Depressionen: Zahl der Behandlungen steigt auch in der Region

Wolfhager Land. Immer mehr Hessen werden wegen psychischer Erkrankungen stationär behandelt.

Das ergibt eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), die zum heutigen Europäischen Depressionstag erscheint.

Die Zahl betroffener Versicherter stieg zwischen 2006 und 2014 um 43 Prozent. Damit liegt Hessen leicht über dem bundesweiten Plus von 40 Prozent, so die Kasse.

Dass die Zahl der behandelten Depressionen auch in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an allen Standorten (Bad Emstal, Kassel, Hofgeismar und Melsungen) zugenommen hat, bestätigt Prof. Dr. Michael Franz, Ärztlicher Direktor des Vitos Klinikums Kurhessen. Allerdings: Die Zahl der Erkrankungen sei nicht nachweisbar gestiegen, dafür aber die „Rate der korrekten Diagnosen, also die Aufdeckung bestehender Depressionen“, so Franz im HNA-Interview.

Zwei Depressionsstationen mit insgesamt 42 Betten gibt es in Merxhausen. Diese Spezialstationen wurden für verschiedene Formen der Erkrankung aufgebaut. Auf der einen Station werden Verfahren eingesetzt, die bei Depressionen wirksam sind, die durch Stress, Konflikte, Verluste und Einsamkeit auftreten. Auf der anderen werden Verfahren angewendet, wenn Menschen unter einer chronischen Depression leiden. Auch neue Verfahren werden getestet.

Die Auslöser für eine Depression können - neben genetischen Voraussetzungen oder Erfahrungen in der Kindheit - vielfältig sein: Verlust eines geliebten Menschen, Umzug, Jobwechsel oder auch Stress am Arbeitsplatz. „Es ist gesichert, dass der Stress am Arbeitsplatz zugenommen hat und es häufiger als früher zu emotionalen Erschöpfungen kommt, die teilweise als Burn-out-Symptomatik bezeichnet werden“, so Franz. Letzteres sei keine Depression, könne aber dazu werden, wenn es nicht behandelt werde.

Ein Interview mit Prof. Dr. Michael Franz lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der Wolfhager Allgemeinen.

Rubriklistenbild: © dpa

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