Karosseriebau Böttger stattet Notarzteinsatzfahrzeuge aus

Dieses Notarztfahrzeug aus Wolfhagen ist ein Hingucker

Jedes Detail ist durchdacht: Ralph Busch im neuen Notarzteinsatzfa hrzeug für das DRK Kassel Stadt und Land. Im Hintergrund Harms Böttger.

Das Auto ist ein Hingucker. Gut zwei Monate hat es gedauert, bis aus einem spartanischen Mercedes-Kleinbus des Typs Vito ein mit allen Finessen ausgestattetes Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wurde.

Entstanden ist der neue Flitzer in Wolfhagen, in den Hallen der Firma Automobiltechnik und Karosseriebau Böttger. Die Mitarbeiter von Chef Harms Böttger haben zwar schon einige solcher Notarzteinsatzfahrzeuge gebaut. Aber das gerade Fertiggestellte, sagt Böttger, sei dann doch ein besonderes. Das habe zum einen damit zu tun, dass es das erste NEF aus seiner Werkstatt ist, das künftig für den Rettungsdienst in der unmittelbaren Nachbarschaft auf die Piste gehen wird. Standort der vom DRK in Auftrag gegebenen Notarzt-Karosse ist nämlich das Klinikum in Kassel. Früher gebaute Modelle sind in weiter entfernten Regionen unterwegs.

Besonders sei das NEF aber auch deswegen, weil dort im Bereich der Sicherheitstechnik all das ausgeschöpft wurde, was derzeit zulässig ist. „Das Auto ist eine Fackel“, sagt Harms Böttger begeistert. In Sachen Blaulicht ist das NEF mit Powerblitzen und Streulicht ausgestattet und zum ersten Mal auch mit sogenannten Kreuzungsblitzen. Das sind LED-Lampen, die seitlich in die Frontschürze und Kotflügel eingebaut wurden und beim Abbiegen und Einfahren in Kreuzungsbereiche für zusätzliche Aufmerksamkeit der übrigen Verkehrsteilnehmer sorgen sollen. Die waren bislang nicht zulässig, dürfen jetzt aber installiert werden. Und das sei auch gut so, sagt Harms Böttger, denn: „Je mehr von der Warntechnik eingebaut ist, desto sicherer ist es für diejenigen, die mit dem Auto unterwegs sind.“

Das sieht offenbar der Auftraggeber genauso. Denn der Kunde gibt vor, wie das Fahrzeug innerhalb der gesetzlichen Spielräume mit Signalanlagen ausgerüstet wird. Aber auch sonst sind die Wünsche des Auftraggebers die Richtschnur für den Ausbau. „Man bespricht zunächst mit dem Kunden die Ausstattung des Fahrzeugs“, sagt Böttger zum Prozedere, „da geht es auch darum, welche Beladung ist vorgesehen, was wird verstaut.“

Das war bei dem aktuellen Vito nicht anders. Der rollte als unscheinbarer weißer Kleinbus mit immerhin 190 Pferdestärken und Allradantrieb in die Halle der Abteilung Sonderfahrzeugbau, in der vier von Böttgers mittlerweile 27 Mitarbeitern schaffen. Dann wurde das komplette Innenleben des Autos ausgeräumt, um die aufwendige Elektrik platzsparend unterzubringen.

Ralph Busch war beim Umbau federführend. Unzählige Meter Kabel hat er verlegt, an die vielen elektronischen Bauteile angeschlossen, die nun Warnlicht und Hörner, vor allem aber die sensible Technik wie die Leitstellenanbindung, die Datenaufzeichnungssysteme und die Navigation versorgen. An der Unterbringung passgenauer Modulschranksysteme hat er getüftelt, in denen die Medizintechnik wie EKG, Reanimationshilfe, Beatmungsgerät verstaut werden. Dazu galt es, ein leistungsstarkes Batteriesystem einzubauen, das alle Komponenten auch im Stand sicher mit Energie versorgt. Das meiste verbirgt sich nun – leicht zugänglich – hinter Seitenverkleidungen und dem neuen Boden im Fahrzeug.

Zwischenzeitlich wurde das neue Notarztfahrzeug noch von einer Wolfhager Firma foliert – auffällig in reflektierendem Rot und Gelb. Eben ein echter Hingucker. Und das wird mit Sicherheit auch das nächste NEF, dessen Rohling schon auf seine Veredelung durch Böttgers Spezialisten wartet. Künftiger Standort: die Wolfhager Klinik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.