Hausärzte versuchen, der Nachfrage gerecht zu werden

Corona: Impfwillige stürmen Praxen der Hausärzte im Wolfhager Land

Ein Arzt impft eine junge Frau und spritzt ihr den Impfstoff in den linken Oberarm. (Symbolbild)
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Die Menschen im Wolfhager Land stürmen zurzeit die Praxen der Hausärzte, um ihren Schutz gegen Corona auffrischen zu lassen. (Symbolbild)

Impfwillige stürmen derzeit die Praxen der Hausärzte im Wolfhager Land, um ihren Schutz gegen Covid auffrischen zu lassen.

Wolfhager Land – Erkältungskrankheiten, Corona-Tests und die Nachfrage nach Grippe-Impfungen sorgen zusätzlich neben der normalen Versorgung für volle Wartezimmer und Verzögerungen bei der Versorgung mit der Covid-Booster-Impfung. Ein Grund, warum Gesundheitsminister Jens Spahn jetzt die Reaktivierung der Impfzentren ins Spiel gebracht hat.

„Der Aufwand ist extrem hoch. Außerdem gehen die Altersempfehlungen für die Booster-Impfung fröhlich durcheinander. Es ist für uns in der Praxis sehr anstrengend, die Diskussionen zu führen“, erklärt Hausarzt Dr. Dirk Wetzel aus Zierenberg, der sich an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission hält, Menschen ab 70 zu boostern. Die Praxis mit drei Ärzten hat jetzt für Grippe-Impfungen Samstagstermine eingeplant. „An diesen Tagen verabreichen wir keine Auffrischungen, weil es organisatorisch zu aufwendig wäre.“ Covid-Impfungen gibt es zweimal pro Woche.

Dr. Matthias Hughes

„Die Zierenberger Altenheime sind schon von uns mit mobilen Teams geboostert“, so Wetzel. Eine ordentliche Nachfrage bestätigen auch Kollege Dr. Matthias Hughes aus Wolfhagen und Erika Erkmann, Praxismanagerin der gleichnamigen Hausarztpraxis. Matthias Hughes arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis, die die Covid-Impfung während des laufenden Betriebes verabreicht. „Dadurch können wir immer nur eine geringe Zahl von Patienten impfen.“ Die Covid-Impfung sei im Vergleich zu der Grippe-Impfung achtmal aufwendiger und damit teurer. „Wir machen es natürlich für unsere Patienten, zahlen aber bares Geld drauf“, so Hughes.

Diese Faktoren führen offenbar dazu, dass nicht mehr alle Hausärzte Covid-Impfungen anbieten und die Impftage im Impfzentrum Calden für Andrang sorgen. „Es sind vor allem kleine Praxen, die Schwierigkeiten haben, zu jeder Zeit passend Impfstoff zur Verfügung zu stellen, ohne dass womöglich zu viel übrig bleibt und weggeworfen werden muss“, sagt Christian Sommerbrodt, vom Vorstand des Hausärzteverband Hessen. (Bea Ricken)

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