Krankenhaus-Förderverein traf sich mit Obmann im Ausschuss für Gesundheit

Diskussion um Wolfhager Klinik: Bundespolitiker sollen helfen

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Treffen vor der Wolfhager Klinik: (Von links) Dieter Schrader vom Förderverein Kreisklinik Wolfhagen, Heiko Weiershäuser (Förderverein), Bundestagsabgeordneter und Obmann im Gesundheitsausschuss Achim Kessler, Bürgermeister Reinhard Schaake und Wolfgang Hanske (Förderverein).

Der Förderverein Kreisklinik Wolfhagen gibt weiter Gas bei seinen Bemühungen, Wege zum Erhalt des Wolfhager Krankenhauses zu finden.

Beim nächsten Schritt geht es den Mitstreitern darum, das Thema auf die Ebene der Bundespolitik zu heben. Der erste, der darauf reagiert hat, ist der hessische Bundestagsabgeordnete der Linken Achim Kessler, Obmann im Ausschuss für Gesundheit. Am Freitagnachmittag war der Politiker zu Besuch in Wolfhagen, wo er sich mit Vorstandsmitgliedern des Fördervereins traf.

„Ich will Hintergründe erfahren und mit nach Berlin nehmen“, sagte Kessler zu Beginn der Zusammenkunft. Seine Parteikollegen von der Kasseler Stadtverordnetenfraktion hatten sich bereits Anfang des Monats Sympathiepunkte bei den Aktivisten für den Erhalt der Klinik erworben, weil die Fraktion der Linken die einzige im Parlament war, die die Geldspritze der Stadt Kassel für die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) in Höhe von fast 65 Mio. Euro abgelehnt hat. Grund der Ablehnung war die im GNH-Konzept vorgesehene Schließung des Wolfhager Krankenhauses.

Kessler erfuhr von Heiko Weiershäuser, dass bereits rund 10 500 Menschen sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Klinik ausgesprochen haben. Klar positioniert hätten sich auch Vereine wie die Landfrauen, aber auch Kreissynode, Bürgermeisterrunde, Kommunalparlament und Ärztenetzwerk. Es gab noch weitere Zahlen, etwa, dass man seitens des Fördervereins von einem tatsächlichen „operativen Minus im laufenden Betrieb“ der Wolfhager Klinik in Höhe von 750 000 bis 900 000 Euro ausgehe, so Weiershäuser. Genaue Zahlen könne man nicht liefern, weil die GNH keinen Einblick gewähre.

Die Mitglieder des Fördervereins machten auch deutlich, wie man sich eine zukunftsorientierte medizinische Versorgung inklusive Klinik gerade auch angesichts einer zunehmend älteren Bevölkerung vorstellt: Dr. Matthias Hughes, langjähriger leitender Oberarzt der Wolfhager Klinik, sagte, man müsse die Krankenhäuser vor Ort stärken und dabei auf eine sehr gute Grundversorgung setzen. „Wir brauchen Low-Tech-Häuser. Die benötigen keine Chefärzte, keinen Wasserkopf, der Geld kostet.“ Hughes erklärte auch, dass es im Wolfhager Land wenige Fachärzte gebe. „Das deckt alles die Klinik ab.“ Und: Im Falle einer Schließung der Klinik müsse man mit einer höheren Sterblichkeitsrate rechnen.

Achim Kessler hörte interessiert zu, ließ sich auch über die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte informieren. Der Abgeordnete sagte, die Krankenhausfinanzierung müsse so geregelt werden, dass sie keinen falschen Wettbewerb anheize. Man müsse weg von den Fallpauschalen. „Man darf bei der Gesundheitsversorgung nicht allein aufs Betriebswirtschaftliche schauen. Man darf kein Geld verschwenden, aber der Maßstab muss die Versorgung der Bevölkerung sein.“

Um auf Ebene der Bundespolitik für Druck zu sorgen, riet Kessler: „Machen Sie eine große Bürgerversammlung und laden Sie die Abgeordneten dazu ein.“ Es werde „nur dann etwas passieren, wenn der politische Druck hier so groß wird, dass die Politiker merken, die Leute lassen sich ihr Krankenhaus nicht wegnehmen“.

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