Einsegnungen erst im Sommer

Corona beeinflusst erneut Konfirmationen im Wolfhager Land

Am 10. Juli wird in Zierenbergs katholischer Kirche Heilig Kreuz Erstkommunion gefeiert: Eine Mehrheit der Eltern hatten sich aufgrund der Pandemie für eine Terminverschiebung ausgesprochen.
+
Am 10. Juli wird in Zierenbergs katholischer Kirche Heilig Kreuz Erstkommunion gefeiert: Eine Mehrheit der Eltern hatten sich aufgrund der Pandemie für eine Terminverschiebung ausgesprochen.

Die anhaltende Corona-Pandemie wirkt sich erneut auf geplante Konfirmationen in der Region aus. Einsegnungen sollen erst im Sommer stattfinden.

Wolfhager Land – Während die Gottesdienste in den meisten Orten erst im Sommer stattfinden sollen, hat man sich laut Pfarrer Sven Wollert vereinzelt auf frühere Termine festgelegt.

„In Sand bleibt es beispielsweise beim Termin am 2. Mai, hinzugekommen sind Termine im Juni“, so der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen. In Oberlistingen seien die Konfirmationen bereits für den 25. April vorgesehen, während in Breuna noch alles offen sei. Sowohl im Frühjahr als auch im Sommer wird laut Wollert in Dörnberg Konfirmation gefeiert, hier nämlich müssen gleich zwei Jahrgänge berücksichtigt werden, neben dem aktuellen und auch der, der im vergangenen Jahr an der Reihe gewesen wäre und aufgrund der Pandemie verschoben wurde.

Sven Wollert: Pfarrer

Wann auch immer die Jugendlichen im Wolfhager Land in diesem Jahr ihren großen Tag feiern, sie werden es unter besonderen Bedingungen tun. „Hier greifen wir auf die Erfahrungen hinsichtlich der Hygienekonzepte zurück, die – auch vor dem Hintergrund der Virusmutationen – durch staatliche Anordnung, landeskirchliche Empfehlung und Beschlüsse der Kirchenvorstände vor Ort allseits geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Komplett digitale Lösungen hält Wollert für „sehr unwahrscheinlich“, hybride Formen hingegen seien angesichts der aktuellen Situation zu erwarten, wie schon bei Konfirmationen im vergangenen Jahr und anderen Amtshandlungen wie Taufen und Beerdigungen bereits erprobt.

Die Konfirmandenarbeit findet laut Wollert überwiegend im Distanzunterricht statt. Zudem sei für den aktuellen und teilweise auch den nächsten Jahrgang die Konfirmandenzeit an einigen Orten schon komplett an das achte Schuljahr gekoppelt mit Beginn nach den Sommerferien und der Konfirmation zum Ende des Schuljahres. „Dadurch entfällt in diesem Jahr in vielen Orten hoffentlich der zermürbende Prozess des Verschiebens und Neufindens von Terminen.“

Hygieneregeln sind einzuhalten

In allen Kirchen des Kirchenkreises sind die Hygieneauflagen einzuhalten. Dazu gehören neben dem Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern, das Hinterlassen von Kontaktdaten, Handdesinfektion sowie das Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Bedeckung, die mitzubringen ist. Es dürfen nur ausgewiesene Plätze eingenommen werden, wobei Hausgemeinschaften zusammensitzen dürfen. Gemeindegesang ist untersagt. kirchenkreis-hofgeismar-wolfhagen.de 

Interview: Corona drängt Erstkommunionfeiern in den Sommer

Auf Nummer sicher geht die katholische Kirche und hat die eigentlich fürs Frühjahr vorgesehenen Erstkommunionfeiern im Pastoralverbund St. Heimerad Wolfhager Land wegen der Corona-Pandemie verschoben. Wir haben mit Gisela Mihm, Gemeindereferentin im Pastoralverbund St. Heimerad Wolfhager Land, über die Auswirkungen gesprochen.

