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Corona-konforme Alternativen zum Abendmahl im Wolfhager Land

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Abendmahl zur Corona-Zeit: Um den Hygiene-Bestimmungen gerecht zu werden, gibt es verschiedene Wege, wie das Trinken aus Einzelkelchen.
Abendmahl zur Corona-Zeit: Um den Hygiene-Bestimmungen gerecht zu werden, gibt es verschiedene Wege, wie das Trinken aus Einzelkelchen. © Kirchengemeinde Wolfhagen/ nh

Brot und Traube statt Oblate und Wein: Auch beim Abendmahl in der Kirche musste man kreativ werden, um den Hygiene-Bestimmungen während der Corona-Pandemie gerecht werden zu können.

Altkreis Wolfhagen – Die übliche Prozedur, bei der alle aus ein und demselben Kelch trinken – unvorstellbar in diesen Zeiten. Trotzdem soll der Moment des gemeinsamen Innehaltens nicht verloren gehen. Darin ist sich der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen einig und hat sich mit verschiedenen Möglichkeiten für das Abendmahl auseinandergesetzt.

Die Prämisse: Hygienisch soll es sein. Es wurde sich eingelesen, in den Nachbargemeinden umgehört und schließlich ausprobiert. Dabei kamen laut Kerstin Nordmeier vom Kirchenvorstand weitere Probleme zum Vorschein: Wo soll das Ganze stattfinden?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, viele bringen aber auch Nachteile mit

Der übliche Kreis im Chorraum stand ebenso zur Debatte wie ein Wandelabendmahl – die Gemeindemitglieder treten einzeln zum Altar und holen sich die Gaben nacheinander ab – und die Möglichkeit, dass Pfarrer und Kirchenvorsteher durch die Bänke gehen und austeilen. Außerdem: Wie sollen die Gaben gereicht werden? Brot oder Oblate mit Traube auf einem Spieß, vom Pfarrer mit einer Zange überreicht, Wein und Saft aus Einzelkelchen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, viele bringen aber auch Nachteile mit, wie ein erhöhtes Abfallaufkommen.

Was umgesetzt wird, entscheiden die Gemeinden selbst

Eine allgemeine Lösung gibt es laut Sven Wollert, Pfarrer in Calden-Westuffeln und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen, nicht. Innerhalb des Kirchenkreises gebe es ganz unterschiedliche Wege für das Abendmahl.

Manche Gemeinden würden sogar Tischabendmahle miteinander feiern, schließlich sitze man im Restaurant ja auch beisammen. Grundsätzlich komme es auf eine Sensibilität an, so Wollert. „Jede Form schließt jemanden aus“, sagt er. Man müsse verschiedene Wege finden, die die verschiedenen Empfindungen berücksichtigen. Was umgesetzt wird, entscheiden die Gemeinden selbst, so Wollert.

Sven Wollert Pfarrer
Sven Wollert Pfarrer © Privat

Die Landeskirche spreche nur Empfehlungen aus, etwa das Tragen von FFP2-Masken, Abstand halten und Tests für alle.

Sehen, wie es sich entwickelt

In Wolfhagen soll das Abendmahl bis auf Weiteres wie folgt ablaufen: Maximal 20 bis 30 Personen kommen im Kreis um den Altar zusammen. Pfarrer und Kirchenvorsteher teilen mit Zangen Brot und Weintrauben aus, wobei zukünftig nach Möglichkeit wieder Wein bzw. Saft statt Traube gereicht werden soll. Auch eine digitale Teilnahme soll möglich sein.

Die Mitglieder der Kirchengemeinden hätten die fehlenden Abendmahle laut Wollert unterschiedlich aufgenommen: „Die einen haben das gar nicht vermisst, für andere war es eine echte Herausforderung, darauf zu verzichten.“ Auch dem Pfarrer selbst habe es gefehlt. „Für mich, meine berufliche Praxis und Frömmigkeit war das auch herausfordernd.“ Schießlich habe das Gefühl von Gemeinschaft und das miteinander Teilens gefehlt.

Ob das Abendmahl in Zukunft wieder in seiner gewohnten Form stattfinden kann, müsse die Zeit zeigen, so Wollert. Die Pandemie sei ein Einschnitt in Bezug auf das Hygiene-Empfinden vieler gewesen. Man müsse sehen, wie es sich entwickelt. (Lea-Sophie Mollus)

Gottesdienste über Ostern in Wolfhagen

Die evangelische Kirchengemeinde Wolfhagen lädt für den heutigen Gründonnerstag ab 19 Uhr zum Gottesdienst ein. Am Sonntag, 17. April, gibt es ab 5 Uhr eine Osternacht und ab 10 Uhr einen Ostergottesdienst inklusive Abendmahl mit Brot und Trauben in der Stadtkirche. Am Karfreitag wird der Gottesdienst um 10 Uhr im Radio auf HR4 übertragen und nachmittags um 15 Uhr findet eine Andacht zur Todesstunde statt. An Ostermontag wird Dekan Wolfgang Heinicke um 10 Uhr den Gottesdienst in der Stadtkirche feiern. Bei allen Gottesdiensten herrscht Maskenpflicht.

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