Corona: Internist fordert Öffnung der Kreisklinik Wolfhagen

Kreisklinik Wolfhagen, Krankenhaus am Ofenberg
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Kreisklinik Wolfhagen

Ein Internist fordert wegen der Coronavirus-Pandemie: "Öffnet die Kreisklinik in Wolfhagen".

Wolfhagen – Das Coronavirus könnte für die Menschen im Wolfhager Land schlimmere Folgen haben als in anderen Regionen Nordhessens. Das erwartet der Internist Dr. Matthias Hughes. Der ärztliche Leiter des Notarztstandortes Wolfhagen rechnet mit einer höheren Sterblichkeit.

Er begründet dies mit der Schließung des stationären Betriebes der Kreisklinik Wolfhagen durch die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und den längeren Wegen für Wolfhager zu einer medizinischen Versorgung. „Wenn dadurch Opfer entstehen, kann in der Gesamtschau durch die Maßnahme der GNH eine vorsätzliche Körperverletzung, gegebenenfalls mit Todesfolge, vorliegen.“ Dies, so Hughes, hätte erhebliche strafrechtliche Konsequenzen für den GNH-Vorstandschef Michael Knapp, den Aufsichtsratschef Christian Geselle und das Sozialministerium. „Als Arzt werde ich jeden Betroffenen beim Klageweg unterstützen“, sagt Hughes.

Er fordert eine sofortige Wiedereröffnung der Klinik, die von der GNH wegen Mängeln beim Brandschutz Ende Februar geschlossen worden war.

Auf Grundlage der vom Robert-Koch-Institut herausgegeben Zahlen hat Hughes Hochrechnungen für den Einzugsbereich der Wolfhager Klinik angestellt. Dabei legt er eine 60-prozentige Infektionsquote zugrunde. Bei 40 000 Einwohnern im Altkreis Wolfhagen wären das in Summe 24 000 Infizierte. Tatsächlich erkranken würden 4800 Menschen, 960 davon so schwer, dass sie in eine Klinik müssten. Bei einer Sterblichkeit von einem Prozent würden 240 Menschen das Virus nicht überleben. Die ausgedünnte Akutversorgung führe aber zu einer höheren Sterblichkeit.

Vor der Klinikschließung sei Wolfhagen schon unterversorgt gewesen. Von den mit Covid-19 infizierten Bewohnern des Altkreises seien nach Angaben Hughes bei günstiger Kalkulation über das ganze Jahr verteilt immer 37 Menschen intensivpflichtig, 184 Menschen stationär behandlungspflichtig. Alle 14 Tage würden neun Menschen sterben. 

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