Nach dem Vorbild der Isetta

Christian Carl restauriert in seinem Betrieb einen 64 Jahre alten Oldtimer

Christian Carl hat noch viel Arbeit vor sich, bevor das Gestell wieder nach einem BMW 600 aussieht.
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Christian Carl hat noch viel Arbeit vor sich, bevor das Gestell wieder nach einem BMW 600 aussieht.

Christian Carl restauriert in seinem Betrieb in Altenhasungen einen Oldtimer aus dem Jahr 1957.

Altenhasungen/Dörnberg – 2,90 Meter kurz, 1,40 Meter breit und gerade mal knappe 1,38 hoch. So steht es da: Das kompakte Grundgestell des BMW 600 aus dem Jahr 1957. Dieser waschechte Oldtimer wird aktuell von Christian Carl restauriert.

In seinem Betrieb „Karosseriebau CARL“ in Altenhasungen arbeitet der 30-Jährige seit zwei Monaten daran, das Auto – oder das, was davon übrig ist – auf Vordermann zu bringen. In ganz Deutschland gibt es nur noch 116 angemeldete Oldtimer dieses Typs, die optisch zwischen einer BMW Isetta und einem Kleinbus angesiedelt sind. Trotz der vielen Zeit und Arbeit, die er in eine solche Restauration stecken muss, ist Christian Carl mit ganzem Herzen bei der Sache.

Alles wird von Hand gemacht. Das Auto wird in seine Einzelteile zerlegt, sodass am Ende nur noch das nackte Gerüst zu sehen ist. „Teilweise muss man Bleche für die Wagen anfertigen, weil sie nicht mehr produziert werden“, sagt Carl. Dafür wird das Blech zugeschnitten und in eine Form getrieben. Ungefähr sechs Monate braucht Christian Carl für die Restauration des BMW 600. Das sei aber von Auto zu Auto unterschiedlich. Das Besondere an seinem Betrieb ist, dass er seit 2019 einer von circa 70 zertifizierten Fachbetrieben für historische Fahrzeuge in Deutschland ist.

Für Carl bedeutet das, dass er mindestens einen Oldtimer im Jahr restaurieren muss. „Das ist kein Problem für mich. Im Moment arbeite ich an vier Restaurationen“, erklärt er stolz. „Es ist meine Leidenschaft. In jeder freien Minute arbeite ich an den Projekten.“, erzählt Carl.

Das Restaurieren ist nämlich nicht das Einzige, womit der Autoliebhaber sein Geld verdient. Mitte April übernimmt er den Betrieb „Autotechnik Triebstein“ in Dörnberg, da dessen vorheriger Inhaber letztes Jahr verstarb. Viel verändern wird sich dort allerdings nicht. Der Meister im Karosserie- und Fahrzeugbau und im Fahrzeuglackierhandwerk hat alle Mitarbeiter übernommen und will die Werkstatt größtenteils so lassen, wie sie ist und im Sinne des Vorbesitzers weiterführen.

Nicht, dass „Kraftfahrzeugtechnik CARL“ und „Karosseriebau CARL“ genug Arbeit wäre: Der Oelshäuser, der sich 2019 selbstständig gemacht hat, betreibt außerdem ein Sachverständigenbüro in Wenigenhasungen. Zudem sitzt er im Prüfungsausschuss für Karosserie- und Fahrzeugbauer und Fahrzeuglackierermeister. Zudem ist er Dozent an der Meisterschule.

Insgesamt beschäftigt der 30-Jährige in seinen Betrieben sechs Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Trotzdem ist er auf der Suche nach neuen Fachkräften. (Clara Pinto)

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