Wolfhagen

DRK baut neue Rettungswache in Wolfhagen

Auf dem Gelände der neuen Rettungswache: DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch (links) und DRK-Rettungsdienstleiter Stephan Moritz.
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Auf dem Gelände der neuen Rettungswache: DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch (links) und DRK-Rettungsdienstleiter Stephan Moritz.

Gut drei Jahre hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nach einem passenden Grundstück für eine moderne und vor allem größere Rettungswache in Wolfhagen gesucht. Nun wird gebaut.

Wolfhagen – An der Siemensstraße entsteht auf einer Gesamtfläche von 800 Quadratmetern ein neues Gebäude.

Damit wird die Einrichtung in der Hans-Staden-Stadt von den drei Wachen, die die Rettungsdienst GmbH, eine Tochter des DRK-Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen, betreibt, nach ihrer Fertigstellung im November 2022 die fortschrittlichste sein, sagt DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch. Neben Wolfhagen gibt es Standorte in Kassel und Vellmar.

„Mit der neuen Wache im Wolfhager Industriegebiet werden sich die Arbeitsabläufe und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich verbessern“, kündigt der Leiter des DRK-Rettungsdienstes, Stephan Moritz, an. Derzeit seien die Verhältnisse an der Ippinghäuser Straße sowohl für die Notfallsanitäter, als auch für den Fuhrpark sehr beengt.

Mit dem Neubau soll sich die Situation entspannen

Die 3000 Einsätze pro Jahr im Einsatzgebiet Wolfhagen verlangten nach mehr Platz. Von Wolfhagen aus würden alle Einsatzorte angesteuert, die innerhalb der Rettungsfrist von zehn Minuten zu erreichen sind.

Mit dem Neubau werde sich die Situation spürbar entspannen, sagt Moritz. Müssten sich die Einsatzkräfte derzeit mit etwas mehr als 200 Quadratmetern Platz begnügen, werde ihnen in gut einem Jahr mehr als das dreifache Raumangebot zur Verfügung stehen.

Die Baukosten für die Rettungswache belaufen sich auf drei Millionen Euro

Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts: Die vor wenigen Jahren verschärften DIN-Vorschriften für den Betrieb von Rettungswachen würden beim Neubau nun berücksichtigt und von den Krankenkassen über die Beiträge ihrer Versicherten finanziert, sagt Gerhold-Toepsch. Die Baukosten für die Rettungswache belaufen sich auf drei Millionen Euro.

Neben ausreichend Aufenthalts- und Ruheräumen sind an der Siemensstraße eine große Fahrzeughalle mit Wasch- und Desinfektionsplatz und ein neuer 60 Quadratmeter großer Schulungsraum vorgesehen. Das Gebäude wird umweltfreundlich mit Photovoltaik ausgestattet. Wärme und Strom kommen von einem Blockheizkraftwerk. Das Dach soll teilweise begrünt werden, und sowohl für Fahrräder und Fahrzeuge sind E-Ladesäulen vorgesehen.

Die neue Rettungswache hätte schon längst stehen können

Wäre die Pandemie nicht gewesen, hätte die neue Rettungswache des DRK in Wolfhagens Industriegebiet vielleicht schon gestanden. Ein gutes Jahr hat Corona die Pläne der Rettungsdienst GmbH ausgebremst. Denn bereits 2020 hatte mit dem Bau begonnen werden sollen.

Mit der Wahl des 5400 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem nun der Neubau entsteht, ist Stephan Moritz, Leiter des DRK-Rettungsdienstes, sehr zufrieden. Die Lage sei optimal, denn von dort komme man über die nahe Bundesstraße schnell in die Region, aber auch in die Innenstadt. Innerhalb von 20 Jahren habe die Zahl der Einsätze der Rettungswache deutlich zugenommen, sagt Moritz, sie sei von 2100 auf 3000 im Jahr 2020 gestiegen.

Die neue Wache sei dringend erforderlich

Gleichzeitig habe die Dauer zugenommen, in der Fahrzeuge für den Rettungsdienst vorgehalten werden müssen, und zwar von 10 600 Stunden im Jahr 2000 auf 14 500 Stunden im Jahr 2020. Veränderungen auch im Stellenplan: Habe es zur Jahrtausendwende zehn Planstellen gegeben, so seien es nun doppelt so viele. Die neue Wache sei folglich dringend erforderlich.

Die Idee, in Wolfhagen eine größere Wache zu bauen, sei nicht neu, sagt Holger Gerhold-Toepsch, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Kassel-Wolfhagen. Doch seien mit der Dringlichkeit der Suche auch die Preisvorstellungen der Verkäufer gewachsen. Auch habe das DRK geprüft, ob es sich bei der Feuerwehr Wolfhagen in den Bau des neuen Dienstleistungszentrums einklinken könne. Am Ende sei es aus logistischen Gründen gescheitert.

Für die Umsetzung des Bauprojektes an der Siemensstraße hat sich das DRK für die Architekten Pape+Pape aus Kassel entschieden. Was nach dem Umzug aus dem alten Gebäude an der Ippinghäuser Straße wird, ist derzeit offen. Möglicherweise nutzt es das DRK für andere Angebote. (Antje Thon)

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