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Region Kassel-Land hält an Lebensmittel-Abholstationen in Dörfern fest

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Von: Antje Thon

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Lebensmittel aus dem Supermarkt.
Versorgung auf dem Land verbessern: Dafür wollen sieben Kommunen in sieben kleineren Dörfern Stationen schaffen, an denen Bewohner zuvor übers Internet bestellte Waren abholen können. © Jens Kalaene/dpa

Die Versorgung mit Lebensmitteln will ein Modellprojekt verbessern. Nun hat sich der Bund aus der Finanzierung zurückgezogen.

Wolfhagen – Aus der Idee, in sieben Dörfern der Region Abholstationen für Güter des täglichen Bedarfs aufzubauen, hat sich nun der Bund verabschiedet. Das hat Regionalmanager Carsten Petry vom Verein Region Kassel Land bestätigt. Der Verein mit Sitz in Wolfhagen treibt als Dienstleister für die Kommunen Bad Emstal, Fritzlar, Gudensberg, Niedenstein, Volkmarsen, Wolfhagen und Zierenberg das Vorhaben voran.

Wie Petry sagt, störe sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft daran, dass die ländliche Versorgung nicht anbieterneutral, sondern einzig über die Einzelhandelskette Rewe abgewickelt werden soll. Dabei habe man für die dörflichen Abholstationen, wie sie in Riede, Niederelsungen, Oelshausen, Lütersheim, Kirchberg, Ungedanken und Obervorschütz entstehen sollen, mehrere Handelsketten angefragt. Allerdings habe sich lediglich Rewe als Partner herauskristallisiert, der in das Konzept der „Lebens.Mittel.Punkte“ passe und der an einer Beteiligung interessiert sei. Der Verein bemühe sich nun darum, für das Vorhaben, in das neben Rewe auch die Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen eingebunden ist, finanzielle Unterstützung vom hessischen Umweltministerium zu bekommen.

Kern der „Lebens.Mittel.Punkte“ ist es, Versorgungslücken mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs gerade in ländlichen Regionen zu schließen. Über eine App sollen Kunden Zugang zu einem Online-Shop erhalten. In dem können auch regionale Erzeuger ihre Waren platzieren. Die bestellten Artikel sollen schließlich in einer Abholstation deponiert werden, in der die Waren bei Bedarf auch gekühlt werden können. Als Vorbild für die Idee dienen Gefrierhaus-Gemeinschaften, wie es sie einst in den Dörfern gab, als elektrische Gefrierschränke in den Haushalten die Ausnahme waren.

Im Februar dieses Jahres hatte der Verein Region Kassel Land dazu eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die vom Bund gefördert worden wurde. Im Vorfeld der Studie waren die Bewohner der sieben Dörfer nach ihren Wünschen und Bedarfen gefragt worden. Die Ergebnisse flossen in das Papier ein.

Nachdem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zunächst erklärt hatte, das Wolfhager Konzept als eine von fünf Studien unter insgesamt 15 Bewerbern auch während der Umsetzungsphase fördern zu wollen, hat es Anfang November diese Zusage wieder zurückgenommen. Den Kommunen fehlen nun 380 000 Euro Fördermittel und damit 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 475 000 Euro. Mit dem Geld wäre die zweijährige Pilotphase finanziell abgesichert gewesen. Regionalmanager Carsten Petry ist zuversichtlich, dass die „Lebens.Mittel.Punkte“ in den ausgewählten Dörfern dennoch umgesetzt werden. (Antje Thon)

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