Wie wirkt sich die anhaltende Pandemiesituation auf die Erstkommunionfeiern im Wolfhager Land aus?
Gisela Mihm: Im Februar wurde unter den Eltern über eine Verschiebung der Erstkommunion-Termine abgestimmt. Dabei zeigte sich eine deutliche Mehrheit für die Verschiebung in den Sommer. Die Hoffnung, dass bis dahin die Großeltern und andere Risikogruppen geimpft sind, und dass dann große Familienfeiern wieder erlaubt sind, dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben. So beginnen die Erstkommunionfeiern im Pastoralverbund am Samstag, 26. Juni, um 10 Uhr mit der Erstkommunionfeier in St. Maria Wolfhagen. Am Sonntag, 4. Juli, um 8.30 Uhr und 11 Uhr folgt St. Marien Volkmarsen. Heilig Kreuz in Zierenberg feiert am Sonntag, 4. Juli, um 10 Uhr, und den Abschluss bildet St. Crescentius in Naumburg mit den Feiern am 10. und 11. Juli, jeweils um 10 Uhr.
Was hat sich im Umgang mit der Thematik seit vergangenem Jahr konkret verändert? Wie nutzen Sie beispielsweise neue Erkenntnisse hinsichtlich des Umgangs mit dem Virus?
Mihm: Zurzeit finden alle Gottesdienste auf Basis eines umfassenden Hygienekonzeptes statt. Maßnahmen zur Desinfektion, Kontaktnachverfolgung, Masken, Verzicht auf Gemeindegesang und Abstandsregeln stellen dabei nur einen Teil der Maßnahmen dar. Da wir damit rechnen müssen, dass die erlaubte Zahl an Gottesdienstbesuchern auch im Sommer noch beschränkt ist, haben wir die Kinder in Volkmarsen und Naumburg jeweils auf zwei Termine aufgeteilt.
Sind Alternativen zur Verschiebung diskutiert worden?
Mihm: Im vergangenen Jahr ist die Erstkommunion bereits unter Corona-Bedingungen gefeiert worden. Daher war es durchaus eine Option, zu den ursprünglich geplanten Terminen kurz nach Ostern zu feiern. Eine große Mehrheit der Eltern hat sich aber für die Terminverschiebung ausgesprochen. An welchem Termin die Erstkommunion genau stattfindet, dürfte für Kinder dabei weniger interessant sein als die Frage, ob Oma und Opa gefahrlos mitfeiern können. Wichtig erscheint mir aber, dass es bezüglich des Termins Gewissheit gibt. Weitere Terminverschiebungen kann ich mir daher nicht vorstellen.
Wie findet aktuell die Kommunionkatechese statt?
Mihm: Nach Verhängung des Lockdowns gab es anfangs Aufgaben per E-Mail, die die Kinder mit ihren Eltern durcharbeiten sollten. Seit einiger Zeit findet die Kommunionkatechese nun aber in Form von Videokonferenzen statt. Natürlich ist dies kein Vergleich zu persönlichen Treffen und gemeinsam erlebten Wochenenden. Die Kinder können sich aber sehen und ihnen wird deutlich, dass sie gemeinsam auf dem Weg sind. Es zahlt sich nun aus, dass wir in der Erstkommunionvorbereitung auf ein Buch setzen, das allen Kindern zur Verfügung steht. Die Kleingruppen wurden für die Videokonferenzen beibehalten und werden ebenfalls durch Katechetinnen begleitet. Während man früher für jeden Film aufwendig Technik herbeischaffen musste, ist es nun sogar viel einfacher, Filme einzusetzen. Neben den Gruppenstunden spielen auch Familiengottesdienste und Aktionen der jeweiligen Kindergottesdienstteams in der Vorbereitung eine große Rolle.
Giesela Mihm: Gemeindereferentin im Pastoralverbund St. Heimerad Wolfhager Land

Zur Person

Gisela Mihm wurde 1973 in Hünfeld geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach dem Studium der Religionspädagogik an der Katholischen Fachhochschule in Paderborn absolvierte sie ihr Anerkennungsjahr in St. Johannes Bosco in Lohfelden und ihre Assistenzzeit in St. Marien Volkmarsen. Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als Gemeindereferentin in St. Marien Volkmarsen und seit 2010 für den Pastoralverbund St. Heimerad Wolfhager Land. Sie ist verheiratet und lebt mit Mann und Tochter in Volkmarsen. (Sascha Hoffmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.