Kultur

Buntes Programm von Anna Mateur im Kulturladen in Wolfhagen

Seit 2003 tourt sie als Sängerin, Texterin, Schauspielerin und Zeichnerin mit ihrer Formation „Anna Mateur and the Beuys“ im deutschsprachigen Raum. Morgen kommt Anna Mateur in den Wolfhager Kulturladen.
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Seit 2003 tourt sie als Sängerin, Texterin, Schauspielerin und Zeichnerin mit ihrer Formation „Anna Mateur and the Beuys“ im deutschsprachigen Raum. Morgen kommt Anna Mateur in den Wolfhager Kulturladen.

Sie ist die erste Künstlerin, die unter Pandemiebedingungen im Wolfhager Kulturladen auftritt: Anna Mateur. Wir haben die Dresdnerin interviewt.

Wolfhagen – Was die Besucher morgen Abend ab 20 Uhr bei ihrem Programm „Kaoshüter“ erwartet, lässt die Jazzsängerin, Texterin, Zeichnerin, Komikerin, Schauspielerin und Radiokolumnistin aus Dresden weitestgehend offen, wie sie in unserem Interview zeigt. Dass sie aber viel Humor hat, wird bereits im Interview mit der HNA deutlich.

Waren Sie schon einmal in Wolfhagen?
Nein, aber ich habe einen irischen Wolfshundmix, zählt das?
Wolfhagen ist ja eher eine kleine Stadt – Sind Sie sonst größeres Publikum gewöhnt?
Ich bin am Stadtrand von Dresden aufgewachsen. Mit 16 Jahren aufs Land gezogen. Ich habe nichts gegen kleine Städte, im Gegenteil: Selbst große Städte wie Berlin, kann man in ihrer Größe doch gar nicht erfassen, es sei denn, man flöge mit einer Drohne drüber. Berlin teile ich auch in lauter kleine Dörfer auf: Das Dörfchen Kreuzberg, das Dörfchen Neukölln.
Haben Sie noch Lampenfieber vor Ihren Auftritten?
Mal mehr, mal weniger. Je seltener man spielt, umso größer das Fieber. Manchmal ist es auch nur ein Beistelltischlampenfieber, manchmal auch ein Stadionscheinwerferfieber. Auch wenn man nur auf der kleinen Bühne spielt, aber die Leute sitzen dann intim nah, da kann man sich weniger verstellen.
Was erwartet die Besucher morgen Abend im Kulturladen bei Ihrem Programm „Kaoshüter“?
Tanzen. Singen. Geschichten erzählen. Spontanen (spontan sein).
Wie sind Sie auf den Namen „Anna Mateur“ gekommen?
Der Name fand mich, als ich amateurhaft animierend an einer Gerüststange Pooldancte.
Wen wollen Sie mit Ihrer Kunst erreichen, was wollen Sie bewirken?
Ja, ich gehöre noch zu den Idealisten, die versuchen eine Lanze für das Chaos zu brechen. Ich denke, wir hangeln uns zu sehr an der Ordnung und ihren Stellvertretern Kontrolle, Sicherheit, Pathos, Tradition etc. entlang – gerade in Krisenzeiten setzt man auf Altbewährtes. Aber auch so bekommt man kein Handwerkszeug in den Schulen mit, wie man denn eigentlich mit Chaos umgeht.
Wie fühlt man sich als Frau in der Branche und wie wird man dort angenommen? Gibt es dort viele Frauen?
Es gibt sehr viele Frauen in der Branche. Ich fühle mich wohl, weil es wirklich für alle und jeden etwas gibt! Hau-den-Lukas-Comedy, Subtilere intellektuelle Späße, absurde Kollegen, schwarzen Humor, wachrüttelnde anarchische Meister, unpointierte flüchtige Komik – es gibt Musik, Literatur, Finger-in-den-Po, alles! Man kann auch fragen: Wie viele Dicke gibt es, oder wie viele Improvisateure gibt es? Je nachdem in welchen Pott man hineinschauen möchte. Ich fühle mich wohl und schwimme von Pott zu Pott – ich kiffe übrigens nicht, wenn ich Pott schreibe meine ich Pott. (Lea-Sophie Mollus)

Zur Person

Anna Mateur (44), bürgerlich Anna Maria Vogt, geb. Scholz, wurde 1977 in Dresden geboren. Sie studierte Musik, hätte sich laut eigener Aussage aber lieber für Grafik oder Schauspiel beworben. Mit ihrer Formation „Anna Mateur and the Beuys“ ist sie seit 2003 im deutschsprachigen Raum unterwegs. Neben der „Dresdnerin des Jahres“, wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Kabarettpreis, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem begehrten Publikumspreis „Marlene“ ausgezeichnet. 2015 veröffentlichte Mateur ihr erstes selbstgezeichnetes Buch: den Wehwehschen-Atlas, ein Bilderbuch für Erwachsene. 

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