Gedenkstätte soll noch in diesem Jahr eingeweiht werden

Corona verzögert Umbau des jüdischen Friedhofs in Wolfhagen

Die Mauer ist fertig: Nun sollen noch Tafeln mit den Namen der Opfer integriert werden. Auch ein Zaun und die gepflasterte Besucherplattform fehlen noch.
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Die Mauer ist fertig: Nun sollen noch Tafeln mit den Namen der Opfer integriert werden. Auch ein Zaun und die gepflasterte Besucherplattform fehlen noch.

Die Corona-Pandemie hat die geplante Eröffnungsfeier nach dem Umbau des jüdischen Friedhofes in Wolfhagen im Mai verhindert.

Wolfhagen. Ralph Möllerich, der letzte noch lebende jüdische Mitbürger aus Wolfhagen, hatte schon sein Kommen angekündigt. Am 27. Mai, seinem 90. Geburtstag, sollte die Feierstunde stattfinden. Eine Planung, die mit dem Lockdown im März unrealistisch wurde.

Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Laut Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake soll es aber noch in diesem Jahr sein. Ob der betagte Senior die Reise von den USA nach Wolfhagen wagt, ist ungewiss. „Er hat aber versprochen, seinen Sohn zu schicken, wenn er nicht kommt“, sagt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake.

Inzwischen sind die Sanierungsarbeiten am Friedhof in der Wilhelmsstraße fast abgeschlossen. Nach der Entfernung der dichten Hecke wurde eine niedrige Mauer errichtet. Damit soll die Anlage transparenter werden und stärker ins Blickfeld der Menschen rücken.

In die Sandsteinmauer werden Edelstahlplatten eingelassen, auf denen die Namen der jüdischen Opfer des Holocaust verewigt sind. „Mit dahinter installierten Lampen wollen wir die Namen zu besonderen Anlässen beleuchten“, erklärt Reinhard Schaake die Idee zur Illumination an der Mauer.

Jetzt soll noch eine Plattform für Besucher gepflastert werden. Außerdem ist eine Informationstafel vorgesehen, die um ein Zitat ergänzt wird, das zur jüdischen Gemeinde passt.

Rund 50 000 Euro werden in die Sanierung des Friedhofes in Wolfhagen investiert. Der städtische Haushalt werde davon nicht belastet, sagt Schaake, da der Betrag als Zuschuss vom Land Hessen fließen soll. (Bea Ricken)

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