Corona

Die Corona-Pandemie hält seit über einem Jahr an

Hermann Kleinhans, Bewohner des Seniorenzentrums Wolfhagen, bekam im Februar seine zweite Impfung.
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Anfangs wurde nur nach Prioritätenliste gegen Corona geimpft: Alte und kranke Menschen waren zuerst an der Reihe. Hermann Kleinhans, Bewohner des Seniorenzentrums Wolfhagen, bekam im Februar seine zweite Impfung. Inzwischen wurde die Imfpriorisierung aufgehoben und jeder der möchte, kann sich piksen lassen.

Die Corona-Pandemie bestimmt weiter den Alltag der Menschen. Neue Regeln und Beschlüsse wurden auf den Weg gebracht. Wie hat sich die Corona-Situation im Vergleich zum vergangenen Jahr verändert?

Landkreis Kassel/Wolfhager Land – Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ab 11. Oktober seine Corona-Tests selbst zahlen, wenn er beispielsweise zum Friseur, ins Kino, ins Fitnessstudio oder ins Restaurant gehen will. Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag beim Bund-Länder-Gipfel.

Ausnahmen sind nur für Personen geplant, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder für die keine Impfempfehlung vorliegt – wie Schwangere und Kinder. „Jeder Bürger hat ein Impfangebot bekommen“, sagte Merkel gestern. Bei Ungeimpften müsse man dagegen aufs Testen setzen.

Die Fallzahlen sind deutlich früher angestiegen als vergangenen Sommer

Das Bund-Länder-Treffen fand auch vor dem Hintergrund statt, dass in diesem Jahr die Fallzahlen schon deutlich früher ansteigen als im vergangenen Sommer. Vor einem Jahr hatte das Gesundheitsamt je 27 Infizierte in der Stadt und im Landkreis Kassel vermeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Kassel bei 14 und im Kreis bei 10. Gestern lag die Zahl der Infizierten in der Stadt bei 80 und im Kreis bei 66, die Inzidenz bei 28,2 (Kassel), bei 16 (Landkreis).

So sieht die Corona-Situation momentan aus. Stand: 10. August 2021

203 Corona-Tote im Landkreis Kassel

Insgesamt haben sich im Landkreis 8365 Menschen mit dem Virus infiziert. Den ersten bestätigten Corona-Fall gab es im Wolfhager Land am 7. März 2020: Ein 54-Jähriger aus Wolfhagen hatte sich mit dem Virus infiziert. Am ersten April vergangenen Jahres verstarb die erste Person mit oder an Corona.

Bis heute gab es insgesamt 230 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 im Landkreis Kassel. In den Kreiskliniken Hofgeismar und Wolfhagen gibt es derzeit keine Covid-Patienten. In den vergangenen Monaten wurden auf der Isolierstation immer wieder auch Erkrankte behandelt.

Vergleichbar ist die derzeitige Situation mit der des Vorjahrs nicht so ohne Weiteres. Zum einen wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante, die derzeit für die meisten Neuinfektionen verantwortlich ist.

Die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung können verkürzt werden

Zum anderen, weil mittlerweile 62,3 Prozent der Hessen erst- und 53,8 Prozent zweitgeimpft sind – darunter überwiegend die zur Risikogruppe zählenden über 60-Jährigen. Vor einem Jahr gab es noch keine Impfung, ebenso wenig kostenlose Corona-Tests.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die zu erwartenden höheren Fallzahlen im Herbst setzen die Verantwortlichen weiter auf die Corona-Schutzimpfung. Im Kasseler Impfzentrum können etwa ab sofort die Abstände zwischen der ersten und zweiten Impfung verkürzt werden. Impfwillige können dafür nach ihrer Erstimpfung den Termin für die zweite Impfung mit dem Arzt vor Ort individuell festlegen.

Mindestens vier Wochen Abstand zwischen den Kreuzimpfungen

Weil das Impfzentrum Calden am 30. September schließt, soll es nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn die letzten Erstimpfungen für Biontech am 5. und für Moderna am 2. September geben. Ab Anfang September verkürzt sich in Calden auch der Impfintervall von Biontech von bisher vier auf drei Wochen. Moderna bleibt bei vier Wochen.

Der Abstand zwischen sogenannten Kreuzimpfungen muss mindestens vier Wochen betragen. In diesen Zeiträumen können Erstgeimpfte ihren Zweitimpftermin im Impfzentrum abstimmen. Wollen bereits Erstgeimpfte ihren Zweittermin verschieben, können sie dies im Rahmen der Stiko-Empfehlung machen.

Die empfohlenen Abstände variieren je nach Impfstoff

Für den Wirkstoff von Biontech empfiehlt die Stiko einen Abstand zwischen drei und sechs Wochen. Für den Impfstoff von Moderna liegt der empfohlene Abstand zwischen vier und sechs Wochen. Eine vorherige Benachrichtigung im Impfzentrum Calden ist dabei nicht notwendig. Allerdings sollte dabei die Schließung des Zentrums beachtet werden.

Genesene, die sich impfen lassen wollen, müssen nach dem Ende der Covid-19-Symptome vier Wochen bis zur Impfung warten. Nach gesicherter asymptomatischer Infektion kann die Impfung ab vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. Calden hat von 9 bis 18 Uhr geöffnet. (Marie Klement, Bea Ricken, Lea-Sophie Mollus)

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