Kein Besuchsverbot während der Coronakrise mehr

Patienten in Pflegeheimen dürfen ab Montag (4.5.) wieder besucht werden - Dabei gelten strenge Auflagen

Einsamkeit in Pflege- und Altenheimen: In der Zierenberger Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen wird alles dafür getan, um den Bewohnern die Coronazeit so angenehm wie möglich zu machen. So wurde zu Ostern zum Beispiel vor dem Haus musiziert. 
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Einsamkeit in Pflege- und Altenheimen: In der Zierenberger Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen wird alles dafür getan, um den Bewohnern die Coronazeit so angenehm wie möglich zu machen. So wurde zu Ostern zum Beispiel vor dem Haus musiziert. 

Trotz Corona: Patienten in Pflegeheimen dürfen ab Montag (4.5.) auch in Kassel wieder besucht werden. Dies entschied die Hessische Landesregierung nach Kritik des Pflegeschutzbundes.

Wolfhager LandDer Pflegeschutzbund hatte die Kontaktsperren für Angehörige in Pflegeeinrichtungen kritisiert. Das habe gravierende Folgen für die Heime, die Bewohner und die Angehörigen. Dienstagnachmittag hat die Hessische Landesregierung reagiert. Ab Montag dürfen Angehörige ihre Liebsten in den Heimen wieder besuchen. Unter Auflagen.

Kurz bevor die Landesregierung das Besuchsverbot in den Heimen aufhob, sprachen wir mit einigen Heimleitern im Wolfhager Land. „Da bin ich noch skeptisch, eigentlich sollten sich Besucher testen lassen, bevor sie Angehörige in einem Altenheim besuchen“, erklärte Kornelia Strohm, Leiterin der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Zierenberg.

Auch Mitarbeiter und Bewohner sollten die Möglichkeit haben, sich testen zu lassen. Mit solchen umfangreichen – vielleicht sogar regelmäßigen Tests – wäre eine Infektionsgefahr relativ minimiert. Ganz ausschließen könne man das nie, aber für die Sicherheit in den Altenheimen wäre das sehr wichtig. 

Sie finde es unmöglich, dass für Altenheime, Bewohner und Mitarbeiter zur Zeit keine Tests zur Verfügung stünden. Gleichzeitig werde aber diskutiert, dass tausende von Tests für die Durchführung der Bundesliga bereit gehalten werden.

Über geöffnete Fenster können sich Angehörige und Patient während des Besuchverbots treffen

Im Zierenberger Altenheim wurde ein Besuchsfenster eingerichtet, wo sich Besucher und Bewohner auf Abstand zumindest kurz sehen und unterhalten können. Außerdem wurden Smartphones zur Videotelefonie angeschafft.

Im Haus Abendfrieden in Oberelsungen gelten die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes ebenso. Für Inhaberin Gertrud Degener ist es aber wichtig, dass im Sterbeprozess die Angehörigen den Patienten besuchen dürfen. 

Die Besucher müssen sich komplett verhüllen, also mit Kittel, Mundschutz, Überziehschuhen, und sie werden mit Desinfektionsmitteln abgesprüht. Ansonsten finden Gespräche über geöffnete Fenster statt, worüber der nötige Abstand gewährleistet wird und über das Telefon. 

„Es ist sehr wichtig, dass jetzt viel Zuwendung gebracht wird“, betont Degener. Lockerungen seien nur mit Schutzkleidung möglich.

Es fehlt an Schutzkleidung

Doch genau diese Schutzkleidung ist es, was laut Jutta Volkwein, Pflegedienstleitung im Seniorenzentrum Wolfhagen, fehle. „Wir haben uns Schutz-Visiere selbst gebastelt“, sagt sie, doch das reiche nicht. 

Auch in dieser Pflegeeinrichtung ist es so, dass palliative Patienten von ihren Angehörigen besucht werden dürfen, wenn sie Schutzkleidung tragen. Ansonsten galt bisher das Besuchsverbot, was durch Fensterbesuche, einen eingezäunten Bereich im Garten sowie Skype-Gesprächen aufgefangen wurde. 

Aber: „Den Bewohnern und den Angehörigen fehlt es, mal in den Arm genommen zu werden“, so Volkwein. Doch das wird weiterhin nicht möglich sein.

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