„Die Enttäuschung ist groß“

Campingplätze, Hotels und Restaurants müssen im Wolfhager Land weiter geschlossen bleiben

Marko Kuhaupt steht in einem leeren Hotelzimmer
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Marko Kuhaupt, Inhaber von Landhotel Mulot in Leckringhausen, darf derzeit keine Gäste in seinem Hotel empfangen.

Der Corona-Lockdown wird nochmals verlängert, und über Ostern soll es Verschärfungen geben – das war das Ergebnis der Bund-Länder-Gespräche am Montag. Für Restaurants, Hotels und Campingplätze im Wolfhager Land heißt das, dass sie weiterhin geschlossen bleiben müssen.

Wolfhager Land – Marko Kuhaupt, Inhaber von Landhotel Mulot und Gaststätte Kuhaupt in Wolfhagen, hat nichts anderes von den Corona-Beschlüssen erwartet. „Für mich war es klar, dass wir auch über Ostern nicht aufmachen.“ Das bedeutet für ihn, dass er weiterhin nur einen Abholservice anbieten kann. „Wir müssen die Beschlüsse einfach so hinnehmen, man kann sowieso nichts daran ändern, und der Abholservice von unseren Speisen läuft zudem weiterhin gut“, so Kuhaupt.

Er betont, dass wenn es Lockerungen über Ostern gegeben hätte, dann hätte er wahrscheinlich trotzdem die Türen von seiner Gaststätte geschlossen gelassen. „Wir müssen auch uns selbst schützen, und für die Menschen ist es doch viel angenehmer die Speisen abzuholen und zu Hause zu essen.“ Dennoch muss er feststellen, dass ihm die Feiern in seiner Gaststätte fehlen.

Odette Bettermann, Inhaberin von Camping in Naumburg, kann den neuen Regelungen nicht so gelassen ins Auge sehen. „Es ist wirklich unvorstellbar, warum Campingplätze immer noch zu bleiben müssen.“ Sie hatte große Hoffnungen, dass sie über Ostern wieder aufmachen dürfen und daher war die Enttäuschung nach dem Bund-Länder-Gespräch für Bettermann doppelt so groß. Die Inhaberin erklärt, dass sie schon im ersten Lockdown einen Kredit aufgenommen hatte, um über die Runden zu kommen. „Hätten wir diesen Kredit nicht genommen, dann wären wir jetzt pleite.“ Die Corona-Hilfen für Unternehmen habe sie auch beantragt, aber für dieses Jahr sei noch kein Geld geflossen. Bettermann hofft nun, dass sie zum 1. Mai öffnen darf. „Wir brauchen einfach die Sommersaison.“

Odette Bettermann, Betreiberin von Camping in Naumburg, darf weiterhin keine Camper in Empfang nehmen. Ihr Campingplatz muss auch über Ostern geschlossen bleiben.

Aus den Corona-Beschlüssen ging hervor, dass Urlaub auf Mallorca trotz steigender Infektionszahlen weiter möglich sein soll. Grundsätzlich seien daher die Anfragen wieder gestiegen – im Gegensatz zu den vergangenen Monaten, bestätigt Geschäftsführer Klaus Spohr vom Derpart Reisebüro Wimke in Wolfhagen. Doch einige Kunden stornieren ihre Reisen dann doch wieder wegen der zusätzlichen Kosten der Corona-Tests. Das Reisebüro rechnet für die nächsten Tage mit vermehrten Stornierungen für die gebuchten Touren für die Ostertage, wegen der anhaltenden Schließungen von Unterkünften innerhalb Deutschlands. Ob es an den Feiertagen rund um Ostern klassische Gottesdienste in den Kirchen geben wird, ist unterdessen noch offen.

Die auf dem Corona-Gipfel formulierte Bitte von Bund und Ländern, religiöse Versammlungen in der Osterzeit nur virtuell durchzuführen, habe die Evangelische Kirche sehr überrascht, sagt Dr. Anja Berens von der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck auf Anfrage der HNA. Betroffen wäre das für Christen höchste Fest und das zum zweiten Mal. Voriges Jahr mussten evangelische und katholische Christen auf den Kirchgang zu Ostern verzichten.

Im ersten Lockdown waren die Gottesdienste untersagt. „Wir werden nun die weiteren angekündigten Gespräche abwarten und um Erläuterung bitten, warum unsere bewährten Hygienekonzepte nun nicht mehr ausreichen sollen“, sagte die Sprecherin der Landeskirche.

Ähnlich sieht die Situation bei den Katholiken aus. Das Bistum Fulda warte noch auf die Gespräche mit der Landesregierung, im Dekanat werde man sich heute besprechen, teilte Pastoralreferent Stefan Ahr von der katholischen Kirche in Kassel mit.

Selbst wenn es keine offizielle Vorgabe aus Fulda geben sollte, würden viele Gemeinden vermutlich der Bitte um Verzicht auf Live-Gottesdiensten folgen, sagte Stefan Ahr. (Lea Beckmann)

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