Corona in Wolfhagen

Coronavirus hat sich im Wolfhager Seniorenheim Phönix ausgebreitet

Mit Optimismus versuchen die Mitarbeiter der Phönix, die Situation seit Ausbruch des Virus im Seniorenheim zu bewältigen.
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Mit Optimismus versuchen die Mitarbeiter der Phönix, die Situation seit Ausbruch des Virus im Seniorenheim zu bewältigen.

Es war für alle ein Schock, als sich im Oktober Covid-19 in das Wolfhager Seniorenzentrum Phönix einschlich. Jetzt, im Dezember, ist das Virus zurück.

Wolfhagen - „Wir waren so voller Hoffnung, nachdem wir Monate lang verschont geblieben waren und fühlten uns sicher durch unser strenges Hygienekonzept“, berichtet Rita Wefing, Leiterin des Seniorenheims Phönix am Teichberg in Wolfhagen. Vermutlich trug es eine ahnungslose Mitarbeiterin in die Einrichtung, die keine Symptome zeigte.

Seitdem ist nichts mehr so, wie es war. „Die Situation ist sehr belastend für unsere Senioren und die Mitarbeiter. Wir tun alles, damit das Virus sich nicht weiter verbreitet, und versuchen gleichzeitig, es den Bewohnern so angenehm wie möglich zu machen.

Corona in Wolfhagen: Ausbruch in Seniorenzentrum

Es erfordert sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen. Wir können uns nur gegenseitig unterstützen und psychisch auffangen“, so Wefing. Mit optimistischen Durchhalteparolen versuche man, durch die Zeit zu kommen. Vor allem der Arbeitsaufwand hat sich vervielfacht. „Die betroffenen Senioren müssen auf den Zimmern bleiben, und die Mitarbeiter ziehen sich jedes Mal konsequent um, wenn sie die Zimmer betreten.“ Schutzanzüge, Masken, Brille und Handschuhe sind Standard, ebenso wie umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen nach jedem Einsatz.

„Wir haben Wege innerhalb des Hauses so eingerichtet, das Mitarbeiter sich kaum noch begegnen. Wir testen alle Mitarbeiter und Bewohner inzwischen regelmäßig selbst. Darin hat uns die Hausarztgemeinschaft Wittwer ausgebildet, von denen wir sehr viel Unterstützung erhalten.“ „Es zerreißt uns das Herz, dass wir die älteren Menschen in ihren Zimmern isolieren müssen.“

Corona: Wolfhager Seniorenzentrum von Virus stark betroffen

Allerdings seien die sehr geduldig, ist Wefing dankbar. Sie würden Fernsehen schauen, Lesen und mit ihren Angehörigen auch per Video kommunizieren. Der Sozialdienst besuche die Senioren regelmäßig einzeln. „Trotz der Umstände wollen wir unseren Bewohnern einen weitgehend normalen Tagesablauf ermöglichen.

Die Häuser wurden bereits weihnachtlich dekoriert, und vielleicht wird noch gebacken. Die Einrichtungen müssen leider auf wohnbereichsübergreifende Veranstaltungen und Aktivitäten verzichten“, so Wefing.

Corona: Seniorenzentrum in Wolfhagen ergreift Maßnahmen

Ende Oktober war das Virus auf einer Abteilung erstmals ausgebrochen. Nach der Quarantäne wurde niemand mehr positiv getestet. „Wir hatten Hoffnung, dass das Ausbruchsgeschehen vorbei ist und haben gerade wieder ein wenig für Besucher die Türen geöffnet, als es Anfang Dezember im anderen Wohnbereich wieder losging.“

Es gab erneut einen Zufallsbefund bei einem Bewohner, der keinerlei Symptome zeigte. Danach wurden die restlichen Senioren auch getestet, und die Positiv-Meldungen summierten sich. Inzwischen gibt es 31 positiv Getestete. Zwölf sind genesen. „Gott sei Dank haben die meisten nur leichte Symptome, eine Seniorin ist im Krankenhaus“, so die Heimleiterin.

Corona: Senioren in Wolfhager Einrichtung betroffen

Am Boden zerstört waren die Mitarbeiter, weil zwei Senioren im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sind. „Wir sind ja kein Krankenhaus, sondern die Menschen leben bei uns, und wir haben eine Beziehung zu jedem einzelnen aufgebaut.“ (Bea Ricken)

Nachdem zwei Altenheime in Wolfhagen mit Corona-Fällen kämpfen, hat das Virus nun auch einen Kindergarten erreicht. Eine Kindergartengruppe muss in Quarantäne. Wolfhagen und Naumburg sind laut Statistik nach Vellmar die Städte mit den meisten Corona-Infizierten im Landkreis Kassel.

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