Ab Donnerstag wird gelockert

Corona: Neue Regeln für Handel, Schule und Freizeit im Kreis

Am Donnerstag öffnet auch der Wohnmobilstellplatz in Wolfhagen wieder für Touristen: Die städtischen Mitarbeiter Kai Frühwald, Michele Elges und Swen Hansen (von links) treffen die letzten Vorbereitungen.
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Am Donnerstag öffnet auch der Wohnmobilstellplatz in Wolfhagen wieder für Touristen: Die städtischen Mitarbeiter Kai Frühwald, Michele Elges und Swen Hansen (von links) treffen die letzten Vorbereitungen.

Ab dem morgigen Donnerstag gibt es Lockerungen und neue Regeln für die 28 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel.

Wolfhager Land – Die Inzidenz lag bei 52,4 – und damit den fünften Tag in Folge unter 100. Durch die sinkende Inzidenz wird ab Donnerstag die Bundesnotbremse im Landkreis Kassel aufgehoben. Stattdessen tritt ein Stufenplan in Kraft.

Erst einmal wird die Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr aufgehoben. Außerdem können sich nun zwei Haushalte plus Geimpfte und Genesene treffen. In Schulen gilt der Präsenzunterricht für die Klassen 1 bis 6, der Wechselunterricht für die Klassen 7 bis 11 sowie Präsenzunterricht für die Abschlussklassen. Die Schüler müssen sich zweimal pro Woche testen. Kitas können ihren Regelbetrieb wieder unter Pandemiebedingungen aufnehmen.

Steffi Fröhlich: Gastronomin

Fitnessstudios dürfen mit Kontakterfassung und aktuellem Test besucht werden – und auch Zoos, Freilichtmuseen und Freizeitparks können zumindest ihre Außenbereiche öffnen. Auch die Innenbereiche von Museen und Schlössern sind wieder zugänglich, allerdings nur mit Anmeldung. Neustart auch für den Tourismus: Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze können unter Auflagen wieder öffnen. Für den Einzelhandel gilt Click and meet sowie die Maskenpflicht. Die Gastronomie darf nach Monaten des Stillstandes ihre Außenbereiche öffnen, allerdings mit Sitzplatzpflicht für die Gäste und einem Corona-Test. Für körpernahe Dienstleistungen sind Test und Termin nötig.

Im Wolfhager Land herrschte gestern große Erleichterung angesichts der bevorstehenden Lockerungen. Bei den Betreibern von Ferienwohnungen und Campingplätzen liefen die Telefone heiß. Urlaubshungrige buchten bereits ab Donnerstag Unterkünfte.

Während einige Gastronomen ihre Außenplätze vorbereiteten, gibt es auch andere, die eher verhalten reagierten. Steffi Fröhlich vom Bergcafé Friedrichstein in Zierenberg beispielsweise will erst im Juni eröffnen, weil sie abwarten möchte, ob sich die Menschen auf die Auflagen einlassen.

Soll im Juni geöffnet werden und bis dahin kann Essen abgeholt werden: Das Bergcafé Friedrichstein mit (links) Azubi Nikola Zyzynska und Steffi Fröhlich, Inhaberin des Cafés.

Im Altkreis Wolfhagen laufen die Vorbereitungen für einen Neustart am Donnerstag auf Hochtouren.

Tourismus

Die ersten Wohnmobil-Touristen standen schon am Dienstag am Rande des Platzes in den Bruchwiesen und wollten in Wolfhagen Urlaub machen. Kai Frühwald von der Stadt musste sie vertrösten. Er und seine Kollegen bereiteten gestern den Stellplatz für eine Neueröffnung am Donnerstag vor. In den vergangenen Monaten durften hier nur Menschen übernachten, die beispielsweise aus dienstlichen oder anderen regelkonformen Gründen da waren.

„Wir dürfen den Platz ab Donnerstag nur zu 60 Prozent belegen“, so Frühwald. Mit Flatterband wurden deshalb einzelne Plätze abgesperrt. In den vergangenen Tagen habe es schon jede Menge Anfragen von Touristen gegeben.

Auch Angelika Bachmann, Inhaberin des Campingplatz und Gasthaus „Zur Warme“ in Zierenberg, hat bereits Anfragen für Übernachtungen auf dem Campingplatz bekommen. „Über Fronleichnam haben sich schon einige angemeldet“, sagt sie. Große Vorbereitungen müsse sie aber nicht treffen, da der Platz für Dauercamper bereits geöffnet gewesen sei.

Campingplatzbetreiberin und Gastronomin Angelika Bachmann (rechts) und Tochter Melanie Graf hat schon Anmeldungen.

