Verbraucher zahlen am Ende die Maut

Für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen sind Bundesstraßen nun teurer

Neue Maut-Säulen: Die Ausweitung der Maut auf die Bundesstraßen für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen verursacht Kosten, die wohl an die Verbraucher weiter gereicht werden.
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Neue Maut-Säulen: Die Ausweitung der Maut auf die Bundesstraßen für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen verursacht Kosten, die wohl an die Verbraucher weiter gereicht werden.

Mit der Ausweitung der Maut auf alle Bundesstraßen müssen sich Verbraucher nun auf steigende Preise einstellen.

Denn die Mehrkosten, die Firmen mit Fahrzeugen ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen seit dem 1. Juli entstehen, sind ein durchlaufender Posten und werden mittelfristig an Kunden weitergereicht. Davon zumindest ist Gordon Güde überzeugt, der in Wolfhagen eine Lkw-Fahrschule betreibt.

Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen, rechnet mit Preissteigerungen von sieben Prozent. Das habe sich aus Gesprächen mit Fuhrunternehmen und Mitgliedsbetrieben ergeben. Firmen, die noch über alte Verträge an Kunden gebunden seien, könnten die Kosten nicht einfach weiterreichen. „Verträge sind Verträge“, sagt Lieberknecht. Letztlich sei die Maut, die nun für alle 52.000 Kilometer Bundesfernstraßen gilt, nicht über Nacht gekommen.

Lkw-Fahrten müssen gemeldet werden

Im Wolfhager Land gilt die Straßenbenutzungsgebühr neben der A 44 auch für die Bundesstraßen 7, 251 und 450. Lkw, die auf diesen Straßen unterwegs sind, müssen entweder mit einer On-Board-Unit (OBU) ausgestattet sein, die per Funk die Daten übermittelt. Alternativ können die Unternehmen die Fahrten ihrer Lkw über mautpflichtige Straßen auch online melden.

Seit Juli zahlt Gordon Güde für die Strecke Wolfhagen – Kassel und zurück nach dem aktuellen Tarif von 16 Cent pro Kilometer neun Euro. Bis zum 30. Juni war es die Hälfte. Der Wolfhager Unternehmer hofft, dass der Bund die Mehreinnahmen aus der Maut in die kaputten Straßen investiert. 

Auch fordert er nun, für Lkw gesperrte Straßen, wie die B7 in Richtung Eisenach, freizugeben. Und auch das Nachtfahrverbot für Brummis etwa auf der B3 zwischen Borken und Cölbe und der B 252 bei Diemelstadt müsse aufgehoben werden. 

Kein Ausweichen auf Landesstraßen

Da die Maut in Zukunft auf allen Bundesstraßen inklusive der Ortsdurchfahrten erhoben wird, sei zu erwarten, dass Ausweichverkehre noch weiter auf die Autobahnen zurückverlagert werden, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums auf eine HNA-Anfrage. 

Mit einer nennenswerten Verlagerung auf Landstraßen werde nicht gerechnet, da die Kostenersparnis bei der Maut die zusätzliche Fahrzeit nicht aufwiege. Das hätten auch die Erfahrungen bei der Einführung der LkwMaut auf den Autobahnen gezeigt: Mautausweichverkehre stellten kein Flächenproblem dar, Mautausweichreaktionen seien nur auf vereinzelten, meist gut ausgebauten Streckenabschnitten festzustellen, die aufgrund ihres Ausbauzustands diesen Verkehr auch aufnehmen können.

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