Sie wollen gemeinsamen Neubau mit Bad Arolsen

CDU-Kreistagsfraktion macht Vorschlag für Alternative zur Klinik auf dem Ofenberg

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Ungenutzt: Die Gebäude im Bereich des Vorwerks auf dem Gelände der Pommernanlage stehen seit Jahren leer. Für die CDU-Kreistagsfraktion könnte hier ein Klinikneubau entstehen.

Wie kann man ein stationäres medizinisches Angebot in Wolfhagen dauerhaft erhalten? Diese Frage will die CDU-Kreistagsfraktion Kassel-Land diskutieren.

Diese Frage will die CDU-Kreistagsfraktion Kassel-Land bei der nächsten Kreistagssitzung am 9. Dezember diskutieren. Ihr Vorschlag dazu: Die Krankenhausversorgung für Wolfhagen und Bad Arolsen soll durch einen Klinikneubau gebündelt werden.

Dazu, so heißt es im Dringlichkeitsantrag der CDU-Kreistagsfraktion, sollen die Krankenhäuser Bad Arolsen und Wolfhagen an ihren bisherigen Standorten geschlossen und an einem neuen Standort zusammengefasst werden. Als Ort für den Krankenhausneubau schlägt die CDU die Pommernanlage in Wolfhagen vor.

Neu ist der Vorschlag der Kreis-CDU nicht: Ende September hatte die Wolfhager CDU einen solchen Vorschlag in der Stadtverordnetensitzung eingebracht. Der Antrag wurde damals in die Ausschüsse überwiesen.

Kreis-CDU will bei Klinik Wolfhagen nicht abwarten

Abzuwarten, bis Landrat Uwe Schmidt dem Kreistag wie angekündigt in der Februar-Sitzung einen Lösungsvorschlag vorlege, sei angesichts der engen Zeitschiene, die die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) mit ihrer Schließungsabsicht für Mitte 2020 vorgegeben habe, mehr als riskant, erläutert Andreas Mock, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, den Antrag.

„Bei einer Verminderung der Fallzahlen der GNH im Jahr 2018 um 3207 Fälle muss ein Defizit nicht nur in Wolfhagen, sondern auch in Bad Arolsen entstanden sein“, ergänzt der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Alexander Lorch die Ausführungen zum Antrag. Ein Rückgang der stationären Behandlungen in dieser Größenordnung sei mit erheblichen Millionenverlusten an Einnahmen verbunden. Dem gelte es entgegenzuwirken.

Allerdings: Laut der Zahlen, die die GNH auf ihrer Website veröffentlicht hat, gab es weder 2017 noch 2018 ein Defizit in Bad Arolsen. Das Krankenhaus schloss in beiden Jahren mit einem leicht positiven Ergebnis ab. Laut Mitteilung der Holding aus dem Juni habe das Weaning-Angebot (Entwöhnung von der Langzeitbeatmung) zu diesem positiven Ergebnis beigetragen. Dies soll in den kommenden Monaten weiter gestärkt werden.

GNH äußert sich nicht zum CDU-Vorschlag

Die GNH wollte sich gestern mit Verweis auf die einstweilige Verfügung des Landkreises, die es der GNH verbietet, die Schließung der Kreisklinik in Wolfhagen voranzutreiben, nicht zum Dringlichkeitsantrag äußern. Als der GNH-Aufsichtsrat im September die Neuausrichtung der Holding beschlossen hatte, sah diese allerdings vor, dass die stationäre Versorgung nach Bad Arolsen verlagert wird, wenn das Krankenhaus in Wolfhagen geschlossen wird. Dies würde eine bessere Auslastung der Klinik im Nachbarlandkreis bedeuten. An diesen Plänen dürfte sich seither nichts geändert haben.

Bad Arolsen sieht keinen Anlass für Standortfrage

Davon geht man auch in Bad Arolsen aus. „Aus Sicht der Stadt besteht kein Anlass, die Standortfrage zu stellen. Insoweit verweise ich auf die positive Analyse des Vorstands der GNH zu den Zukunftsperspektiven für das Krankenhaus Bad Arolsen“, so Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Die Klinik in Wolfhagen ist aus Sicht von Peter Grunwald wichtig für Senioren.

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