Die Dämme haben sich bewährt

Positive Bilanz für Hochwasserschutz in Wolfhagen

Der erste Einstau am Georgengraben: Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen zeigt, wie hoch das Wasser nach den starken Regenfällen der vergangenen Woche hinter dem Damm stand. Der Hochwasserschutz war im vergangenen Sommer mit einem Jahr Verzögerung errichtet worden – also gerade rechtzeitig.
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Der erste Einstau am Georgengraben: Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen zeigt, wie hoch das Wasser nach den starken Regenfällen der vergangenen Woche hinter dem Damm stand. Der Hochwasserschutz war im vergangenen Sommer mit einem Jahr Verzögerung errichtet worden – also gerade rechtzeitig.

Die extremen Regenfälle in der vergangenen Woche waren für die fünf Staubauwerke an Elbe und Georgengraben bei Ippinghausen die erste Bewährungsprobe seit deren Bestehen.

Ippinghausen - Die Dämme an beiden Gewässern haben ihre Aufgabe erfüllt. Stephan Schmidt zieht eine positive Bilanz. Das habe Bewohner an der Elbe in Ippinghausen vorm Volllaufen ihrer Keller bewahrt. Schmidt ist bei der Stadt Wolfhagen unter anderem zuständig für den Hochwasserschutz.

Plätschert das Wasser des Georgengrabens an normalen Tagen eher beschaulich durch die Landschaft, zeigte sich der Bach in der Nacht zum vergangenen Mittwoch von einer ganz anderen Seite. Der stundenlange Starkregen hatte das sonst so friedliche Bächlein zu einem ausgewachsenen Fluss werden lassen. Um 150 Zentimeter war der Georgengraben hinter dem ersten Staubauwerk aus Eichenstämmen angeschwollen. Sonst liegt sein Pegel bei 20 Zentimetern. Ufer und das angrenzende Feld waren überflutet.

Deutlich weniger Niederschlag als der Georgengraben, der die Hauptlast des Unwetters aufnahm, musste die Elbe im Langen Rod transportieren. Aber auch dort habe der Hochwasserschutz, der 2017 seiner Bestimmung übergeben wurde, gut funktioniert. Die Niederschläge habe sich auf der Fläche verteilt, die Welle habe in ihrer Wucht gebrochen werden können und das Wasser habe zeitlich verzögert abfließen können. Stephan Schmidt ist sich sicher, dass Ippinghausen ohne die Dämme in den Tälern vor einer Woche anders ausgesehen hätte. Beide Gewässer vereinigen sich vor dem Ort. An der Waldecker Straße, wo die Elbe trotz Hochwasserschutzes kurz davorstand, über die Ufer zu treten, wäre es zu Überschwemmungen und damit zu Schäden an Gebäuden und auf Grundstücken gekommen.

So zuverlässig die Dämme Ippinghausen vor Schlimmerem bewahrt haben, für andere Orte, die weiter elbeabwärts liegen, reicht der Schutz nicht mehr. „Da gibt es zu viele Zuläufe“, sagt Schmidt. Der Hochwasserschutz mache nur Sinn, wenn er sich möglichst nah an einem Ort befinde. Im Prinzip habe die Stadt Wolfhagen mit ihren Maßnahmen vieles von dem umgesetzt, das nun mit Blick auf die Katastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW für die kleineren Flüsse und Bäche als Schutz gefordert werde. Allerdings: „Ein hundertjähriges Hochwasser werden die Dämme nicht stoppen können“, sagt Schmidt.

Neben den Bauwerken an Elbe und Georgengraben hat die Stadt Wolfhagen auch an der Erpe den Hochwasserschutz verbessert. Renaturierungen sorgen ebenfalls am Mühlenwasser dafür, dass sich das Wasser nach starken Niederschlägen auf der Fläche verteilen kann. Gerne würde Schmidt noch mehr unternehmen, etwa an der Erpe zwischen Altenhasungen und Wenigenhasungen, am Mühlenwasser und an der Duse im Bereich des Solarparks. Konkrete Planungen dafür gebe es derzeit aber keine.

Für die Mitarbeiter des Bauhofes heißt es jetzt erst einmal: Allen Unrat wegschaffen, der mit dem Hochwasser an den Stauwerken und Totholzrechen hängen geblieben ist. Mitunter müsse das angeschwemmte Material mit dem Bagger aus den Bächen geholt werden, sagt Schmidt. Denn bis zum nächsten starken Regen sollten die Bauwerke wieder funktionstüchtig sein, damit sie vor Überschwemmungen und Schäden schützen.

(Antje Thon)

Nach dem Dauerregen: Das Wasser der Elbe im Langen Rod flutete die Wiese. Staubauwerke verhinderten, dass der Bach mit hoher Geschwindigkeit auf Ippinghausen zulief.

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