Dietrich. Auch er habe die falsche Schreibweise bei Portugal offenbar überlesen.

Mittlerweile ist aber der Buchstabensalat Gesprächsthema in Wolfhagen. Auch im Regionalmuseum Wolfhager Land ist dieser Fauxpas angekommen. „Peinlich“, sagte Museumsleiterin Beate Bickel. Das könne in ihren Augen auch so nicht bleiben.

Das sieht auch Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake so. „Das werden wir besprechen“, sagte Schaake auf Anfrage der HNA. Spannend bleibe die Frage, wo der Fehler entstanden sei. Doch es gehe gar nicht um die Schuldfrage. „Wir wollen in den nächsten Wochen weitere Gespräche führen, um für Wolfhagen den Zusatz „Hans-Staden-Stadt“ zu erlangen. Wenn das klappt, dann können wir das auf keinen Fall so lassen. Wir haben noch viel vor“, erklärte Schaake.

Damit meint er, dass derzeit weitere Akteure gesucht werden, die in die Rolle des Hans Staden schlüpfen und so lebendige Stadtführungen anbieten. Das können laut Schaake auch gerne Frauen sein, die dann in die Rolle der Frau des Indianerhäuptlings von Tupinambá schlüpfen und dann aus ihrer Sicht erzählen, wie das damals mit Hans Staden war.

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