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Cellistin Noémie Klages trat mit G20 Orchester in Indonesien auf

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Von: Ursula Neubauer

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Cellistin Noémie Klages im indonesischen Gewand, in dem sie beim Konzert des Jugendorchesters zu Ehren des G20 Kulturgipfels auf Java aufgetreten ist.
Cellistin Noémie Klages im indonesischen Gewand, in dem sie beim Konzert des Jugendorchesters zu Ehren des G20 Kulturgipfels auf Java aufgetreten ist. © Ursula Neubauer

Noémie Klages ist wieder zuhause in Wolfhagen und noch ganz benommen von den Eindrücken einer musikalischen Reise im September nach Indonesien.

Wolfhagen - „Das war die Reise meines Lebens“, sagt die 22-Jährige, „ich habe klassische Musik in einem internationalen Orchester gespielt, ein bis dahin unbekanntes Land näher kennengelernt und viele neue Freunde gewonnen“. Alles begann mit der Anfrage des Deutschen Musikrates, der zwei Musiker aus dem Bundesjugendorchester für ein Konzert in Indonesien mit einem neuen G20 Jugendorchester suchte. Noémie bewarb sich und wurde zusammen mit Kai Gabel aus Worms als einzige deutsche Teilnehmer angenommen. Sie bekam viele E-Mails und Noten nach Hause geschickt, um sich damit auf das einzige Konzert in Magelang auf der Insel Java (Indonesien) in Verbindung mit dem G20 Kulturgipfel vorzubereiten. Und am ersten September begann mit dem Flug ihr Abenteuer Indonesien.

„Das erste, was uns bei der Ankunft in Jakarta zu schaffen machte, war das feucht-schwüle Wetter“, erzählt Noémie Klages. Ungewohnt sei auch das Kamerateam gewesen, dass die Musiker während des gesamten Aufenthaltes für einen Dokumentarfilm begleitet hätte. So langsam begriff die junge Deutsche, dass dieses Konzert eine große musikalische und politische Angelegenheit in Indonesien war.

Als Höhepunkt zum Treffen der Kulturminister der G20 Staaten gaben die jungen Musiker ein Konzert vor dem buddhistischen Borobudur Tempel (seit 1991 Weltkulturerbe) auf Java. Initiator war der indonesische Komponist und Pianist Ananda Sukarlan, der mit diesem Konzert die musikalische Vielfalt der Kulturen und Nationen auf der ganzen Welt verbunden mit dem Geist der Gemeinschaft präsentieren wollte. Und den Geist der Gemeinschaft hat das Orchester schon bei den Proben gespürt.

„Es war unglaublich. Wir waren siebzig junge Musiker, je zur Hälfte aus Indonesien und zur Hälfte aus anderen Staaten, die sich größtenteils noch nie begegnet waren und in dieser Zusammensetzung noch nie gemeinsam gespielt hatten, und wir haben von Anfang an harmoniert“, sagt die Studentin der Folkwang Universität der Künste in Essen. Neben den Proben hatten die jungen Leute noch genügend Zeit, das Land kennenzulernen, und zwar mithilfe der indonesischen Musiker des Orchesters, die unglaublich gastfreundlich und warmherzig waren. Sie zeigten ihnen nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern luden sie auch zu sich nach Hause zum gemeinsamen Essen ein.

Laut Noémie hätten die Europäer mit dem Essen allerdings einige Schwierigkeiten gehabt, denn es sei unglaublich scharf gewesen. „Am Ende des zweiwöchigen Aufenthaltes waren wir wirklich wie eine große Völker verbindende Familie, meint die Cellistin. Das hätten sogar die zwei russischen Musiker erfahren, die anfangs sehr verschlossen waren, doch dann immer mehr auftauten und ganz und gar gegen Putins Krieg in der Ukraine waren.

Seit Mitte des Monats September ist Noémie Klages von ihrer Reise aus Indonesien zurück. Doch laut ihrer Eltern Virginie Allegret-Klages und Malte Klages ist sie noch gar nicht richtig in Deutschland angekommen, sondern mit E-Mails und vielen Anrufen mit ihren neuen Freunden aus aller Welt beschäftigt.

Von Ursula Neubauer

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