Peter Grunwald verlässt das Seniorenzentrum 

Sie sind seine Familie geworden - Grunwald verlässt schweren Herzens das Seniorenzentrum 

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Trauriger Abschied: Die Senioren Gertrud Hördemann (von links), Pflegedienstleiterin Jutta Volkwein, Erika Abel, Gerda Binding, Fritz Lauterbach und Käthe Gutschank bedauern, dass Peter Grunwald (Dritter von rechts) die Einrichtung verlässt.

Bewohner und Mitarbeiter der Wolfhager Seniorenresidenz sind seine Familie geworden: Nur schweren Herzens verlässt Geschäftsführer Grunwald deshalb die Wolfhager Seniorenresidenz.

„Aus familiären und gesundheitlichen Gründen wechsele ich zum wohnortnäheren Aschrott-Altersheim in Kassel“, sagt er. Dieser Job sei ihm angeboten worden, er habe nicht aktiv danach gesucht.

Wenn Peter Grunwald durch die Einrichtung geht, begrüßt er jeden Mitarbeiter und jeden Bewohner und Mieter der Wohnungen persönlich. Manche der älteren Leute wollen ihn gar nicht mehr loslassen, der 55-Jährige ist ein nahbarer Chef. Wie wichtig ihm Wertschätzung ist betont er immer wieder. Erst Recht in einer Zeit, in der Pflegepersonal rar ist.

Eine Einrichtung, die gut aufgestellt ist 

„Seniorenheime müssen attraktiv für Bewohner und Mitarbeiter sein. Dabei ist vor allem ein vertrauensvoller Umgang wichtig.“ So hat er gemeinsam mit seinem Team vieles angeschoben, was Mitarbeiter bindet. Zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, vernünftige Bezahlung oder Gesundheitsvorsorge. Heute könne er eine Einrichtung übergeben, die gut aufgestellt sei.

Grunwald warnt vor dem Arbeitskräftemangel in der Altenpflege 

Das war nicht immer so. Als er die Leitung der Einrichtung vor sieben Jahren übernahm, galten Notregelungen. Die Sanierung des Zentrums hatte die Geldreserven aufgebraucht. Um den Betrieb überhaupt weiterführen zu können, wurden damals zehn Prozent des Gehaltes der Mitarbeiter einbehalten. Die Bettenzahl musste wegen Personalnot von 156 auf 141 Betten verringert werden, weil aus Sicht von Grunwald sonst die Betreuung der Senioren gelitten hätte. Zur wirtschaftlich gesunden Führung der Einrichtung gehörten deshalb immer wieder schmerzliche Erhöhungen des Pflegesatzes. „Die Politik muss da endlich reagieren“, sagt Grunwald, der, was das betrifft, nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Die von der Politik und den Kostenträgern vorgegebenen Rahmenbedingungen seien Teil des Problems. Seit Jahren warnt Grunwald vor dem sich zuspitzenden Arbeitskräftemangel in der Altenpflege.

Drohende Schließung der Kreisklinik liegt Grunwald schwer im Magen 

Auch die drohende Schließung der Kreisklinik liegt ihm bei seinem Weggang schwer im Magen. „Man kann eine Stadt nicht leerbluten lassen. Gerade die Senioren brauchen eine wohnortnahe Versorgung.“ Die anonyme Umgebung der Kasseler Krankenhäuser sorge dafür, dass die Senioren verwirrt zurück in die Einrichtung kämen, befürchtet Grunwald.

Das Wolfhager Seniorenzentrum wird ab 1. April zunächst von Pflegedienstleiterin Jutta Volkwein geleitet. Eine Stellenausschreibung ist vorgesehen. Peter Grunwald verschwindet am 1. April noch nicht ganz. Über ein Vierteljahr habe er noch einen Beratervertrag zur Einarbeitung seines Nachfolgers unterschrieben.

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