Freibäder im Wolfhager Land bereiten sich auf den Sommer vor

Saisonstart hängt am Verlauf der Pandemie

Hätte am Wochenende gern schon das Zierenberger Freibad geöffnet: Schwimmmeisterin Rosemarie Schwering.
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Hätte am Wochenende gern schon das Zierenberger Freibad geöffnet: Schwimmmeisterin Rosemarie Schwering.

Wann und unter welchen Bedingungen die Freibäder in den Kommunen des Wolfhager Landes öffnen werden, ist derzeit unklar.

Wolfhager Land - „Wie in den meisten Orten ist auch in Wolfhagen der Beginn der Freibadsaison aufgrund des Pandemiegeschehens offen“, sagt Sven Gulau, der als Zuständiger für das Bäderwesen der Stadt Wolfhagen schon seit März mit den Vorbereitungen beschäftigt und durchaus positiv ist, entsprechend schnell auf eine mögliche Öffnungserlaubnis reagieren zu können: „Wir sind in den letzten Zügen, das Freizeitbad im Stadtteil Niederelsungen wäre sogar jetzt schon startklar.“

„Relativ schnell“ den Betrieb aufnehmen zu können, ist auch der Plan von Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable, der sowohl im Freizeitbad der Kernstadt als auch im kleinen Freibad in Heimarshausen voll und ganz auf die positiven Erfahrungen aus dem ersten Corona-Sommer setzen will. „Im Falle einer Öffnung werden wir auf das bestehende Hygienekonzept und die bewährten Abläufe zurückgreifen und diese dann gegebenenfalls an die aktuellen Vorgaben anpassen.“

Das können die Mitglieder des Fördervereins Waldschwimmbad Balhorn nicht, denn die hatten im letzten Jahr auf eine Öffnung verzichtet. Ein weiterer Sommer ohne Schwimmspaß soll aber nicht folgen, auch wenn ein Öffnungstermin für Vorsitzenden Ralf Bräutigam noch in weiter Ferne liegt. „Vor Juli sehen wir bisher eher weniger Chancen zu öffnen.“

Das sieht Zierenbergs Rathauschef Rüdiger Germeroth ähnlich, der sich auf die Eröffnung im Mai gefreut hatte, um den Menschen „wenigstens ein kleines bisschen Abwechslung“ bieten zu können. Am Pläneschmieden hindert ihn das dennoch nicht: „Wir wollen die Öffnungszeiten wieder nach vorne verlegen, um so den Frühschwimmern die Möglichkeit der Badnutzung geben zu können, was im vergangenen Jahr leider nicht so war.“ Genaueres werde noch bekanntgegeben.

Im Habichtswalder Erlebnisbad, wo die Vorbereitungen seit Anfang April auf Hochtouren laufen, sind Neuerungen aktuell noch nicht in Sicht. Auch hier ist geplant, auf die bewährten Maßnahmen des Vorjahres zurückzugreifen. „Die Bedingungen haben sich nicht gravierend verändert, sodass lediglich kleinere Anpassungen vorgenommen werden müssen“, sagt Andreas Reitmaier vom Team des Erlebnisbades, wo seit dem Wochenende zumindest schon mal das Bistro geöffnet ist, vorerst aber nur für den Außer-Haus-Verkauf.

Zierenberger Bad ist startklar

Fast ein wenig wehmütig schaut Rosemarie Schwering dem kleinen Saugroboter zu, wie er munter am Boden des Schwimmbeckens seine Bahnen zieht. Anders als der elektrische Putzzwerg weiß die Schwimmmeisterin des Zierenberger Freibades nämlich längst, dass alle Vorbereitungsarbeiten für die Katz sind, zumindest für das Muttertagswochenende, an dem das Bad eigentlich in die Sommersaison starten sollte.

„Es ist einfach traurig“, sagt Schwering, die nichts lieber tun würde, als die Zierenberger beim Planschen im kühlen Nass zu beaufsichtigen. Dass eine genaue Planung aktuell nahezu ausgeschlossen ist, wurmt nicht nur Schwering, sondern auch ihren Chef, Bürgermeister Rüdiger Germeroth: „Wir müssen auf die sich stetig ändernden Fallzahlen reagieren, einen genauen Termin gibt es noch nicht.“

Ein Schicksal, das in diesem Jahr alle Freibadbetreiber eint, und doch trifft es manche härter als die anderen. In Balhorn etwa wird das Waldschwimmbad nicht etwa von der Gemeinde, sondern von einer Handvoll Ehrenamtlicher betrieben. „Wir als Verein stoßen mit den hohen Anforderungen eines pandemiebedingten Betriebs an unsere Grenzen“, sagt Ralf Bräutigam, der sich als Vorsitzender des Fördervereins im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinen Kollegen komplett gegen eine Öffnung entschieden hat.

„Das war in Balhorn der erste Sommer ohne Bad seit 1968“, sagt er mit dennoch positivem Blick zurück: „Wir haben die Kosten am unteren Limit gehalten, die Mitgliedsbeiträge und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde haben einen finanziellen Schaden abgewendet.“ Inwieweit allerdings die Technik das Jahr ohne Betrieb überstanden hat, könne er erst nach einer Wiedereröffnung beurteilen, und das hoffentlich bald. „Wir hoffen auf jeden Fall darauf, dieses Jahr zu öffnen, auch wenn es nicht für drei Monate sein wird, da wir rund sechs Wochen Vorlauf benötigen, um das Becken zu reinigen, aufzubessern und neu zu befüllen“, sagt Bräutigam.

In Zierenberg ist all das bereits geschehen, und auch in Sachen Hygienekonzept ist man Balhorn aufgrund der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr eine Nasenspitze voraus. „Unser erstes Jahr mit Corona hat im Großen und Ganzen gut funktioniert“, erinnert sich Schwering an ausgelassene Sommertage trotz Abstands- und Hygieneregeln. Das ein oder andere werde in dieser Freibadsaison optimiert, etwa die Duschsituation für die Frühschwimmer, dafür werde es eine Lösung geben, gibt sie sich entspannt und schaut dem kleinen Saugroboter am Beckenboden weiter bei der Arbeit zu – immer noch mit Wehmut, aber auch einer stetig wachsenden Vorfreude.

(Sascha Hoffmann)

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