1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Deutsche Glasfaser will für mehrere Millionen Euro in Naumburg eigenes Netz bauen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Norbert Müller

Kommentare

Gute Chancen auf richtig schnelles Internet: Die Deutsche Glasfaser möchte in der Naumburger Kernstadt Leitungen bis in die Häuser legen.
Gute Chancen auf richtig schnelles Internet: Die Deutsche Glasfaser möchte in der Naumburger Kernstadt Leitungen bis in die Häuser legen. © Norbert Müller

Schnelles Internet für Naumburg: Die Deutsche Glasfaser möchte in der Kernstadt Leitungen bis in die Häuser legen.

Naumburg – Auf ein Neues: In Naumburg werden gerade die Weichen gestellt für einen Anschluss an die aktuell flotteste Datenautobahn, an die FTTH-Technik, die die Glasfaser bis ins Haus der Kunden bringt.

Die Erwartungen waren schon einmal groß in Naumburg: Mit dem Ausbau durch die Breitband Nordhessen vor gut sechs Jahren, so hoffte man, würde endlich auch der Daten-Turbo in der Stadt an der kleinen Elbe zünden.

Der Traum vom superschnellen Internet war aber für so manchen Naumburger schnell wieder ausgeträumt. Der Grund: Die letzte Meile vom Verteilerkasten, in den das hochmoderne Glasfaserkabel läuft, bis zum Kunden, ist nach wie vor mit einem alten Kupferkabel bestückt. Je weiter man vom Verteiler entfernt wohnt, je mehr Leute unterwegs die Strippe anzapfen, desto langsamer wird die Datenübertragung.

Kabel werden direkt in das Haus der Kunden gezogen

Verlustfrei ist dagegen die Technik, die mit Glasfaserkabeln arbeitet, die direkt ins Haus des Kunden gezogen werden, kurz FTTH. Das entspricht heute dem aktuellen Stand der Technik, wird gerade von der Firma Goetel im Naumburger Stadtteil Altenstädt realisiert, dann auch in Elbenberg und Altendorf.

In Naumburg war angesichts der verlegten Strippen der Breitband Nordhessen eine Ertüchtigung des Netzes akut kein Thema. Bis dann vor wenigen Wochen Ingo Teimann von der Firma Deutsche Glasfaser bei Bürgermeister Stefan Hable im Rathaus anklopfte.

Der Kooperationsmanager übermittelte dem Rathauschef das Interesse seines Unternehmens, Naumburg auf eigene Kappe – also ohne öffentliche Zuschüsse – mit schnellem Internet und FTTH-Technik auszustatten.

Stadtparlament befürwortet das Anliegen

In der jüngsten Sitzung des Naumburger Stadtparlamentes befürworteten die Abgeordneten das Anliegen des Unternehmens aus Borken in Westfalen und votierten einstimmig für eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Glasfaser. Und die wird nun, wie Ingo Teimann sagt, die weiteren Schritte einleiten.

Der nächste Schritt ist auch von anderen Anbietern bekannt: die Bürgerinformation. Dazu soll es voraussichtlich im Haus des Gastes eine öffentliche Veranstaltung geben, bei der das Projekt detailliert dargestellt werden soll.

Von den Bürgern erhofft man sich die Unterschrift unter einen Vorvertrag. Wenn sich mindestens 33 Prozent der Naumburger Haushalte dazu bereiterklären, geht es in die Realisierungsphase des Vorhabens. In den Stadtteilen musste vor gut zwei Jahren noch eine Quote von über 60 Prozent der Haushalte begeistert werden.

Glasfaser soll bis an Haus kommen: Das hat die Deutsche Glasfaser nun für Naumburgs Kernstadt angeboten.
Glasfaser soll bis an Haus kommen: Das hat die Deutsche Glasfaser nun für Naumburgs Kernstadt angeboten. © Jan Woitas/dpa

Erneut Bauarbeiten in der Altstadt und den übrigen Wohngebieten

Für die Naumburger würde das zunächst erneut Bauarbeiten im Bereich der Altstadt und der übrigen Wohngebiete bedeuten, „denn wir nutzen keine Infrastruktur der bisherigen Anbieter“, so Teimann, man werde eigene Leitungen verlegen. Immerhin gut 60 bis 80 Kilometer. „Unser Glasfasernetz ist das Zukunftsnetz“, schwärmt Teimann, „wir bringen Glasfaser an das Endgerät. Wir bauen die Datenautobahn bis ins Haus“.

Und das bringe einen entscheidenden Mehrwert sowohl für das Wohnquartier, als auch für die jeweilige Immobilie. Immerhin spreche man von einer Leitung, bei der man Tarife bis zu 1000 Mbit pro Sekunde im Angebot haben werde. Der Anschluss bis zum Haus werde in der ersten Ausbauphase nicht extra kosten.

Bürgersteige müssen nicht aufgemacht werden

Man werde beim Verlegen der Glasfaserkabel übrigens nicht sämtliche Straßen oder Bürgersteige „aufmachen“, betont Lennart Götte, der Projektleiter der Deutschen Glasfaser für das Vorhaben in Naumburg. „Wir können auch unter den Straßen verlegen“, so Götte, der bereits an einem Ablaufplan arbeitet, der in drei bis vier Wochen stehen soll.

Nach der Info-Veranstaltung – voraussichtlich Ende April/Anfang Mai – und erfolgreicher Akquise soll es dann auch schon mit der konkreten Planung losgehen, auf die die eigentliche Bauphase folgt. Fünf bis acht Millionen Euro, so Götte, werde das Unternehmen dann in Naumburgs digitale Infrastruktur investieren.

„Wir haben ein großes Interesse, die Kunden schnell ans Netz zu kriegen.“ Seine Prognose: „Im Frühling 2023 könnten die Kunden das Netz nutzen.“ (Norbert Müller)

Auch interessant

Kommentare