Deutsches Rotes Kreuz: Kein Neubau der Rettungswache in Wolfhagen geplant

In die Jahre gekommen: Die Rettungswache des DRK in Wolfhagen. Ein Neubau sei zwar wünschenswert, er sei aber derzeit weder geplant, noch lasse er sich finanzieren, sagt der Geschäftsführer des DRK Kassel-Wolfhagen. Foto: Thon

Wolfhagen. Unter den vier Rettungswachen des DRK Kassel-Wolfhagen ist der Standort in Wolfhagen der älteste. Unmittelbare Mängel oder gar einen Sanierungsstau sieht DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch an der Ippinghäuser Straße nicht.

Dennoch räumt er ein: „Würden wir neu bauen, würden wir einiges anders gestalten.“ Jedoch plane seine Organisation aktuell in Wolfhagen kein neues Gebäude.

Die Stadt Wolfhagen allerdings habe sich im Zuge ihrer Planungen für einen neuen Feuerwehrstützpunkt beim Roten Kreuz gemeldet und für eine Zusammenarbeit geworben. Es gehe darum, Synergien zu nutzen, sagt Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst. Natürlich wäre es eine feine Sache, wenn Feuerwehr, DRK und vielleicht auch das Technische Hilfswerk auf einem gemeinsamen Grundstück ihre Domizile hätten. Dinge ließen sich gemeinsam nutzen - angefangen bei der Heizung bis hin zur großen Waschmaschine der Feuerwehr und den Ausbildungsräumen.

Allerdings müsse sich diese Idee auch finanzieren lassen. „Und an dem Punkt haben wir ein Problem“, sagt Brunst. Das Innenministerium habe klare Förderkriterien definiert. Für heute ist im Wolfhager Rathaus ein Gespräch mit allen Beteiligten angesetzt, bei dem die Möglichkeiten ausgelotet werden sollen.

Neubau in Vellmar 2011 

Einsatzbereit: Rettungsassistent Jörg Schnitzerling (links) und Rettungssanitäter Markus Beyer vor der modernen DRK-Wache in Vellmar, die 2011 ihren Betrieb aufnahm. Archivfoto: Wewetzer

„Ich hätte in Wolfhagen gerne einen Neubau“, sagt DRK-Geschäftsführer Gerhold-Toepsch. Allerdings habe er keine Ahnung, wie sich dieser bezahlen lasse. In Vellmar, wo eine neue Rettungswache geschaffen wurde, hätten die Verhandlungen mit den Krankenkassen Jahre gedauert. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Entstanden ist dort im Jahr 2011 ein funktionaler Bau mit Fahrzeughalle, in der drei Einsatzfahrzeuge Platz finden könnten, ein Büro, ein Aufenthaltsraum mit Küche, eine Umkleide, eine Wäscherei, ein Materiallager und eine Kleiderdesinfektionsanlage für die Einsatzkleidung. 450.000 Euro investierte der DRK-Rettungsdienst Kassel seinerzeit in die neue Wache.

In Wolfhagen können die etwa 30 Mitarbeiter von dieser Infrastruktur nur träumen. Ihr Gebäude dürfte über 40 Jahre alt sein, die Räume verteilen sich auf zwei Ebenen und für drei Rettungsfahrzeuge gibt es eine Garage, in die gerade so zwei Autos passen, das dritte steht auf der Straße. Die DRK-Rettungswache deckt das Wolfhager Land ab. Die Retter rücken überall dorthin aus, wo sie nach Eingang der Alarmierung innerhalb von zehn Minuten am Notfallort eintreffen können. Bei einem ebenerdigen Bau, so wie in Vellmar, ließen sich die Ausrückzeiten der Retter verkürzen.

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