Die meisten würden ein oder zwei Nächte bleiben. Über Fronleichnam seien es auch mal vier Tage, die angefragt wurden. Sie freue sich darauf, den Campingplatz wieder öffnen zu können. Zudem würde man merken, dass sich auch die Leute freuen, wieder wegfahren zu können. „Schauen wir mal, wie es läuft“, sagt Bachmann.

Das Buchungsportal für die Casa-Graf-Ferienwohnung in Bad Emstal ist noch nicht geöffnet. Das wollte Rosi Graf, Inhaberin der Ferienwohnung, aber bald machen. Allerdings habe sie bereits Anfragen für August bekommen. Vorbereitungen für die Öffnung wurden bereits getroffen, wie Graf mitteilt. „Wenn jemand kommt, freuen wir uns“, sagt sie.

Gastronomen

Das Bergcafé Friedrichstein in Zierenberg wird sich auf eine Öffnung Mitte Juni vorbereiten. „Wir warten jetzt erst mal ab, weil wir gar nicht wissen, wie viele Menschen sich auf die ganzen Auflagen einlassen“, sagte Steffi Fröhlich, die sich mit ihrem Team auf eine Öffnung freut. Im Außenbereich des Café Friedrichstein sei auch viel vom Wetter abhängig. „Sonst sitzen unsere Gäste auch im Regen draußen“, sagte Fröhlich. Sie dürfe ja bei einem Wetterumschwung auch niemanden in das Café lassen. Und die Aufstellung von großen Schirmen oder gar Zelten sei dort aufgrund der Windstärken nicht möglich. Und weil die Wetterprognosen ständig wechselten, könne sie sich nicht darauf verlassen. „Wir müssten zudem jeden einzelnen Gast kontrollieren, uns Ausweise und Dokumente zeigen lassen und ganz genau wissen, was zu beachten ist“, sagte Steffi Fröhlich. Vieles sei noch viel zu unsicher und letztlich hafte der Gastwirt – das bestätige ihr auch, lieber noch etwas zu warten. „Aber wir stehen in den Startlöchern und freuen uns jetzt schon riesig“, so Fröhlich. Nach wie vor könne man aber Essen zur Abholung bestellen.

Essen zur Abholung gibt es weiterhin auch im Kasseler Hof in Zierenberg. Aber den Außenbereich öffnen wird auch Gastwirt Rudolf Zaun nicht. Er habe nur vier Tische im Außenbereich und bei der derzeitigen Wetterlage rentiere sich das einfach nicht.

„Für uns wäre es schön, wenn wir unser Restaurant innen öffnen dürften, zumal wir von Anfang an alle Auflagen erfüllt haben“, sagte Zaun, der sein Hotel- und Restaurantbetrieb gemeinsam mit seiner Ehefrau Martina betreibt.

Bisher habe er im Hotel Geschäftsreisende und Monteure beherbergen dürfen. Auch Frühstück habe er für diese Übernachtungsgäste anbieten dürfen. Doch frage er sich, wie er zum Beispiel reagieren solle, wenn ein Paar mit einem weiteren befreundeten Paar zum Essen komme. Das eine Paar geimpft, das andere Paar nicht. „Wir wollen keine Gäste vergraulen, wir wollen was anbieten“, sagte Zaun. Er hoffe, dass sich die Pandemie sehr bald verabschiede und es nicht noch eine vierte Welle gebe. Wichtig sei ihm, dass die Hotel- und Gastronomiebetriebe nicht vergessen würden.

Orhan Kalkan : Phoenix Wolfhagen

Fitnessstudio

Orhan Kalkan von Phoenix Sport in Wolfhagen freut sich wahnsinnig auf Donnerstag, wenn er seine Kunden wiedersieht. „Ich werde morgen gleich mit dem Ordnungsamt Kontakt aufnehmen und die Details besprechen“ sagt er. Klar wäre bisher, dass die Kunden mit ihm einen Termin vereinbaren müssten. Wer dann zum Trainieren komme, müsse einen Test vorlegen. „Ich hoffe nur, dass dieses Hin und Her jetzt aufhört und die Inzidenz unten bleibt. Es ist halt schwierig neue Kunden zu gewinnen, wenn wir nicht dauerhaft geöffnet haben“, so der Fitnessstudio-Betreiber. (Bea Ricken, Monika Wüllner, Moritz Gorny und Samira Müller)

In Kassel gilt weiter die Bundesnotbremse

Während die Bundesnotbremse im Landkreis Kassel ab dem morgigen Donnerstag nicht mehr gilt, müssen die Menschen in der Stadt Kassel noch etwas länger auf Lockerungen für Handel, Tourismus und Gastronomie warten. Gestern lag die Inzidenz bei einem Wert von 113,8. Erst wenn die Inzidenz fünf Werktage infolge unter 100 liegt, wird die Ausgangssperre ab dem übernächsten Tag außer Kraft gesetzt. 

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